Schwanger mit 35 plus

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Geschrieben von Bonnie am 12.11.2005, 17:09 Uhr

Neu: Blut-Untersuchung zur Trisomie 21-Erkennung

Hallo,

heute stand in der Zeitung, dass amerikanische Wissenschaftler einen Bluttest entwickelt haben, der die Fruchtwasseruntersuchung bei der Früherkennung des Down-Syndroms überflüssig machen wird. Diese Blutuntersuchung kann schon in der 12. Woche, also viel früher als Amniozentese und Chorionzotten-Biopsie das Down-Syndrom vorhersagen. Die Trefferquote beträgt 87 %, wohingegegen die (riskante) Fruchtwasseruntersuchung nur eine Trefferquote von 80 % hat (was ich gar nicht wusste...).

Das Verfahren ist in Deutschland noch nicht etabliert, wann es kommen wird, weiß man noch nicht. Irgendwann in den nächsten Jahren... Immerhin langfristig eine prima Perspektive für "späte" Mütter. :-)

Liebe Grüße,

Bonnie

 
14 Antworten:

klingt gut

Antwort von mamafürvier am 12.11.2005, 17:36 Uhr

Fände ich super, wenns das bei uns bald gäbe... hatte 2 FU und hätt gern drauf verzichtet für dei Gewißheit gesunde Babys zu bekommen.
Das die FU nur zu 80% aussagekräftig ist wußte ich nicht.
Kerstin, die 2 mal 35+Mama geworden ist

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Re: Bluttest z. Feststellung Behinderung, nicht Triple

Antwort von uli_s am 12.11.2005, 18:32 Uhr

Glaubt doch nicht so einen Unsinn- also wirklich!
Bei einer Fruchtwasseruntersuchung werden die Chromosomen des Kindes gezählt und genau untersucht. Alle anderen Verfahren, bei denen die Chromosomen nicht direkt untersucht werden können, müssen in ihrer Aussage weit, weit dahinter zurückstehen. In welcher Zeitung wurde denn das berichtet? Ich finde das unverantwortlich!
Viele Grüße
Uli

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Re: Es geht umd das First-Trimester-Screening / Leserbrief

Antwort von S_A_M am 12.11.2005, 19:07 Uhr

Gemneint ist wahrscheinlich der Spiegel-Artikel. Unten mein Leserbrief dazu ;-)

betrifft: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,384339,00.html

Sehr geehrtes Spiegle-online-Team,

mit Interesse habe ich Ihren Artikel (s.o.) gelesen, in dem es wohl um das sogenannte
First-Trimester-Screening geht. Dazu möchte ich einige konstruktiv-kritische Anmerkungen machen:

1. Sowohl die genannte Blutuntersuchung als auch de Nackentransparenzmessung sind keineswegs "neu", sondern werden schon recht lange in der Praxis angewandt

2. Im Artikel wird eine wichtige Gegebenheit leider nur recht beiläufig erwähnt: "Die Ergebnisse des Bluttests wurden bei diesen Frauen mit einer Fruchtwasser-Analyse (Amniozentese) oder mit einer Gewebeuntersuchung des Fötus' überprüft." Ich schätze mal, mit "Gewebeuntersuchung des Fötus" ist die Chorionzottenbiopsie gemeint, da das Chorionzottengewebe genetisch meist identisch ist mit den Zellen des Kindes.

Hierzu ist zunächst zu sagen, dass damit die Artikelüberschrift ("Down-Syndrom kann früher erkannt werden") nicht nur irreführend sondern sogar falsch ist: Durch die Untersuchungskombination (Bluttest und Nackentransparenzmessung) kann weder ein ein Down-Syndrom noch eine sonstige chromosomale Besonderheit ERKANNT werden, denn für eine Diagnose reicht das First-Trimester-Screening nicht aus. Sowohl zur Bestätigung einer Verdachts(!)diagnose bzw. zum Ausschluss einer Verdachts(!)diagnose sind immer weiterführende Untersuchungen nötig. Im Falle von Down-Syndrom und anderen Chromosomenbesonderheiten kommt man um risikoreiche invasive Diagnostik durch z.B. Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese nicht herum:

