Dr. med. Vincenzo Bluni

Alternative zu Partusisten Oral ?

Antwort von Dr. med. Vincenzo Bluni

Frage:

Hallo Dr.Bluni!
Ich bin in der 30.SSW mit meinem 7.Kind schwanger.In den SS,2,3,und 4und 5 habe ich unter vorzeitgen Wehen gelitten und habe von meiner Frauenärztin Spiropent bzw.Partusistentabletten bekommen bis zur 36.SSW.
Ich nheme zur Zeit 300mg Magnesium pro Tag,aber leider merke ich seit geraumer Zeit,daß sich die Gebärmutter doch stark kontrahiert.Bis jetzt gings noch nicht auf den Muttermund.
Klar beim 7.Kind merkt man jedes Ding,jede einzelne Bewegung des Babys.Ich denke,man ist einfach vom Gewebe her schon sehr ausgedehnt.

Ich habe auch oft das Gefühl,daß das Baby selbst die Gebärmutter so weit stimuliert,daß sie sich zusammenzieht.So lange das ohne Schmerzen verläuft,mach ich mir keine Gedanken,aber seit ca.1 Woche sind auch ab und zu schmerzhafte Kontraktionen dabei.Höchstens 1-2 in der Stunde,aber nie regelmäßig.
Muß ich mir jetzt Sorgen machen,oder ist es durchaus normal.Vom Muttermund geht nichts ab,kein Schleim etc.

Sollte ich wieder mit Partusisten anfangen,aber meine Hebamme meinte oral würde das gar nichts bringen und man würde es lieber i.v.verabreichen.Oral würde es nur vermehrt bei den Schwangeren zu vorzeitigen Blasensprüngen kommen.Da ich schon eine Frühgeburt in der 36.SSW bei meinem 4.Kind hatte ,möchte ich dieses Risiko natürlich nicht eingehen.

Gibt es noch einer andere Möglichkeit für mich,als zu Partusisten zu greifen?
Ich mach mich wirklich jetzt verrückt und werde immer ängstlicher.

Über Ihren Rat wär ich Ihnen dankbar.

MFG Katja

von MamiKatja am 14.04.2010, 09:26 Uhr

 

Antwort auf:

Alternative zu Partusisten Oral ?

Liebe Katja,

1. eine Vorgeschichte mit vorzeitigen Wehen oder einer Frühgeburt bedeutet für eine neue Schwangerschaft, dass das Risiko für vorzeitige Wehen inklusive Frühgeburtlichkeit erhöht ist, wobei wir dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen können.

Vor und in einer nachfolgenden Schwangerschaft ist deshalb die ausführliche Aufklärung und Information durch Ihre Frauenärztin/Frauenarzt über Ursachen, mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik umso wichtiger:

Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen und eine rechtzeitige Sanierung der Zähne beim Zahnarzt, da eine Zahnfleischentzündung oder Karies das Risiko für Frühgeburtlichkeit und ein Untergewicht bei den Kindern bekanntermaßen erhöhen. Diese Sanierung der Zähne wird am besten vor der Schwangerschaft durchgeführt. In der laufenden Schwangerschaft ist es ratsam, das genaue Vorgehen zwischen Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt und Zahnärztin/Zahnarzt abzustimmen.

In der laufenden Schwangerschaft ist es dann sinnvoll, eine bakterielle Besiedlung der Scheide auszuschließen und dieses ggf. durch PH-Wert-Kontrollen zu ergänzen. Die prophylaktische Einnahme von Magnesium kann zur Beruhigung der Gebärmutter beitragen.

Um die 23. Schwangerschaftswoche kann das Ausmessen der Gebärmutterhalslänge im vaginalen Ultraschall Hinweise auf Frühgeburtsbestrebungen geben.

Stimmen Sie das für Sie sinnvollste Vorgehen rechtzeitig mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt ab.

2.
so genannte Wehenhemmer können bekanntermaßen zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie innere Unruhe mit Herzrasen führen („shaky woman syndrome“, Zitat Prof. K. Nikolaides, London). Für das Kind schädlich sind sie nach bisheriger Datenlage nicht.

Was hier für Ihre persönliche Situation das beste Vorgehen ist, kann am besten mit Frauenärztin/Frauenarzt oder der Entbindungsklinik besprochen werden.

Aber, die orale Gabe von Wehenhemmern hat nicht nur die bekannten Nebenwirkungen, wie Herzrasen und Unruhe und nicht nur deshalb, wird die orale Wehenhemmung von vielen Fachvertretern, wenn überhaupt, sehr streng indiziert. Von vielen wird nur noch die intravenöse Gabe in der Akutsituation für sinnvoll erachtet und die orale Wehenhemmung als obsolet angesehen.

