Dr. med. Vincenzo Bluni

Feindiagnostik Kind zu klein?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo,

ich habe ein wenig Angst.
Ich bin zu 5. Mal schwanger und wir erwarten "irgendwann" im Dezember unser Kind.
Irgendwann deshalb, weil sich die Ärztin nicht festlegen kann wann es soweit sein könnte.

Das letzte Mal hatte ich meine Regel am 15. März, danach wäre mein Termin der 20. Dez, der Untersuchung zufolge war es dann der 6. Dez und bei der letzten Untersuchung gestern ist sie sich nicht mehr sicher und meinte ich müßte zur Feindiagnostik, da da Baby ein bis zwei Wochen zu klein sei.
Der Kopf wiederrum wäre ok, aber der Rest des Körpers wäre zu klein.
Die Plazenta wiederum wäre auch ok, also ginge sie nicht von einer Minderversorgung aus.
Ich habe vier Kilo abgenommen seid Beginn der SS und sie fragte mich, ob ich essen würde?!
Ja ich esse, nur halt eben ausgewogen und ich habe auf viele Dinge keinen Appetit. (zB Süßigkeiten, Fettbomben etc)

Tja und jetzt habe ich natürlich Angst was mit unserem Wurm sein könnte. Die Ärztin wollte mich beruhigen und meinte, es sei NUR eine Vorsichtsmaßnahme.... Klar, rein profilaktisch machen wir jetzt die Welle und das (ihre Worte) engmaschig!!!
Was kann denn los sein? Ist Wurmi etwa behindert, fehlt ihm was und wenn was? Was passiert bei der Feindiagnostik und was wenn die was schlimmes finden?
Ich bin ratlos und verzweifelt.
Meine anderen vier Kinder sind alle gesund und auch die SS waren ok....naja die erste nicht, da hatte ich eine Gestose und die "Kleine,heute 15 Jahre alt, wurde per Kaiserschnitt geholt, aber sonst waren es Bilderbuchschwangerschaften und Geburten.
Liegt es vielleicht daran daß ich fast 36 Jahre alt bin und jetzt bestraft werde, weil ich mein Schicksal noch mal herasugefordert habe???

Sie können mir sicher helfen, aber bitte nicht mit Worten wie "das wird schon wieder oder alles wird gut" sondern Butter bei die Fische....
Was kann los sein?

Mittwoch habe ich den Termin, aber bis dahin bin ich sicher ohne Fingernägel und glatzköpfig vor Kummer !!!

Viele liebe Grüße
Yvi

von larissamichelle am 10.07.2009, 07:59 Uhr

 

Antwort auf:

Feindiagnostik Kind zu klein?

Liebe Yvi,

1. gewisse Differenzen im Ultraschall können sich natürlich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft ergeben, ohne dass dem automatisch eine klinische Bedeutung zukommen muss. Wichtig ist die Ausprägung der Differenz, ob diese schon seit Beginn der Schwangerschaft vorhanden war und die Tatsache, ob diese Differenz im Laufe der Zeit zunimmt.

Zeigen sich erhebliche Differenzen in den Messungen oder in dem ein oder anderen Maß und war die frühe Berechnung des Schwangerschaftsalters korrekt, ist immer die Frage, warum das Kind kleiner oder größer =leichter oder schwerer! ist bzw. warum das ein oder andere Maß deutlich abweicht und je nach Ausprägung würde man einen solchen Befund kurzfristig kontrollieren und bei erheblicher Abweichung die genaue Ursache abklären.

Bei größeren Abweichungen, kann dieses ansonsten zu Beginn der Schwangerschaft ein Hinweis auf eine nicht reguläre Entwicklung des Feten auch genetisch bedingt sein; im weiteren Verlauf unter anderem auch mal Ausdruck einer nicht ausreichenden Versorgung des Kindes oder einer verminderten Funktionsleistung der Plazenta sein. Hierbei würde aber die Kontrolle per Doppler-Ultraschall, ggf. durchgeführt durch einen entsprechend qualifizierten Arzt/Ärztin, schnell Sicherheit verschaffen. Und hier sollte dann zunächst mal diese Kontrolle abgewartet werden, bevor man sich sorgt.

