Dr. med. Christoph Grewe

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Antwort von Dr. med. Christoph Grewe

Frage:

Sehr geehrter Herr Dr. Grewe,

ich habe die uNK- und Plasmazellen untersuchen lassen.

Ergebnis der 1. Biopsie (April): leicht erhöhter Verdacht auf chronische Endometritis, weil 5 Plasmazellen / qmm entdeckt wurden.
Empfehlung: Doxycyclin 100mg 2x täglich über 2 Wochen

Ergebnis der 2. Biopsie (Mai) / Kontrolluntersuchung nach der Einnahme des Antibiotikums: leicht erhöhter Verdacht auch chron. Endometritis, weil 8 Plasmazellen/qmm entdeckt wurden. Empfehlung: Amoxicillin/Clavulasäure 875mg/125mg 2x täglich über 5 Tage plus Metronidazol 250mg 2x täglich über 2 Wochen.

(0-4: negativ; 5 - 9: leicht erhöht; über 10: deutlich erhöht)

Die 2. Antibiotikatherapie hatte starke Nebenwirkungen (starke Pilzinfektionen, die bis in den Darm gingen; schmerzhafte Entzündungen im gesamten Genitalbereich etc.) und ich brauchte einige Wochen, bis sich mein Körper wieder einigermaßen davon erholt hat und die Entzündungen zurückgingen.

Nun wollte ich in diesem Zyklus eine weitere Kontrolluntersuchung machen. Nun wurde mir vorgeschlagen, auch eine Leitkeimdiagnostik zu machen, um herauszufinden, welcher Erreger für die chronische Endometritis verantwortlich ist. Im Anschluss könnte man entsprechend eine gezielte antibiotische Therapie empfehlen.

Für diese Leitkeimbestimmung müsste ich zusätzlich auch nochmal die Plasmazellen bestimmen lassen, um sichern zu können, ob überhaupt eine chron. Endometritis besteht).

Wie ist Ihre Meinung zu diesen Diagnostikmöglichkeiten:
- Ist es sinnvoll, nach der zweiten Antibiotikatherapie nochmal die Plasmazellen untersuchen zu lassen?
- Ist es sinnvoll, zusätzlich auch die Leitkeimdiagnostik zu machen?

Bei mir stellt sich die Frage natürlich wegen der Kosten, aber auch wegen der Zeit, die es dann wieder kostet, bis ich den nächsten Kryotransfer starten kann (habe noch 5 Embryos eingefroren). Auch fürchte ich, wieder so starke Antibiotika zu nehmen. Solche Nebenwirkungen möchte ich vermeiden, wenn es geht.

Zu meinem Hintergrund:
3x schwanger (1x spontan, 1x nach ICSI, 1x nach IUI), jedes Mal Fehlgeburt vor der 10. Woche, wohl wegen stark ausgeprägtem Septum; mittlerweile operativ behoben;
mehrere ICSIs und Kryotransfere ohne Einnistung; Alter bei Entnahme der Eizellen: zwischen 42 und 43.
Ein Mal EZ-Spende: ebenfalls keine Einnistung.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
Viele Grüße

von perlach am 13.10.2021, 14:37 Uhr

 

Antwort auf:

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Hallo,

eine erneute Untersuchung auf Plasmazellen würde ich in Ihrem Fall nur sehr zurückhaltend machen, denn was wäre die Konsequenz? Eine erneute breite Antibiotika-Gabe? Hier würde ich tatsächlich eher über eine Mikrobiomuntersuchung nachdenken und dann ggf. nochmal gezielt therapieren. Wurde im Anschluss an die Antibiotika-Therapie mal über die Gabe von Milchsäurebakterien zur Wiederherstellung des natürlichen Mileus diskutiert?

Viele Grüße
Christoph Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 13.10.2021

Antwort auf:

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Lieber Herr Dr. Grewe, herzlichen Dank für die schnelle Rückmeldung.

Vom KiWu-Zentrum wurde in dieser Richtung nichts empfohlen oder angesprochen.

Ich habe von meiner Frauenärztin (nicht KiWu-Zentrum)
Gynoflor, OmniBiotic Flora plus+ und Gynolact bekommen.
Allerdings weiß ich nicht, ob ich das wegen der Nebenwirkungen nehmen musste (nach den antifungalen Medikamenten) oder um - wie Sie schreiben - das natürliche Milieu wiederherzustellen.

Sind das die Milchsäuren, die Sie auch empfehlen würden?

Einige der Milchsäuren hatte ich zuvor auch schon mal genommen, als Empfehlung in Folge einer EMMA/ALICE-Untersuchung in Spanien (L. crispatus, L. rhamnosus, L. gasseri, L. plantarum).

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Herzliche Grüße

von perlach am 13.10.2021

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Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

PS:
Ich verstehe nicht, was eine Mikrobiomuntersuchung ist, und weiß nicht, wo man diese machen lassen könnte.

Ist das etwas anderes als die Leitkeimdiagnostik, welche z.B. das Labor am Uniklinikum Jena anbietet?

von perlach am 13.10.2021

Antwort auf:

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Lieber Dr. Grewe,

ich nehme meine letzte Frage wieder zurück. :-)

EMMA in Spanien war eine solche Mikrobiom-Untersuchung, nehme ich an.
Damals (März 21) war das Ergebnis: Microbiome with ultralow biomass.
Empfehlung waren die Einnahme von den vier Milchsäurebakterien, die ich oben genannt hatte.

Würden Sie noch weitere oder andere Milchsäurebakterien empfehlen?


Bei ALICE in Spanien (März 21) kam übrigens raus: negative for bacterial pathogens causing chronic endometritis. Kann das sein, dass dann bei den Plasmazellen der leicht erhöhte Befund war?

Das wäre jetzt aber meine letzte Frage zu diesem Thema. :-)

Herzliche Grüße

von perlach am 13.10.2021

Antwort auf:

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Hallo,

mit dem EMMA- und ALICE-Test sind die Mikrobiomuntersuchungen erfolgt. Mir ist leider nicht bekannt, ob die Uni Jena hier noch zusätzliche Untersuchungen anbietet.
Die Milchsäurebakterien sind genau die richtigen.

Wurde im Rahmen von EMMA und ALICE auch der ERA Test gemacht?

Viele Grüße
Christoph Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 13.10.2021

Antwort auf:

Untersuchung von Plasmazelle und Leitkeimdiagnostik sinnvoll?

Lieber Herr Dr. Grewe,

herzlichen Dank für Ihre Antworten, die mir sehr helfen!
Da bin ich sehr beruhigt, dass das die richtigen Milchsäurebakterien waren und die Endometriumsdiagnostik passt.

ERA habe ich schon gemacht, sogar insgesamt 3 Mal (erneut nach der massiven Septums-OP und dann nochmal nach Endometriose-OP, weil es ein günstiges Angebot gab).
Ergebnis: jedes Mal prärezeptives Endometrium (1 Tag).
Es wurde bei den letzten Transferen immer darauf geachtet, hat aber leider auch nichts gebracht.
Ich frage mich ehrlich gesagt, wie genau man auf die empfohlene Stundenzahl für Progesterongabe vor Transfer achten muss. Mir ist der Zusammenhang zwischen der Uhrzeit der Biopsie und der konkreten Stundenzahl, die empfohlen wird, aufgefallen...

Gibt es sonst noch irgendwelche Diagnostik, die wichtig sein könnte?

Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank!

von perlach am 13.10.2021

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