Amniozentesen werden wegen dem dann niedrigeren Fehlgeburtsrisiko in der Regel erst ab der 15. Schwangerschafswoche gemacht (endgültiges Ergebnis nach etwa 2 Wochen), Chorionzottenbiopsien ab der 11. Schwangerschaftswoche (Ergebnis ebenfalls nach ein bis zwei Wochen, zum Teil wird bei auffälligen Befunden noch zur Absicherung eine Amniozentese angeraten, weil es eben doch auch sein kann, dass Chorionzotten und Kind genetisch nicht identisch sind). Beide Untersuchungen bergen das Risiko einer Fehlgeburt, statistisch gesehen ist es bei der Chorionzottenbiopsie höher als bei der Amniozentese. Wie man es auch dreht und wendet: Eine Diagnose bekommt man keinesfalls in der 12. Woche, sondern allenfalls eine Verdachtsdiagnose (man bekommt Wahrscheinlichkeitswerte von z.B. 1:974 oder 1:59 o.ä., nach denen dann über weiterführende Untersuchungen mit hoher diagnostischer Sicherheit entschieden werden kann). Ein Ergebnis mit nahezu 100prozentiger Sicherheit liegt dann erst in der etwa 15., 16., 17. Woche vor. Früher nicht.

3. Ihr kurzer Abriss darüber, was Down-Syndrom ist, ist mehr als dürftig. Verständlicherweise ist der Platz in einem solchen Artikel begrenzt, jedoch sollte die Möglichkeit bestehen, als Interessierte/r mehr darüber zu lesen als „Das Down-Syndrom wird durch das dreifache Vorhandensein des Chromosoms 21 (Trisomie) hervorgerufen. Zu den Symptomen zählen eine geistige Behinderung, Missbildungen an Herz und Nieren und eine Schrägstellung der Lidachsen.“ Schon allein weil diese Informationen im Grunde keinen wirklich informativen Gehalt haben und eine mehr als eingeschränkte Sichtweise auf das Thema Trisomie 21 erlauben, wäre z.B. ein Link zu einer Seite über Down-Syndrom angebracht gewesen.

Von einem Spiegel-Artikel hätte ich einiges mehr an Qualität, aber auch an Quantität erwartet, sodass ich mein Feedback mit einer Empfehlung schließen möchte: Für einen ersten Überblick, der gegebenenfalls dabei helfen könnte, weitere Artikel, die die angesprochenen Themen berühren oder behandeln, etwas konkreter und vor allem sachlich genauer und aktueller zu gestalten, kann die Lektüre folgender Artikel möglicherweise sehr hilfreich sein:

Double-Test
http://de.wikipedia.org/wiki/Double-Test

Nackentransparenzmessung
http://de.wikipedia.org/wiki/Nackentransparenz

Down-Syndrom (Trisomie 21)
http://de.wikipedia.org/wiki/Down-Syndrom

Mit freundlichem Gruß
Sabine Maurer

Ich bin mit einer Veröffentlichung meines Leserbriefes einverstanden.

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Re: Bluttest z. Feststellung Behinderung, nicht Triple

Antwort von uli_s am 12.11.2005, 19:48 Uhr

Nein, Sabine, es geht nicht um's Ersttrimester-Screening. Das war nur das einzige, was dem Autor des Spiegel-Artikels dazu eingefallen ist, nachdem er die Originalarbeit gelesen -aber nicht "gerafft"- hat.

Zitiert wurde: Malone, F. et al, 2005, First-Trimester or Second Trimester Screening, or Both, for Down’s syndrome, New England Journal of Medicine 353, 2001-11.

Und bei der neuen Methode geht es um das "Both". Es handelt sich um einen wichtigen Teilaspekt der amerikanischen FASTER-Studie, der nicht nur im "Spiegel" fehlinterpretiert wurde, sondern, was schlimmer ist, auch im "Deutschen Ärzteblatt" vom 11. November.

Viele Grüße

Uli

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Re: Bluttest z. Feststellung Behinderung, nicht Triple

Antwort von S_A_M am 12.11.2005, 20:20 Uhr

Hallo Uli!

