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Schnuller
Evgeniy Kalinovskiy

Dabei spielt dein Alter eine wichtige Rolle. Junge Kinder haben ein natürliches Bedürfnis, an etwas zu nuckeln, zum Beispiel, um sich zu beruhigen.

Babys, die keinen Schnuller haben, nuckeln daher auch mal an ihrer Hand oder schieben die Zunge zum Nuckeln zwischen die Zahnleisten. Laut Statistik nuckeln sogar 80 % der Dreijährigen noch. Sehr beliebt sind der Schnuller - der übrigens kein Muss ist, sondern besser nur in Notfällen als Tröster dient - Trinkfläschchen, Daumen, Tücher oder auch Plüschtiere.

Problematisch und oft auch für die Mütter belastend wird die Nuckelei, wenn du nicht mehr ohne klarkommst. Also ständig an Mamas Brust oder am Fläschchen nuckeln willst. Dann ist es sinnvoll, deinem Kind das Dauernuckeln sanft, aber konsequent abzugewöhnen. Zugegeben, das ist häufig anstrengend für beide Seiten. Da hilft es, wenn du dir immer wieder vor Augen führst, dass du deinem Baby und dir selbst trotzdem einen Gefallen tust.

Mamas Brust ist nur zum Stillen da

Neugeborene oder junge Säuglinge benötigen auch nachts ihre Stillmahlzeit(en). Da spielt also wirklich der Hunger mit. Später aber ist das regelmäßige nächtliche Trinken reine Gewohnheit. Ein Kind im zweiten Lebenshalbjahr braucht nachts keine Mahlzeit mehr. Und so gesund das Stillen sonst ist: Dauernuckeln, vor allem nachts, ist schlecht für die Zähne deines Kindes.

Weil das so schön kuschelig ist, gewöhnen sich manche Babys jedoch an, die Brust als Schnullerersatz zu nutzen. Du schläfst zum Beispiel nur an der Brust ein oder verlangst auch dann nach der Brust, wenn du gar nicht hungrig bist. Deinem Kind zu vermitteln, dass du das nicht länger möchtest, erfordert Geduld und Ausdauer. Dein Kind hat sich daran gewöhnt, dass Mamas Brust tröstlich ist oder daran, nachts um eine bestimmte Uhrzeit trinken zu wollen. Die Umstellung geht also nicht von heute auf morgen. Es ist sehr hilfreich, wenn dein Partner dich dabei unterstützt. Er kann es zum Beispiel übernehmen, das Baby zu beruhigen, wenn es sich nachts wieder in den Schlaf nuckeln will. Denn solange du stillst, riecht dein Baby die Milch, wenn du es auf dem Arm hast und will an die Brust. Eine Alternative: Versuche mal, die “Nuckelzeiten” immer weiter zu verkürzen und sich so gleichsam auszuschleichen. Falls du nicht recht weiterkommst, wende dich ruhig an eine Hebamme oder Stillberaterin, um dich Rat zu holen.

Auch das Fläschchen ist kein Spielzeug

Ähnlich, wie Mamas Brust, nutzen Kinder auch das Fläschchen gerne als Nuckel. Hier gilt ebenfalls: Nach dem ersten Lebenshalbjahr braucht dein Kind nachts keine Mahlzeit mehr. Versuche doch mal, ihm statt Milch etwas Wasser zu geben, die Trinkzeit zu verkürzen und sich so auszuschleichen. Tipp: Abends oder gar nachts sollten Kinder generell nichts Süßes bekommen. Das macht sie nur noch “aufgedrehter” und schadet den Zähnen.

Zum Dauernuckel wird das Fläschchen häufig, sobald Kinder es selbst halten können. Zahn- und Kinderärzte raten dringend, Kindern das Fläschchen wirklich nur zu den Mahlzeiten zu geben. Oder um schnell mal etwas zu trinken (wobei es sinnvoll ist, mit dem Umstieg auf die Beikost auch das Trinken aus dem Becher einzuführen). Unter anderem, weil das ständige Nuckeln die Zahnentwicklung beeinträchtigen kann. Viele Getränke, z.B. Apfelsaftschorle, enthalten Zucker oder Zitronensäure (Ascorbinsäure), das fördert die Entstehung von Zahnschäden. Selbst zuckerfreie Getränke gefährden bei ständigem Nuckeln die Zähne. Sie verdünnen den Speichel und spülen ihn von der Zahnoberfläche weg, was die Mineralienversorgung der Zähne gefährdet. Eine Fläschchenkaries kann sich auf den gesamten Organismus auswirken. Mikroorganismen sammeln sich in den zerstörten Zähnen, dem umgebenden Weich- und Knochengewebe. Von dort aus können sie in den Körper gelangen und das Allgemeinbefinden beeinträchtigen.

Altersgerechtes Spielzeug ist eine Hilfe

Dir fällt es leichter, dich das Dauernuckeln abzugewöhnen, wenn du andere Dinge hast, die du mit dem Mund erkunden kannst. Oder auf denen du herumkauen kannst, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Es gibt zum Beispiel Beißringe und andere Spielsachen, die sich dafür eignen. Frag doch einfach auch mal deinen Zahn- oder Kinderarzt um Rat.

Übrigens: Erkläre deinem Kind ruhig immer wieder, warum du ihm zum Beispiel das Fläschchen wegnimmst, wenn es nuckeln will. Das hilft nicht nur dir selbst. Dein Kind wird zwar deine Worte noch nicht verstehen. Es bemerkt aber sehr wohl das Gefühl und die innere Haltung, die bei dir dahinterstehen.

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