Dr. med. Christoph Grewe

Dr. med. Christoph Grewe

Frauenarzt

Dr. med. Christoph Grewe ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Schwerpunkt gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Gemeinsam mit Tanja Finger, ebenfalls Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, leitet er das Kinderwunschzentrum Bremen.

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Dr. med. Christoph Grewe

Östrogenwert unter Letrozol

Antwort von Dr. med. Christoph Grewe

Praxis

Frage:

Hallo Herr Grewe,

ich bin mal wieder ziemlich verzweifelt. Nach mehreren, gescheiterten ICSIs mit enorm hohen Östrogenwerte (6000-8000), jedoch vielen leeren und unreifen Follikeln in verschiedenen Protokollen und Medikamenten, hat mein neuer Arzt nun einen Versuch mit Letrozol und Menogon gewagt (5 Tage 5 mg Letrozol und danach 150 IE Menogon). Es soll als VZO versucht werden.

Im US zeigte sich gestern ein 12-13 mm Follikel und einer mit ungefähr 10 mm.
Schleimhaut war wie immer niedrig, ca. 5 mm.
Seit heute habe ich spinnbaren Zervixschleim.

Nun habe ich gerade über das Labor meine Blutwerte erfahren, die ich leider mit dem Kiwu-Zentrum noch nicht besprechen kann, weil es schon geschlossen hat.
Mich werfen die Blutwerte jedoch völlig aus der Bahn.

FSH: 23,6 (ist wohl durch das Menogon ein normaler Wert)
LH: 0,3 (dass Menogon meinen LH-Wert unterdrückt habe ich in jeder Behandlung)
Östrogen: 33 (????)

Dass der LH-Wert bei mir unter Menogon merkwürdigerweise sinkt (obwohl er sonst normal ist), verwundert mich nicht, weil ich es in jeder Menogon-Behandlung hatte.

Aber warum ist mein Östrogenwert so unterirdisch niedrig? Ich hatte sonst immer total hohe Östrogenwerte. Die letzte Letrozoltablette habe ich letzten Freitag (06.02.) genommen - davon dürfte doch nichts mehr nachwirken.
Ist so ein niedriger Östrogendwert bei dieser Behandlung normal?

Und vor allem: Wann löst man denn in so einer Situation den Eisprung aus? Wartet man dann wie unter Clomifen bis zu einer Größe von 25 mm und größer?

Ich bin total verwirrt. Über Ihre Einschätzung würde ich mich sehr freuen!

Viele Grüße

von Verzweifelte1984 am 14.02.2020, 14:31 Uhr

 

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Hallo,
Ich würde mir wegen dem niedrigen E2 keine großen Sorgen machen. Auch ich verwende regelmäßig Letrozol bei Stimulationen und habe die Erfahrung gemacht, dass der Hormonwert absolut gar nichts über die Anzahl der zu erwartenden Eizellen aussagt. Ich erinnere mich an eine Patientin, die bei einem E2 von unter 250 über 20 Eizellen hatte.

Viele Grüße
Christoph Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 15.02.2020

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Oh, super! Das beruhigt mich sehr! Ein Östrogenwert von unter 200 und dann so vielen Eizellen - ist ja fasznierend, wie trügerisch der Wert unter Letrozol sein kann.

Wenn ich noch 2 Fragen anschließen darf:

1. Wie bestimmt man denn ohne aussagekräftigen E2-Wert den Reifegrad zum Auslösen? Löst man dann trotzdem bei ca. 20 mm aus? Oder wartet man etwas länger, wie bei Clomifen?

2. Haben Sie eine Erklärung für meinen niedrigen LH-Wert? Er war unter Menogon leider immer so gering (ohne Menogon aber völlig normal). Verschiedenen Berichten, bei denen unter Menogon scheinbar sogar eigene Eisprünge stattfinden, entnehme ich, dass ein so niedriger LH-Wert unter Menogon auch nicht normal ist.
Kann es am HCG-Anteil liegen, welches möglicherweise die LH-Rezeptoren besetzt, sodass zwar keine LH-Werte gemessen werden, aber indirekt durch das HCG dann doch erhöht sind? Aber warum passiert das dann nur bei mir und nicht bei anderen Patientinnen?
Oder haben Sie eine andere Erklärung für den niedrigen LH-Wert?

Viele Grüße und ein schönes WE!

von Verzweifelte1984 am 15.02.2020

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Östrogenwert unter Letrozol

Hallo,

Ich würde nach den klassischen Ultraschallkriterien auslösen.

Zum LH Wert: Welches Medikament nehmen Sie denn neben HMG noch ein?

Viele Grüße
C. Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 15.02.2020

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Östrogenwert unter Letrozol

Hallo Herr Grewe,

bezüglich des Auslösezeitpunktes vielen Dank! Dann bin ich beruhigt, denn mein Arzt möchte auch nach US-Ergebnis bei ca. 20 mm auslösen.

Zu Ihrer Frage bezüglich des LH-Wertes:

Ich habe 5 Tage lang jeweils 5 mg Letrozol genommen und danach mit täglich 150 IE Menogon stimuliert. Mehr nehme ich nicht ein.

Das ist ja das Merkwürdige - ich nehme nichts anderes ein. Wir machen ja VZO, deshalb natürlich keine Downregulation.

Ich denke auch nicht, dass das Letrozol ursächlich für den niedrigen LH-Wert ist, denn ich habe in der Vergangenheit auch schon mehrmals mit 75-150 IE Menogon für VZO stimuliert. Da waren die LH-Werte auch immer so niedrig (natürlich auch OHNE Downregulation).