Danke für den Hinweis!!! Serumuntersuchung und Halsvermessung, das hat sich wirklich ganz, ganz stark nach Nackentransparenzmessung und Double-Test (in Kombination = First-Trimester-Screening) angehört, zumal es ja auchnoch um die 11., 12. Woche ging. Naja, egal. Eigentlich freue ich mich sogar trotzdem darüber, den Brief angeschickt zu haben, selbst wenn er den Punkt nicht ganz trifft :o) Denn so merken sie hoffentlich, was sie da für einen seltsamen Artikel veröffentlicht haben: Inhaltlich fehlerhaft aufgrund falscher Quellenauslegung und für die LeserInnen (dadurch) nicht verständlich. Wichtig ist mir letztlich, dass was immer daran nun neu sein soll, es nach wie vor einen Suchtest mit Wahrscheinlichkeitsergebnis ist und keine diagnostische Untersuchung. D.h. wer größtmögliche Gewissheit haben möchte über eine Trisomie 21 bei seinem Kind kommt nach wie vor um eine invasive und damit risikoreiche Untersuchung nicht herum. Und bis das nicht anders wird, ist keine Neuerung eine wirkliche Neuerung. Daran wird zwar seit Jahren gearbeitet, aber der Durchbruch steht jedoch noch aus...

Liebe Grüße
Sabine

P.S. Bist du zufällig der „Babyfrosch“- Uli S.? Wenn ja, weißt du, was ich damit meine ;-), wenn nicht, ist das ja nicht weiter wichtig :-)

P.S. Für alle, die das Thema „Amniozentese“ interessiert: Dass invasive Diagnostik Fluch wie Segen sein kann, habe ich heute in einer „Eltern“-Zeitschrift von 1997 gelesen, die ich in einem Berg von „unerledigten Sachen“ ;-) gefunden habe:

„Schon lange bevor ich schwanger wurde, habe ich mich mit dem Gedanken an ein behindertes Kind auseinander gesetzt. ... Unser ungeborenes Kind hatte eine Wassereinlagerung am Hinterkopf und Hals. ... Drei Wochen vergingen, bis sich der schlimme Verdacht bestätigte. Drei Wochen, in denen ich meinen Bauch nicht mehr berühren konnte. Ich wusste: Ich kann nicht ausprobieren, ob ich mit dieser Behinderung zurechtkomme. Wenn das Kind da ist, muss ich es können. ... Wir haben nein gesagt. Der Abbruch fand in der 15. Woche unter Vollnarkose statt, so früh, dass ich das Kind nicht gebären musste. Unseren Entschluss habe ich bis heute nie in Zweifel gezogen. Ich habe nicht aus einem vagen Gefühl heraus entschieden, sondern wir waren und sicher, dass wir das nicht schaffen würden.“ (Adelheit, 34, Abbruch in der 15. Schwangerschaftswoche, zitiert aus der „Eltern“-Zeitschrift, 01/1997, Seite 137)

„Ich wollte die Fruchtwasseruntersuchung, weil ich mir ein Leben mit einem behinderten Kind nicht zutraute und mich endlich in Sicherheit wissen wollte. Dass das Ergebnis tatsächlich auf eine Behinderung hinweisen konnte – diesen Gedanken schob ich beiseite. Down-Syndrom. Diese Feststellung traf mich wie ein Schlag. Einen Tag Bedenkzeit. Ich war zu keinem klaren Gedanken fähig. In der 19. Woche brachte ich bei vollen Bewusstsein das tote Kind zur Welt. ... Nie hätte ich gedacht, dass mich ein Abbruch so mitnehmen würde. Dass ich nicht verrückt geworden bin, liegt nur daran, dass ich mir von Anfang an gesagt hatte: Kein behindertes Kind! Aber eine durchdachte Entscheidung habe ich nicht getroffen. Hätte ich mich früher mit dem Gedanken an ein behindertes Kind auseinander gesetzt, wäre mir klarer geworden, wovor ich mich fürchtete und warum ich mich gegen das Kind entscheide. So musste ich mir im Nachhinwein i mehreren Sitzungen mit einer Therapeutin klarmachen, warum es für mich nur diese Lösung gab“ (Verena, 42, Abbruch in der 19. Schwangerschaftswoche, zitiert aus der „Eltern“-Zeitschrift, 01/1997, Seite 136 bis 137)