3. sprechen Sie bei solchen Beschwerden zunächst immer mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt. Es ist sicher so, dass jede Schwangerschaft für sich genommen, völlig unterschiedlich verlaufen kann, mit völlig neuen und auch unterschiedlichen Erfahrungen bei bestimmten körperlichen Veränderungen. Dazu kann gehören, dass ab dem 5./6. Schwangerschaftsmonat schon mal leichte Kontraktionen - ein Zusammenziehen der Gebärmutter mit Verhärtung des Bauches - eintreten können. Diese können u.a. infolge der kindlichen Aktivität hervorgerufen werden, aber auch durch zuviel Stress oder Überanstrengung.

Dieses sind aber nicht zwangsläufig vorzeitige Wehen, die sich auf den Muttermund auswirken. Um hier auszuschließen, dass diesen Kontraktionen nicht doch eine klinische Bedeutung im Sinne vorzeitiger Wehen zukommt, ist es empfehlenswert die behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt zu informieren und hier abzustimmen, ob eine Untersuchung sinnvoll und notwendig ist.

Wichtig ist es, hier immer den Gesamtzusammenhang zu sehen:

Sehr hilfreich ist es, wenn Ihre Frauenärztin/Frauenarzt im Wehenschreiber sehen kann, ob wirklich keine Wehen vorliegen. Aber auch können bakterielle Entzündungen im Bereich der Scheide richtungweisend sein. Eine solche Entzündung mit Bakterien kann hier der Auslöser sein. Besonders bedeutsam ist, inwiefern sich im vaginalen Ultraschall Hinweise auf eine bedeutende Verkürzung des Gebärmutterhalses, ggf. verbunden mit einer Trichterbildung finden und was der Tastbefund von Muttermund und Gebärmutterhals ergibt.

In einigen Fällen hilft bei "harmlosen Kontraktionen" die körperliche Schonung mit Verzicht auf Sport und Verkehr und die prophylaktische Einnahme von Magnesium. Dieses beruhigt die Gebärmutter. In anderen Fällen reichen diese Maßnahmen alleine aber nicht aus. Manchmal ist dann auch eine stationäre Behandlung notwendig.

Wie hier für Ihre persönliche Situation das sinnvollste Vorgehen aussehen sollte, kann sicher Ihre behandelnde Frauenärztin/Frauenarzt im Rahmen der Untersuchung beurteilen.

Gegebenenfalls wird hier zur Entscheidungsfindung auch die Klinik mit einbezogen.


VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 14.04.2010

Antwort auf:

Alternative zu Partusisten Oral ?

Partusisten i.v. ist wirklich viel hilfreicher und viel viel liegen.
Ich nahm Partusisten Oral und hatte trotzdem Wehen.
In der 2. Schwangerschaft dann das gleiche, aber diesmal habe ich nur Byrophyllum (Homöophatisch) und das Toko Öl von meiner Hebamme bekommen.
Byrophyllum ist ein Pulver, wovon man 3 x tägl. eine Messerspitze nimt. Bekommt man auch in der Apotheke. Und das Toko Öl auch. Ein paar Tropfen in eine Schüssel warmes Wasser, Handtuch damit anfeuchten und auf den Bauch legen, ruhig auch mehrmals am Tag. Ist beides Wehenhemmend.
Magnesium beruhigt die Gebärmutter zwar etwas, würde aber richtige Geburtswehen nicht aufhalten.
Sehr gut ist aber schon das die Wehen nichts auf den Muttermund bewirken und viele zusätzliche Vaginale Untersuchungen sollten auch nicht gemacht werden wegen Infektionsgefahr und weil man dann doch mehr untenrum reizt als nötig.

Ich kann mir vorstellen das bei 6 Kindern zuhause kaum Ruhe möglich ist, aber du solltest doch trotzdem versuchen viel zu liegen. Eventuell eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse beantragen oder aber Freunde und Verwandte um unterstützung bitten, damit du wirklich liegen bleiben kannst.

Sollte es doch nicht klappen und die Wehen werden mehr oder es tut sich was am Muttermund dann ist es vielleicht doch besser ins Krankenhaus zu gehen und i.v. Wehenhemmer zu bekommen.

Ich wünsche dir und deinem Baby alles Liebe und Gute und Kopf hoch, das wird schon ;-)

von Mucki84 am 14.04.2010

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