Es ist immer so, dass die Ärzte - wenn sie meine normalen Hormonwerte VOR Stimulation sehen (die dann ganz normal sind), mir sagen, ich müsste bei der Stimulation mit Menogon mit einem eigenen Eisprung rechnen. Scheinbar scheint das bei normalen Patientinnen so zu sein.

Bei mir hingegen sinkt der LH-Wert (der VOR der Behandlung am 3. Zyklustag bei 4,3 lag), unter der Menogon-Behandlung plötzlich so unterirdisch ab.

Mich wundert das, weil es bei anderen Patienntinnen nicht so zu sein scheint. Deshalb war meine Theorie, ob das HCG-Anteil im Menogon die LH-Rezeptoren besetzt, sodass die Werte deshalb niedrig sind.

Aber das ist nur meine Laien-Vermutung.

Vielleicht haben Sie eine ganz andere Idee oder Erklärung für den unterirdischen LH-Wert?

Viele Grüße!

von Verzweifelte1984 am 15.02.2020

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Östrogenwert unter Letrozol

Wirklich nicht leicht zu beantworten. Theoretisch könnte HCG dafür verantwortlich sein. Mich wundert aber eher, warum Sie überhaupt so viel HMG für VZO benötigen.

von Dr. med. Christoph Grewe am 16.02.2020

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Östrogenwert unter Letrozol

Hallo Herr Grewe,

Ihre Frage kann ich absolut nachvollziehen, da meine behandelnden Ärzte und ich leider vor der selben Frage stehen.

Mein AMH schwankt zwischen 1-3, also im unteren Normalbereich. Dennoch habe ich selbst bei hoher ICSI-Stimulation (in verschiedenen Protokollen und verschiedenen Medikamenten) nie mehr als 4 Eizellen gehabt, davon meistens auch noch 1-3 unreife oder leere, sodass es bei 4 ICSIs erst 2 mal zum Transfer kam.
Allerdings ist auch mein FSH mit 12-15 am Zyklusanfang immer erhöht. LH mit 4-5 ist immer normal. Also eine ziemlich merkwürdige Hormonkonstellation.

Antralfollikel sind je nach Zyklus zwischen 4-10 zu sehen.

Mit 300 IE Menogon (oder Pergoveris oder Puregon) haben wir bei den ICSIs immerhin 3-4 Eizellen "groß bekommen".

Mit 75-150 IE Menogon bei VZO werden es 1-2 große Eizellen (meinen Hormonwerten nach zu urteilen gehe ich davon aus, dass der Letrozol-Zusatz bei mir nicht viel bewirkt hat).

Meine Schleimhaut ist (auch in den anderen Behandlungen mit sehr hohen Östrogenwerten) auch immer sehr niedrig (5,5 mm bis höchstens 7 mm).

Ein genetischer FSH-Rezeptor-Defekt wurde untersucht und ist ausgeschlossen.

Da aber irgendwie ja mein LH komisch reagiert: Gibt es auch eine LH-Rezeptor-Mutation, die ich im Laufe des Lebens erworben haben könnte?

Oder haben Sie eine andere Erklärung warum mein Körper so halb resistent auf alles reagiert? Kann es sein, dass alle Rezeptoren im Repro-Organbereich bei mir schwächeln oder es einfach zu wenig Rezeptoren sind?

Leider bin ich inzwischen auch ziemlich ratlos...

von Verzweifelte1984 am 16.02.2020

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Hallo,

eine Mutation in einem der Gene könnte natürlich auch sein, ist aber in der Regel kaum nachzuweisen. Seltsam finde ich auch die Schwankungen beim AFC und dem AMH. Dies spricht eher für einen Einflussfaktor und nicht für etwas genetisches.

Wurde schon einmal HCG zur Stimulation ausprobiert?

Viele Grüße
C. Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 16.02.2020

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Hallo Herr Grewe,

erst einmal vielen Dank, dass Sie Ihre wertvolle WE-Zeit opfern, um meine Fragen zu beantworten und mir zu helfen. Das weiß ich sehr zu schätzen!

Meine Theorie bezüglich der AMH- und AFC-Schwankungen ist, dass meine unregelmäßigen und langen Zyklen dafür verantwortlich sind. Innerhalb eines langen Zyklus' waren meist viele AF zu sehen und der AMH war "hoch". Nach einer Behandlung oder zu Beginn eines neuen Zyklus' waren AF und AMH niedrig. Vermutlich ist das der reale Wert und innerhalb der langen Zyklen haben sich die Follikel quasi "gesammelt".

Nein, eine Stimulation mit HCG habe ich noch nicht probiert. Das klingt sehr interessant. Wie würde das funktionieren? Mit welchem Präparat und in welcher Dosierung? Dann noch zusätzlich ein FSH-Präparat?

von Verzweifelte1984 am 16.02.2020

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Hallo,

die genaue Variante sollte Ihr behandelnder Arzt festlegen. Auch im HMG ist eine geringe Menge HCG beigemischt, dies hat manchmal einen positiven Effekt auf die Follikelreifung.

Viele Grüße
Christoph Grewe

von Dr. med. Christoph Grewe am 16.02.2020

Antwort auf:

Östrogenwert unter Letrozol

Hallo Herr Grewe,

dann werde ich das so mit meinem Arzt besprechen. Klingt auf jeden Fall nach einem interessanten Ansatz!

Vielen Dank noch einmal und noch einen schönen Sonntag!

Viele Grüße

von Verzweifelte1984 am 16.02.2020

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