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Geschrieben von IgelMama am 14.11.2006, 13:15 Uhr

Partner mit Depressionen

Auch hier im Forum mein Beitrag,weil es meinen Mann betrifft,den ich sehr liebe und ich auch gerne ein paar "männliche" Sichtweisen hätte:

Mein Mann hat seiner einiger Zeit eine Depression (Bipolar-affektiv,von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt),worunter leider seit knapp 3 Wochen auch unsere Ehe leidet,weil er kaum noch jemanden an sich ran läßt und er momentan fast emotionslos ist,er lacht kaum,zieht sich sehr viel zurück,will für sich sein,dann will er plötzlich wieder raus,am besten gleich an jedem Abend in der Woche,bleibt die halbe Nacht auf und versucht,nicht zu schlafen.Dann leigt er wieder nur im Bett und sagt,er weiß nicht,wie es weiter gehn soll,er will keine Pläne,keine Zukunft,nicht nachdenken.Am nächsten Tag wieder steht er auf und renoviert ein Zimmer,was über ein halbes Jahr immer aufgeschoben hat,es ist ein hin und her.

Leider will er sich nicht behandeln lassen und je mehr ich zurede,um so mehr,zieht er sich von mir zurück,diese Taktik habe ich also aufgegeben.
Anfangs dachte ich noch,die Probleme lägen in unserer Beziehung und hab mir viel Schuld gegeben,daß er so ist wie er ist.

Ein Anruf von mir heute morgen beim Krisentelefon allerdings holte mich aus meinen Schuldgedanken wieder raus,ich soll das als eine Erkrankung sehn und nicht als Absicht von meinem Mann,daß er sich so lieblos gegenüber mir verhält und sich von den meisten Freunden zurückgezogen hat.Seine Krankheit verhindert,daß er rational denken kann.

Nun weiß ich nicht,wie ich damit umgehn soll,ich soll ihm ein wenig Zeit geben,ihn nicht bedrängen,nicht vollreden,sondern nur da sein,wenn er mich braucht.
Natürlich will ich für ihn da sein,ich liebe ihn ja und für seine Depression kann er nichts.Aber ich hab wahnsinnige Angst,daß es so bleibt wie es ist,es zerrt sehr an mir.

Von bekannten und Verwandten kommen momentan nur Sprüche wie,geh mit ihm zum Arzt.Aber die können sich gar nicht vorstellen,wie das ist,wenn jemand überhaupt nicht mitgehn will,weil er die Notwendigkeit nicht einsieht und dann abblockt und sich immer mehr abwendet.

Bitte jetzt keine Tips,wie z.B. trenne dich o.a., man läßt nicht jemanden im Stich,den man liebt und der momentan aufgrund Krankheit nicht er selbst ist.
Aber große Bitte um Tips,um Rat,was kann ich tun und/oder was sollte ich am besten unterlassen.

Tschau IgelMama

P.S. der Depression ist ein Bruch seinerseits aus vorrausgegangen mit seiner Familie (Mutter,Tante u.a.) und ein Vertrauensbruch seitens seines eheml. besten Freundes.Und leider gabs (gibt es auch ein paar Eheprobleme (aber eben solche,die man normalerweise gut in den Griff bekommen würde).
Seine Arbeit haßt er,aber er weiß,wenn er nicht hingeht,ist er entlassen,aber sein Chef hat sich schon lauthals beschwert,daß er in letzter Zeit Fehler macht,unkonzentriert ist,er geht nicht mit zum Weihnachtsessen (weigert sich) usw. und er verschläft häufig in letzter Zeit,erfindet Ausreden,um später zu kommen oder eher zu gehen.Vor einer Krankschreibung hat er Angst,weil sein Chef ein A..... ist.

 
1 Antwort:

Re: Partner mit Depressionen

Antwort von CoolMan am 14.11.2006, 14:56 Uhr

ganz gewiss werde ich dir nicht dazu raten, deinen ehepartner zu verlassen nur weil er gerade mal nicht so "funktioniert" wie es wünschenswert wäre.

auch wenn sich die situation bei mir bzw. mir und meiner frau anders verhält, kann ich nachvollziehen in welcher beklemmnis du gerade steckst. du wirst sehr viel geduld haben müssen, gerade weil er selbst noch nicht begriffen hat, dass er erkrankt ist. dazu kann ich dir nur raten im kontakt zu den ärzten zu bleiben damit sie wenigstens aus deinen berichten erkennen können, inwieweit sich sein zustand verändert, besser oder schlechter wird.

geh auf ihn ein, wenn er es zuläßt, lass ihn in ruhe, wenn er für sich sein möchte. aber lass ihn niemals ganz aus den augen. wie du schon geschrieben hast kann sich sein gemüt von einer minute zur anderen ändern. wenn du auf ihn eingehst, versuch den mittelweg zu finden. sei einfühlsam, aber lass dir nicht restlos alles gefallen. trotz allem bist kein fussabtreter und sollst es auch nie werden.

ich würde mich auch an therapeuten wenden. sie können dir auch mit rat und tat zur seite stehen, dir tipps geben, wie du deinen mann schritt für schritt dazu bewegen kannst die hilfe anzunehmen.

was ihn belastet (familie/sein ehemaliger freund, freunde die sich einmischen wollen) halt ihm vom hals.

zu guter letzt ein wort zur arbeit deines mannes. und ich spreche/schreibe jetzt erst mal als arbeitnehmer... eine arbeit, die einem nicht liegt, die einem magenschmerzen bereitet, die dazu führt, dass sich alles innere gegen die tatsache streubt, jetzt arbeiten zu müssen...macht auf dauer krank. es zerfrisst einem die seele und die folge sind nicht nur psychische erkrankungen, sondern daraus können noch ganz andere langwierige dinge entstehen.

als chef/arbeitgeber (bin selbständig) sehe ich nur, dass die leistung abfällt, die fehlerrate steigt rapide an, im schlimmsten fall wird ein solcher arbeitnehmer für die firma untragbar. leider leben die meisten vorgesetzten nach dem motto, das jeder ersetzbar ist. ich persönlich setze lieber auf langjährig angestellte und greif ein, wenn sich irgendwo ein derartiger einbruch andeutet.

da du aber selber schreibst, dass der chef eine gesässvioline ist (um es mal charmant zu formulieren) kann ich nur raten, seht zu, dass er da wegkommt. setzt euch zusammen hin, schmeisst das internet an und sucht eine neue arbeitsstelle für ihn.

ansonsten kann ich dir nur sehr sehr sehr viel geduld wünschen und jede menge stahlseildicke nerven.



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