alicebrown
Muss mich heute mal mit einem großen Problem an euch wenden. Wichtig zu wissen ist, dass meine Mutter seit meiner Kindheit unter starken Depressionen leidet, mit regelmäßigen Suizidversuchen und Klinikaufenthalten. Sie gibt an ihrer Krankheit allen aus der Familie Schuld, aber hauptsächlich uns Kindern. Daraus resultiert auch eine völlig übersteigerte Erwartungshaltung an uns, nach dem Motto: "Ich habe meine Gesundheit und mein Leben für euch geopfert, also müsst ihr jetzt alles machen, was ich will." Tut man das nicht, ist man ein mieser Egoist. Sie hat auch zu den meisten in der Familie den Kontakt abgebrochen, bzw schreibt diesen Leuten dann regelmäßig böse Hassbriefe oder E-Mails etc...Manchmal kommt es auch zu Anrufen dieser Art. Ich bin eine der wenigen, die es geschafft hat, über die Jahre den Kontakt zu ihr zu halten und Streitgkeiten nach Möglichkeit abzuwenden, bzw ihren Wünschen soweit nachzukommen, wie es in meinen Grenzen möglich ist, vor allem, weil ich einen 11-jährigen Bruder habe, der noch bei ihr lebt. Seit ich schwanger bin, wird meine Mutter immer fordender, meldet sich eigentlich täglich bei mir und wirft mir vor, dass ich mich zu selten melde. Mein Mann und ich haben uns entschieden, dass wir nach der Geburt erstmal keinen Besuch möchten, also von niemandem, bis wir uns eingelebt haben und uns als kleine Familie gefunden haben. Damit kommt meine Mutter natürlich gar nicht klar. Gestern kam das Thema nochmal auf den Tisch und ich bin halt nicht bereit, auf ihre Wünsche einzugehen. Jetzt will sie nichts mehr mit mir zu tun haben, textet mich aber weiter auf allen Kanälen zu und versucht, mich über Schuldzuweisungen doch noch zum Einknicken zu bringen. Ich ignoriere das und geh nicht darauf ein. Auch wenn ich weiß, dass ich "im Recht" bin, tut sie mir trotzdem Leid. Sie versteht halt auch nicht, dass das Besuchsverbot sich nicht gegen sie persönlich richtet, sondern dass das für alle Personen "verhängt" wurde. Ich weiß auch, dass sie durch ihre Krankheit so irrational handelt, aber es fällt mir schwer, hart zu bleiben und nicht auf ihre Vorwürfe einzugehen. Ich bin wegen dieses schwierigen Verhältnisses auch schon seit meiner Jugend in Therapie. Davon abgesehen, läuft mein Leben wirklich gut und nach meiner Vorstellung. Ich bin irgendwie auch erleichtert, aber der Kontaktabbruch bedeutet halt leider trotzdem nicht so richtig Ruhe vor ihren Psychoschüben. Brauch eigentlich auch gerade nur ein bisschen Zuspruch, mein Mann kommt erst später wieder und meine Therapeutin sehe ich erst morgen..
Ich kenne ähnliches von meiner Mutter. Meine Therapeutin fragte immer: Wer ist das Kind und wer ist die Mutter? Du bist für dein Leben und das deines Kindes verantwortlich und nicht für das deiner Mutter. Sie ist alt genug. Klingt wirklich egoistisch, ist aber so. Bleib hart, du schaffst das :) anders würde es dich vielleicht oder gar sicher wieder zurück werfen und du würdest dich schlecht fühlen :) NUR MUT :)
Danke. :) Ich weiß das ja auch. Und ich finde es auch eher egoistisch von ihr, wenn sie erwartet, dass mein Mann und ich unsere Bedürfnisse in Bezug auf die ersten Stunden und Tage nach der Geburt unseres 1. Kindes ihren Bedürfnissen unterordnen sollen. Es ist einfach zum Kotzen, wenn man einen "Erwachsenen" gegenüber hat, zu dem man mit vernünftigen Argumenten nicht durchkommt. Mit einem 2-jährigen Kind in der Trotzphase ein vernünftiges Gespräch führen zu wollen, hätte ungefähr genausoviel Sinn. Das fällt mir nach all den Jahren immer noch schwer zu akzeptieren. Und obwohl ich weiß, dass sie eine liebe Oma wär, würde mein Kind auf Dauer auch in ihre Scheiße mit reingezogen werden und das ist das Letzte, das ich möchte.
