Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Hüftreifung

Antwort von Chefarzt Dr. med. Jan Matussek

Liebe Eltern liebe Eltern, Liebe besorgte Mutter,

Sie sollten einen guten Kompromiss finden: Kind sollte einige Stunden am Tag und vor allem nachts die Tübinger ab Spreizschiene tragen, dann aber auch zwischendurch in Bauchlage das Strampeln üben und an den Hüften bewegt werden.
Natürlich ist Bewegung der Hüften auch essenziell und wichtig neben der Ab-Spreizlagerung.
Ich kenne die Probleme die sie beschrieben haben, weil wir auch mit unseren Patienten hier viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Tatsächlich biete ich den Eltern, die frustriert sind mit ihren ab Spreizschienen, an, auch z.B. Tragetücher zu benutzen, mit denen sie ihr Baby an den Körper heran wickeln können mit abgespreizten Beinen. Dies finde ich für zwischendurch einen guten Kompromiss. Desgleichen gibt es ja die Tragetaschen in denen die Kinder mit abgespreiztem Beinen sitzen können, angeschminkt an den Körper der Mutter. Dies hat einen sehr positiven Effekt auf die Hüft- Entwicklung und das Prinzip ist abgeschaut aus dem Tierreich, insbesondere aus der Welt der Menschenaffen.

Man sollte tatsächlich versuchen, durch die Abspreizung eine sinnvolle Hüfte-Nachreifung zu erzielen. Natürlich verlässt man sich hier auf die Werte aus den Ultraschallmessungen. Vielleicht gibt es einen Entwicklungsschub durch die Mischung, die ich Ihnen oben genannt habe. Ganz aufgeben sollten Sie die AbSpreiztechniken z.B. in den Schlaf- und Ruhephasen nicht. Frustration hilft leider nicht, aber ganz im Ernst: Auch ich würde mein Kind in den Wachphasen strammpeln lassen und aus der Schiene herausnehmen und die Hüften bewegen lassen.

Mit herzlichen freundlichen Grüßen, Ihr Jan Matussek

von Dr. J. Matussek am 20.07.2020

 
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