„Rein theoretisch stand für mich immer fest: Ich würde niemals ein Kind abtreiben, auch kein behindertes. ... Ich brauch mein Tabu: Damit alle ganz genau wissen, dass mein Kind gesund ist, willigte ich in eine Fruchtwasseruntersuchung ein. ... Von diesem Augenblick an traf ich alle Entscheidungen gegen meine Gefühle. Ich heulte beim Vorgespräch („Ich brauche das nicht, weil ich nicht abtreibe!“), ich heulte, während das Fruchtwasser über die Nadel abgesaugt wurde („Das Kind bleibt immer mein Kind!“). Die Ärzte und Schwestern sagten, ich würde Sicherheit bekommen. Sicherheit! Das klingt so, als ob die Amniozentese eine Vorbeugemaßnahme wäre. 14 Tage später stand fest, dass mein Kind mit Sicherheit behindert sein würde. Trisomie 21, Down-Syndrom. Svens Nein war eindeutig. Ich sollte entscheiden. ... Ich bekam Angst: Ich hatte noch zwei Kinder. Könnte ich ihnen weiterhin gerecht werden? Meine Ärztin du der Genetiker warnten mich, daran zu denken. Und an die möglichen Spätfolgen der Behinderung, Operationen, Therapien. Ein Wochenende zur Entscheidung. Ich suchte einen Anwalt für das Kind. Jemand sollte es beschützen, weil ich das nicht mehr konnte. Ich rief im Keller hockend den Pastor an (die Kinder sollten nichts mitbekommen). Wählte die Nummer einer Selbsthilfegruppe für Eltern behinderter Kinder. Keiner da. Als ob es so sein sollte. In der 20. Woche sagte ich meinem Kind, dass ich es nicht mehr beschützen könne. ... Wehenmittel wurden mir über einen Ballon in die Gebärmutter geblasen. Kreislaufzusammenbruch, Schocklage, Infusionen, Blasenkatheter, Schmerzen, Schmerzmittel, Zittern, Valium, zwölf Stunden. Ich hielt mich nur an einem Gedanken fest: „Ich tu` das ganz allein für meine Familie!“ Die Austreibung blieb meinem Bewusstsein erspart, weil ich nach dem Blasensprung eine Vollnarkose bekam. Es war ein Junge. Sven sah ihn, ihm wurde bewusst, dass er ein Mensch war. Ich sah ihn am nächsten Morgen in einer Plastikdose. Winzig. Wie ein Prinz von einem anderen Stern. Unser Sohn. Noch im Krankenhaus bekam ich einen Milcheinschuss und eine Brustentzündung. Wir durften unseren Sohn beerdigen. ... Er hat einen Namen und einen Grabstein. Wir besuchen ihn oft. Ich habe getan, was ich nie wollte. Monatelang ertrug ich keine Dunkelheit. Meine Entscheidung gegen das Kind empfand ich als Schwärze und Dunkelheit. Ich schlief bei voller Beleuchtung – wenn ich schlief. Trauer konnte ich mir nicht erlauben. Schließlich hatte mir nicht irgendein Schicksal mein Kind genommen. Ich hatte es mir genommen. In mir war nur Schuld. ... Kategorie wie gut/schlecht oder gesund/krank wurden mir zuwider. Ich war ständig krank. Sven stand zu seiner Entscheidung, obwohl ihn der Blick auf unseren Sohn erschüttert hatte: „Es gibt kein Zurück“, sagte er. Aber er ist es, der oft zum Friedhof fährt und das Kindergrab pflegt. Es war falsch, dass ich nicht zu meinen Gefühlen gestanden habe. Ganz sicher hatte das mit meiner schlechten Verfassung zu dieser Zeit zu tun. Und damit, dass mich diese Untersuchung überrumpelt hatte. Ich habe viel zu spät drüber nachgedacht, was eine Amniozentese bedeutet. Dass man – bevor man sich dazu entscheidet – beide Möglichkeiten bedenken muss: Das Kind kann gesund, es kann aber auch krank sein! Ich wünschte, ich hätte mir Zeit genommen, mich mit dem Gedanken an eine Behinderung auseinander zu setzen, darüber zu lesen, vielleicht mit betroffenen Eltern zu sprechen. Aber ich dachte nur daran, eine Bestätigung zu bekommen, dass mein Kind gesund ist. Kira hat alles mitbekommen. Es muss sie sehr gekränkt haben. Sie wollte diesen Bruder. Sie hatte mir vor der Abbruch ein Buch über ein Kind mit einer behinderten Schwester hingelegt. Kira war der Anwalt des Ungeborenen, nach dem ich mich gesehnt hatte. Ich habe es damals nicht gesehen. Jetzt, drei Jahre später, bin ich wieder in der 21. Woche. Kira hat sich lange nicht gefreut.. Sie wartet, ob dieses Kind bleibt. Erst in den letzten Tagen hat sie ein kleines bisschen Freunde gezeigt. Wahrscheinlich, weil mein Bauch weiterwächst. (Lena, 39, Abbruch in der 20. Schwangerschaftswoche, zitiert aus der „Eltern“-Zeitschrift, 01/1997, Seite 134 bis 136)