Ja, das kann ich absolut nachvollziehen. Meine handelt auch immer wie ein Kind und wir sollen immer ihren Karren aus dem Dreck ziehen, machen wir das nicht, sind wir die Bösen. Hat mich viel Arbeit und Ausdauer und Konsequenz gekostet da raus zu kommen. Ich bin froh das ich innerstädtisch halbwegs weit aus ihrem Kreis weg gezogen bin. Steh für dich und deine Bedürfnisse ein bzw. für die deiner eigenen Familie und hab ein Auge darauf, dass dein Kind nicht zu sehr beeinflusst wird. Ich meine das nicht böse, ich hab das ja auch noch vor mir mit meiner Mutter, aber ich will nicht, dass mein Baby hinterher auch so verkorkst ist.
Meine Mutter wohnt zum Glück 500km von mir entfernt und hat wenig Geld, kann sich also auch nicht mal eben eine Fahrt durch ganz Deutschland leisten. Achja. In solchen Momenten wünsche ich mir echt immer wieder, sie wäre abgehauen, als ich noch klein war. Dann hätte ich jetzt zwar auch Probleme, aber wenigstens kein verrückte Mutter, die mir Vorwürfe macht.
Ich kann sowas nicht verstehen weil ich eine normale mutter habe aber bleib hart. Du musst für dein kind jetzt sorgen es beschützen. Und wenns auch schlimm klingt auch vor deiner mutter schützen. Du machst das richtige gib nicht nach egal wie krank deine mutter ist irgendwie müssen alle unsre mütter unsre entscheidungen akzeptieren dass ist auch bei gesunden mütter wie meiner auch nicht immer einfach wo man sagen muss: wir wollen das so du hast deine entscheidungen bei uns getroffen ,wir jetzt bei unsre kinder akzeptirs oder da die tür. und das ist nicht egoistisch. Nur weiter so.
Halte durch...gerade das Wochenbett ist eine sehr sensible Zeit und keiner kann die gestohlenen Momente zurück geben... Lass sie erst wieder zu dir wenn du dich stark genug fühlst. Lass dich wirklich abschirmen von allem was negativ ist! LG
Hallo, fühl dich mal gedrückt. Ich kann dich gut verstehen. Meine Eltern sind auch so verkorkst und ich habe momentan gar keinen Kontakt. Nicht schön, gerade für meine Kinder, für die ich mir Großeltern wünschen würde. Aber meine Mutter hat gar kein Selbstwertgefühl. Traut sich weder zu telefonieren noch Geld abzuheben, geschweige denn irgendwelche Termine beim Amt oder Formulare auszufüllen. Mein Vater hat sie und uns immer klein gemacht. "ihr Weiber seid zu allem zu blöd " war sein lieblingsspruch. Dabei kann er selbst nicht mal eine SMS schreiben. Weis aber immer alles besser. Geht es nicht nach seinem Kopf, wird er total jähzornig. Meine Mutter leidet unter ihm, kann aber ohne ihn auch nicht. Er ist früher oft fremdgegangen. Ich hab das als Kind direkt mitbekommen.Aber trennen kann sie sich trotzdem nicht. Ist ist schwer depressiv, redet oft von Selbstmord. Hilfe nimmt sie nicht an. Ist im Januar trotz Schlaganfall aus dem Krankenhaus abgehauen, hat Behandlung verweigert. Haben auch ständig geldsorgen, weil mein Vater nicht damit umgehen kann. Fast jeden Monat pumpt er meine Schwester an,weil er weiß von mir gibt es nicht mehr. Aber hinter dem Rücken ist sie die 'doofe', die nix für die Familie übrig hat und aus geldgeilheit nur arbeiten geht. Er hat auch bei mir viele Dinge gemacht, würde aber hier den Rahmen sprengen. Nur kurz zum Beispiel, wollte er mein erstes Kind nicht sehen, weil ich vor der Geburt nicht verraten habe, ob junge oder Mädel. Oder hat nicht mehr mit uns geredet und saß Weihnachten allein Zuhause, weil ich mit einem neugeborenen (8tage alt) nicht zu seinem Geburtstag gekommen bin, wo viele Raucher in der Wohnung saßen... Ich weis es ist schwer und einen richtigen Rat kann ich dir nicht geben. Aber für mich war der Kontaktabbruch richtig. LG
Danke euch allen für eueren Zuspruch. Das Gespräch mit meiner Psychologin hat mir auch gut getan und mich darin bestärkt, keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter zu haben. Das wird jetzt noch eine Weile schwer sein und ich werde mir eine neue Telefonnummer zulegen müssen, mich bei Facebook abmelden etc, damit sie keine Möglichkeit mehr hat mich zu terrorisieren. Irgendwann werden wir ja auch in eine größere Wohnung umziehen und spätestens dann hat sie keine Möglichkeit mehr mich zu erreichen. Ich muss jetzt einfach erstmal versuchen, mich nicht mehr so aufzuregen, das tut meinem Baby nicht gut. Und das ist jetzt erstmal das Wichtigste.
Auch wenn es schwer fällt, kann es der richtige Weg sein.Du musst jetzt an dich und deinen krümmel denken.