Kleine Engel

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Geschrieben von Dreikindmama am 19.02.2010, 14:59 Uhr

Wieder mal so ein Satz...

Hallo,

ich habe hier noch nie über meine Fehlgeburt geschrieben, die ich im März vor 15 Jahren in der 13. Woche hatte, weil ich mich nie getraut habe, sondern habe immer nur still mitgelesen.

Wenn ich jetzt so lese, was ihr euch für Sprüche anhören müsst, möchte ich auch gerne einmal meine Erfahrung euch mitteilen.

Ich habe eine Tochter im Alter von jetzt 16 Jahren. Sie kam als Frühchen in der 30. ssw wegen schwerer Gestose zur Welt. Der Arzt meinte damals, wenn man mit dem Kaiserschnitt noch eine Stunde gewartet hätte, wäre meine Tochter und ich nicht mehr am Leben. Wir hatten aber das große Glück das ganze schadlos zu überstehen.

Als meine Tochter 10 Monate alt war, wurde ich wieder schwanger. Ich wollte immer viele Kinder, den ich liebe Kinder abgöttisch und habe mich riesig gefreut, als ich einen positiven Test in der Hand hatte. Mir war ständig übel und es war nicht einfach, wenn einem ständig übel ist, gleichzeitig ein Baby zu Versorgen. Das war mir aber egal, ich nahm es gerne auf mich. In der 8. Woche bekam ich leichte Blutungen und sollte mich schonen. Ich tat es, so gut es halt ging. In der 13. Woche kam dann das Aus vom Frauenarzt. Das Herzchen von meinem Baby hatte aufgehört zu schlagen. Als ich dies dann ganz traurig meinen Eltern erzählte bekam ich von meiner Mutter den Satz zu hören: Sei froh, denn womöglich hättest du wieder eine Gestose gehabt und wärst daran gestorben. Dieser Satz machte mich traurig.

Es hat dann 2,5 Jahre gedauert bis ich wieder schwanger wurde. Diese Schwangerschaft war anfangs nicht einfach und ich musste wieder wegen Blutungen Bettruhe halten. Ich bat damals meine Mutter, ob sie mich während ich Bettruhe halten muss mit meiner damals 3-jährigen Tochter etwas unterstützen könnte, solange mein Mann auf Arbeit ist. Hilfe kam jedoch keine nur der Satz: Wenn dir etwas passiert und du in der Schwangerschaft stirbst, zeige ich deinen Mann an, weil er dich geschwängert hat. Das war ein Schlag ins Gesicht. Die Geburt meiner 2. Tochter verlief dann auch nicht so prickelnd. Es wurde wegen BEL wieder ein Kaiserschnitt, bei dem man feststellte, dass die Naht an der Gebärmutter bereits handflächengroß aufgerissen war und mir keiner sagen konnte, wie lange schon. Die Ärzte meinten nur, dass ich innerlich hätte verbluten können.

So mutig wie wir dann waren, wurde ich 2,5 Jahre später wieder schwanger, weil wir uns noch ein Kind gewünscht hatten. Der Anfang der Schwangerschaft war wieder nicht rosig und der Arzt gab uns keine Hoffnung auf eine intakte Schwangerschaft und gab mir in der 8. Woche eine Überweisung für eine Ausschabung, da man noch keine Herztätigkeit feststellen konnte. Ich hatte auch in dieser Schwangerschaft von Anfang an Blutungen. Ich sagte jedoch zum Arzt, dass ich noch warten möchte. Der Arzt meinte daraufhin in einem pampigen Ton, dann solle ich eben warten, wenn auch nur eine sehr geringe Hoffnung bestehen würde. Die sehr geringe Hoffnung ist heute 8,5 Jahre alt. Ich habe auch da noch den Spruch meiner Mutter in den Ohren, ich solle doch zur Ausschabung gehen, denn es wäre ihr lieber, wenn ich kein weiteres Kind bekäme. Wie kann die eigene Mutter nur so herzlos sein. Auch bei dieser Geburt (auch wieder KS) hing mein Leben an einem seidenen Faden. Ich wurde 4 Tage nach dem KS abends um 22.00 Uhr notoperiert, weil meine Harnblase gerissen war und der ganze Urin in meinen Bauchraum lief und alles, was sich entzünden konnte, entzündet war. Nachts um 01.00 Uhr rief damals der Arzt meinem Mann zu Hause an und meinte, er könne ihm nicht garantieren, dass ich durchkomme. Als mein Mann dies meiner Mutter mitteilte meinte sie nur, ich habe es gleich gesagt, sie soll zur Ausschabung gehen und nicht noch ein weiteres Kind austragen.

Solche Äußerungen von der eigenen Mutter machen traurig.

Ich liebe jedes Einzelne meiner Kinder und bin froh, dass ich sie habe und meinem Engelchen danke ich, dass es immer auf uns aufgepaßt hat. Es ist zu unserem Schutzengel geworden, daran glaube ich ganz fest, denn es hat auch letztes Jahr am 11. März beim Amoklauf an unserer Schule auf meine Tochter aufgepasst, die sonst jetzt nicht mehr am Leben wäre, sondern von einer Kugel per Kopfschuss getötet worden wäre.

Ich hoffe, dass mein Engelchen auch weiterhin auf uns alle aufpasst.

So jetzt ist der Text etwas länger geworden, es tat aber gut, sich mal alles von der Seele schreiben zu können.

Gruß

Sylvia

 
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