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Ja, bin einer von den Fröschen ;-) -kwt-

Antwort von uli_s am 12.11.2005, 21:14 Uhr

kt

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Re: Neu: Blut-Untersuchung zur Trisomie 21-Erkennung

Antwort von fiore 1, 6. SSW am 13.11.2005, 9:07 Uhr

ups, jetzt bin ich ganz verwirrt, war letzte Woche bei meiner FÄ, die hat mir gesagt das wir zwischen der 11. und 12. Wochen die Nackenfaltenmessung machen und dann noch zwei verschiedene Blutwerte messen.. wenn die ok sind kann man ausschließen das das Kind an einem Downsyndrom leidet.... und natürlich auch keine anderen Krankheiten hat.... kann ich das jetzt doch nicht glauben???? Liebe Grüße

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Re: Kleine Info, wie solche Zeitungsmeldungen zustandekommen

Antwort von Bonnie am 13.11.2005, 11:58 Uhr

Hallo Uli und Ihr anderen,

die Meldung über das neue Testverfahren stammt aus der großen, überregionalen Zeitung, bei der ich selbst als Redakteurin gearbeitet habe. Solche Meldungen denken wir bei der Zeitung uns ja nicht aus ;-), sondern es handelt sich hier um Agenturmeldungen von der dpa oder einer anderen großen Agentur. Wir als Redakteure haben nicht die Möglichkeit, solche Meldungen nachzuprüfen. Es sei denn, wir würden uns nun tagelang damit befassen, was bei einer Tageszeitung, wo täglich hunderte Meldungen eingehen, zeitlich und personell nicht möglich ist.

Nachrecherchieren und nachprüfen können nur Fachzeitschriften (Ärzteblatt) oder Wochenjournale wie der Spiegel so etwas, denn hier wird viel mehr Personal und Zeit für ausgiebige Recherchen zur Verfügung gestellt, und das Prinzip eines solchen Journals ist ein anderes: Hier geht es gerade um Berichte, die in die Tiefe gehen - was bei der Tageszeitung nicht möglich ist.

Liebe Grüße,

Bonnie

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Re: Bluttest z. Feststellung Behinderung, nicht Triple

Antwort von uli_s am 13.11.2005, 12:32 Uhr

Liebe Fiore,

tut mir Leid, Dir das sagen zu müssen, aber entweder hat Deine Frauenärztin Dich nicht richtig informiert, oder Du hast da etwas falsch verstanden. Die Untersuchung mit der Nackenfaltenmessung und der Blutentnahme nennt sich Ersttrimester-Screening. Es lassen sich aufgrund der Messergebnisse Risiken für bestimmte Chromosomenanomalien, eigentlich nur für die Trisomie 21, berechnen. Ausgeschlossen werden kann mit dieser Untersuchung absolut gar nichts. Sie kann allerhöchsten solchen Frauen eine Entscheidungshilfe bei der Frage geben, ob sie das Risiko einer echten Diagnostik (meist Fruchtwasseruntersuchung) eingehen sollten oder nicht. Auch dies gilt wiederum für Mütter, die nach auffälligem Befund bei der Chromosomenanalyse als Konsequenz einen Abbruch ins Auge fassen würden.
Stell bitte Deine Frauenärztin noch einmal vor die Frage, ob sie ihre Hand dafür ins Feuer legen würde, dass ein unauffälliges Ergebnis nach dieser Untersuchung einen normalen Schwangerschaftsverlauf mit der Geburt eines gesunden Kindes garantiert. Sie wird es nicht tun. Falls doch, sollte sie ihre Approbation abgeben.
Sorry, das ist leider so.

Zum "Leiden" von Kindern mit Down-Syndrom:
Es handelt sich um ein genetisches Syndrom und nicht um eine Krankheit. An Krankheiten leiden Menschen üblicherweise, aber nicht an einem Syndrom, es sei denn, es ist direkt mit einer Erkrankung verbunden. Natürlich leiden auch Menschen mit einem Down-Syndrom, z.B. bei einer Erkältung, einem Schnupfen, etc., eben genau wie jeder andere Mensch oder wie Du.