2. Mit Hilfe der Ultraschalldiagnostik können eine Vielzahl von Fehlbildungen oder Erkrankungen des Kindes erkannt und vor allem auch ausgeschlossen werden. Andererseits muss jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass auch bei moderner apparativer Ausstattung, größter Sorgfalt und umfassenden Erfahrungen des Untersuchers nicht alle Fehlbildungen oder Erkrankungen erkannt werden können.

Das Übersehen oder Verkennen einer Fehlbildung kann auch dadurch zustande kommen, dass bei bestimmten Begleitumständen (z.B. fettreiche Bauchdecken, Fruchtwassermangel, ungünstige Lage des Kindes) die Unterersuchungsbedingungen erschwert werden. Auch sind mit Ultraschall erkennbare Befunde nicht immer eindeutig in ihrer Bedeutung einzuordnen.

Die vorgegebenen Untersuchungsprogramme, vor allem zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche, sind bei Reihenuntersuchungen von gesunden Schwangeren ohne erkennbare Risiken (Screening) zwar auf das Erkennen von Anomalien und Fehlbildungen ausgerichtet, aber letzten Endes aufgrund des vorgegebenen Zeitrahmens doch wieder orientierender Art.

Das Ultraschall-Screening darf daher nicht als Fehlbildungsdiagnostik missverstanden werden. Vielmehr muss die Möglichkeit, dass weniger auffällige Befunde im Einzelfall übersehen werden können, von vornherein in Betracht gezogen werden.

Dazu gehören z.B. kleinere Defekte wie ein Loch in der Trennwand der Herzkammern, eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Defekte im Bereich der Wirbelsäule (Spina bifida) sowie Finger- oder Zehenfehlbildungen.

Zu beachten ist, dass jede Schwangerschaft mit einem sog. Basisrisiko von 2-4% für Fehlbildungen und Erkrankungen des Kindes belastet ist, dabei entfallen etwa 1% auf schwerwiegende Fehlbildungen. Dieses Basisrisiko ist bei einer insulinpflichtigen Zuckerkrankheit der Schwangeren oder auch bei Mehrlingen erhöht.

Ein Ausschluss von Chromosomenanomalien per Ultraschall als Alternative zu einer invasiven Diagnostik (Fruchtwasserpunktion, Chorionzottengewebsentnahme oder Nabelschnurblut) ist nur beschränkt durch den Nachweis von charakteristischen, aber nicht obligatorisch vorhandenen Hinweiszeichen auf Chromosomenanomalien möglich.

Ein Fehlen dieser typischen Befunde kann das Risiko für ein Kind mit Chromosomenanomalien (z.B. Down-Syndrom) zwar mindern, aber nicht ausschließen


VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 10.07.2009

Antwort auf:

Feindiagnostik Kind zu klein?

hallo,

letztes jahr war ich auch fast 36 und (zum ersten mal) schwanger. mein kind wurde in der ersten schwangerschaftshälfte immer als klein bezeichnet, beim zweiten grossen ultraschall sogar 9 tage zu klein. im mutterpass stand: zeitliche entwicklung kontrollbedürftig. doppler war ok. beim dritten grossen ultraschall war er "taggenau" gross. in den letzten 10 wochen ist er ganz brav gewachsen und 10 tage mit dem geplanten kaiserschnitt mit 53 cm und 3440 gr geboren!
da dopplerwerte immer gut waren (wie bei dir) haben die ärzte sich keine sorgen gemacht (wie bei dir). die kinder wachsen eben unterschiedlich schnell in unterschiedlichen schwangerschaftswochen.
alles gute!

ps: übrigens hat er so richtig angefangen zu wachsen erst als ich nicht mehr gearbeitet habe (aufgesparte urlaubstage mit dem anschliessenden mutterschutz)

von irena36 am 10.07.2009

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