So kann man(n) die Spermienqualität verbessern

Spermienqualität verbessern

© fotolia, Joshua Resnick

Wenn es mit dem Schwanger werden nicht klappt, liegt das bei jedem zweiten Paar an der Spermienqualität des Mannes. Es gibt einige Maßnahmen, wie Männer die Spermienqualität verbessern und damit ihre natürliche Fruchtbarkeit steigern können.

Spermien müssen fit sein

Schnell, wohlgeformt und beweglich sollten sie sein - was sich anhört wie das Werbeversprechen eines Fitnesscenters trifft auch auf gute Spermien zu. Hinzukommt, dass es richtig viele von ihnen geben muss, damit eine Befruchtung auf natürlichem Wege stattfinden kann. Pro Milliliter Samenerguss sollten es mindestens 20 Millionen Spermien sein - besser ist es, wenn es deutlich mehr sind. Sehr fruchtbare Männer kommen sogar auf über 100 Millionen Spermien je Milliliter. Bei einem Volumen von zwei bis 6 Milliliter pro Samenerguss starten damit mehrere Hundertmillionen Spermien zum Rennen ihres Lebens. Das Ziel: Als Erster am befruchtungsfähigen Ei anzukommen. Den Eileiter erreichen davon nur etwa 500 bis 800 Spermien, doch nur ein Samenfaden wird erfolgreich sein. Schafft er es, hat er rund 300 Millionen Konkurrenten abgehängt.  

Um die Spermienqualität zu verbessern, werden Mediziner zuerst untersuchen, woran es bei der Samenflüssigkeit mangelt. Die Spermien werden auf ihre Vitalität, ihre Beweglichkeit und auf ihr Aussehen hin untersucht. Aus den Ergebnissen bestimmen die Ärzte dann die Fertilität, also die Fruchtbarkeit des Mannes. Ist die Fruchtbarkeitsstörung sehr ausgeprägt, finden sich in der Samenflüssigkeit keine oder zu wenige Samenzellen. In diesen Fällen können operative Maßnahmen wie MESA und TESE eine Hilfe sein. 

Bei leichten Fertilitätsstörungen können Männer mit einigen Veränderungen ihres Lebensstils durchaus Verbesserungen erreichen.

Das fördert die Spermienqualität

Männer, die ihre Spermien fit machen wollen, können sich an folgende Faustregel halten: Wer seinen Körper fit hält und einen gesunden Lebensstil pflegt, hat gute Chancen, dass sich auch die eigene Fruchtbarkeit verbessert.  

Dazu gehört der Verzicht auf Nikotin und Drogen, selten Alkohol, dafür regelmäßig Bewegung und bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion. Bei der Ernährung sollte man viel Obst und Gemüse essen, am besten aus biologischem Anbau, da diese Nahrungsmittel weniger mit Spritzmitteln belastet sind. Außerdem viel Vollkornprodukte und täglich eine Hand voll Nüsse. Durch eine ausgewogene Ernährung wird der Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Vitamine versorgt. Diese wirken sich positiv auf die Bildung, Beweglichkeit und Form der Spermien aus.

Männer die Bedenken haben, ob sie über ihre Ernährung genug Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen, können auch auf Nahrungsergänzungsmittel ausweichen. Diese enthalten in der Regel eine Zusammenstellung aus unterschiedlichen Substanzen wie Zink, Selen, Folsäure und Vitaminen. Die Vitalstoffkombination sollen sich ebenfalls positiv auf die Spermienqualität auswirken. 

Leidet ein Mann an einem Mangel an männlichen Hormonen oder an einer Unterfunktion der Schilddrüse, die ebenfalls einen Hormonmangel zur Folge hat, kann medikamentös die Spermienqualität im Rahmen einer Hormontherapie behandelt werden. In seltenen Fällen, wie z. B. bei einem blockierten oder durchtrennten Samenleiter, ist ein operativer Eingriff nötig. 

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich auch mit Sex die Spermienqualität verbessern lässt. Ein- bis zweimal Sex pro Woche scheint ideal zu sein. Hat man zu wenig Sex, werden die Spermien vom Körper abgebaut. Hat man öfter als zweimal Sex in der Woche, kann die Produktion nicht mithalten und die Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit verringert sich.

Bis neue, reife Spermien heranwachsen, dauert es etwa zehn Wochen. Ob die Maßnahmen also greifen und eine Verbesserung der Fruchtbarkeit erreicht wird, lässt sich frühestens nach etwa drei Monaten feststellen.

Das schadet Spermien

Es kann auch wichtig sein, dass man(n) einige Dinge nicht tut, um die Spermien zu schützen.  

Spermien sind sehr empfindlich das gilt besonders für zu hohe Temperaturen. Eine Überhitzung der Hoden verschlechtert die Spermienreifung. Temperaturen über 40 Grad Celsius überleben Spermien nicht. Deshalb sollten Männer im Hinblick auf ihre Fruchtbarkeit eine Überhitzung der Hoden z. B. durch Sitzheizung im Auto, Laptop auf dem Schoß oder durch zu langes Sitzen vermeiden. Auch das Übereinanderschlagen der Beine lässt die Temperaturen in den Hoden ansteigen. Hitzestress für die Hoden sind auch heiße Vollbäder, Solarium und Sauna.  Die Folge: Es werden in den Hoden weniger Spermien gebildet, die auch weniger beweglich sind.

Negativ auf die Spermienproduktion aber auch auf das Erbgut wirkt sich Rauchen aus. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Rauchen das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich erhöht. Raucher, die Probleme mit der Spermienqualität haben, sollten deshalb möglichst mit dem Rauchen aufhören.

Sind Männer aufgrund ihrer Arbeit chemischen Stoffen ausgesetzt, kann sich dies ebenfalls negativ auf die Spermienqualität auswirken. Blei kann bei Metallarbeitern festgestellt werden, Cadmium ist in Schnupftabak enthalten, Maler, Drucker, Mechaniker, Schweißer sind organischen Lösungsmitteln ausgesetzt, Landwirte Pflanzenschutzmitteln.

Auch Männer, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten mit ihrem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten, ob sich die Medikamente negativ auf die Spermienproduktion auswirken können.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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