Viele Grüße

Uli

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Re: Neu: Blut-Untersuchung zur Trisomie 21-Erkennung

Antwort von S_A_M am 13.11.2005, 12:42 Uhr

Guck mal auf http://www.ericmagnus.de Ein süßer Fratz, dessen Nackentransparenz ebenso wie die Blutwerte seiner Mama völlig im Normbereich lagen - und der dann natürlich ;-) ganz überraschend mit einer Freien Trisomie 21 (der häufigsten der vier Formen von Down-Syndrom) geboren wurde. War übrigends auch nur kurz ein "Weltuntergang" ;-)

Eine Trisomie kann man eben nicht durch Ultraschall und (noch) nicht durch eine Untersuchung des mütterlichen Blutes erkennen. Frag deinen Arzt nochmal danach und wenn er dir was anderes einreden will, such dir vielleicht besser einen anderen.

Liebe Grüße
Sabine

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Re: Ja, bin einer von den Fröschen ;-) -kwt-

Antwort von S_A_M am 13.11.2005, 12:46 Uhr

Hey, prima, dass du auch in anderen Foren schreibst :-) Find` ich super!!

Liebe Grüße
Sabine

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@Bonnie

Antwort von uli_s am 13.11.2005, 12:55 Uhr

Hallo, Bonnie,
klar, das verstehe ich, es sei denn, eine medizinische Redaktion würde eine solche dpa-Meldung reinbekommen. Die Quelle war ja angegeben. Dann hätte man ja schnell feststellen können, wobei es sich bei der zitierten Studie tatsächlich gehandelt hat, nämlich um einen Vergleich aller gängigen Screeningverfahren in einer amerikanischen Population, bei dem ein ganz anderes Ergebnis herauskam, als es in der Meldung angegeben wurde.
Mich hat am meisten irritiert, dass diese Studienergebnisse selbst im Deutschen Ärzteblatt als Zusammenfassung verzerrt dargestellt wurden, teilweise sogar so falsch, dass man den Eindruck haben konnte, der Redakteur hätte die Studie überhaupt nicht gelesen. Als Schlusssatz schreibt er dort etwa: "Das Risiko steigt zwar erst ab dem 35. Lebensjahr deutlich an. Die meisten Fälle treten aber bereits unterhalb dieser Altersgrenze auf". In der Studie selbst traten dagegen 70% aller Fälle mit Trisomie 21 bei Frau über dem 35. Lebensjahr auf; dafür gab es sogar eine eigene Tabelle. Also, ich muss schon sagen!!!
Ich habe einen Leserbrief an das DÄ geschrieben und hoffe, dass er akzeptiert wird.
Liebe Grüße
Uli

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Re: Neu: Blut-Untersuchung zur Trisomie 21-Erkennung

Antwort von fiore 1, 6. SSW am 13.11.2005, 17:01 Uhr

ok.... danke..... werde sie nochmals darauf ansprechen.....

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Re: @Uli nochmal

Antwort von Bonnie am 14.11.2005, 9:55 Uhr

Hallo Uli,

gut, dass Du da hingeschrieben hast. So ein Feedback ist wichtig, der betreffende Redakteur wird beim nächsten Mal genauer sein. Am besten ist es immer, an den Chefredakteur zu schreiben. Diese Leserbriefe werden nämlich genauestens wahrgenommen, und der betreffende Redakteur darauf angesprochen, was natürlich peinlich ist.
Bei großen Zeitschriften multipliziert man eingehende Leserbriefe mit 1000. Das heißt, man geht davon aus, dass von 1000 unzufriedenen Lesern einer sich die Mühe macht zu schreiben. Daher wird jeder Leserbrief (schon aus geschäftlichen Gründen) sehr ernst genommen. Und zwar nicht als Einzelfall, sondern als Meinungsäußerung einer recht großen Zahl von schweigenden Lesern.

Wenn solche Journale falsch berichten, ist das nämlich wirklich ein schwaches Bild, denn DIE haben den Anspruch und die Möglichkeit, zu solchen Themen gründlich zu recherchieren.

Grüßle,

Bonnie

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