Gaby Ochel-Mascher

Kinderbetreuung in der Tagespflege

Gaby Ochel-Mascher

   

Antwort:

Au Pair - Mädchen als zusätzliche Betreuung, wenn Kita-Öffnungszeiten zu kurz?

Ich finde die Idee mit dem Au Pair sehr gut. Auch wenn dann ein jährlicher Wechsel ansteht, eine neue Einarbeitungszeit, Kennenlernen der Person, Beziehungs- und Vertrauensaufbau, usw., sehe ich viele Vorteile darin.

1 Person betreut konstant ihr Kind nach den regulären Betreuungszeiten (Krippe, Tagesmutter, Kindergarten). Ihr Sohn vertraut dieser einen Person. Sie wohnt mit ihnen im Haushalt, hat somit keinen Fahrweg nach Hause. Sei ist ein Jahr bei ihnen und unterstützt sie auch ein wenig im Haushalt.

Für Kinder ist eine Betreuungsperson sehr wichtig. Sie binden sich an ihr und viel Wechsel betrachte ich da als sehr negativ an. Bei einer Babysitterin (besonders Schülerin unter 18) hat man leider nie die Gewissheit, ob sie es dann wirklich drei Tage die Woche machen. Anfangs bestimmt, da sie das Geld auch haben wollen, alles gut ist, usw.. Aber es kommen auch die Zeiten wo ein Kind mal sagt "ich will nicht", wo es trotzt, wo die Schülerin lieber etwas mit ihren Freundinnen unternehmen will, usw., und dann sind sie es, die ohne Betreuung da steht, denn die Schülerin kann schnell "auswiedersehen" sagen.

Ein Au Pair kann natürlich auch "Auf wiedersehen" sagen, aber sie nimmt die Arbeit auf, vertraglich abgesichert (ist bei einem Babysitter ja auch). Aber für das Au Pair ist es "der Job". Sie kommt genau dafür und ist konstant da. Sie kann auch mal länger bleiben, bsp. wenn es nicht pünktlich nach Hause schaffen. Sie kann das Kind eher abholen, falls Kita mal eher schließt. sie kann das Kind zu Hause betreuen, wenn es krank ist, usw..

Ich habe bereits eine Familie mit Au Pair kennengelernt und die haben direkt nach der Geburt des ersten Kindes ein Au Pair bei sich aufgenommen und dann jährlich gewechselt und es lief zumeist gut.
Als ich dort meine Arbeit begann (als Babysitterin, weil das Au Pair abends einen Kurs besuchte) stand die Mutter kurz vor der Geburt des dritten Kindes. Das Au Pair wechselte dann auch kurze Zeit danach; ich habe also auch die Anfangszeit mit neuem Au Pair miterlebt. Das war, wie ich im Nachhinein finde, die "schwerste" Zeit, wo Mama und Papa gefordert waren das Au Pair anzuleiten, alles zu zeigen. Die Kinder sind nach ein paar Tagen offen auf das Au Pair zugegangen und haben alles mit ihr gemacht. Es waren an sich nur zwei "schwere" Wochen, danach war der Alltag wieder da.
Das Au Pair hat die Kinder von den Betreuungseinrichtungen abgeholt (Kindergarten und Tagesmutter) und dann betreut bis ein Elternteil da war. Da Kindergarten spätestens 14 Uhr endetet, Tagesmutter 14:30 Uhr, war sie somit ab 14 Uhr aktiv. Sie hat mit den Kindern einen Turnkurs besucht, hat sie im Krankheitsfall zu Hause betreut, nebenbei noch ein wenig Haushalt gemacht, usw.. Die Kinder haben sie geliebt und zählten sie als Familienmitglied mit auf. Für die Eltern war es die optimale Lösung, denn so konnten sie stressfrei arbeiten, denn sie wussten ihre Kinder in guten Händen. Das Au Pair hat die Kinder auch nicht jeden Nachmittag gehabt, manchmal hatte die Mutter um 13 Uhr frei, dann hat sie die Kleinen selbst abgeholt und betreut. Aber wenn sie gebraucht wurde (meist 3-4xWoche), dann war sie da. Und das war für alle Beteiligen so gut.
Schwierigkeiten gab es dort auch mal. Ein Au Pair ist einfach nach 10 Monaten abgereist. Von einer auf der anderen Nacht war sie verschwunden. Der Vater war zu dem Zeitpunkt beruflich im Ausland, somit nicht präsent. Das war schwierig, da war ich dann vermehrt dort, die Kinder vermehrt bei ihren Freunden. Doch bei einem 10 Monate alten Baby ist das mit Freunden noch etwas schwieriger. Da sprangen dann befreundete Eltern mit ein. Alle Kinder haben diese Zeit überstanden, aber ein gewisser Stresspegel war bei allen zu sehen. Die Großen (da 4 und 6) waren sehr aufgedreht als sie zu Hause waren, brauchten eine Zeit um zur Ruhe zu finden. Die Kleine wurde sehr anhänglich. So war es mit Au Pair, alles geregelt, nie gewesen. Zumal die Mutter da auch sehr unter Stress stand, denn mit Au Pair konnte sie auch mal spontan eine Stunde länger arbeiten, jetzt ging das nicht, Arbeit wurde mit nach Hause genommen, wo dann die drei Kinder sie sehr forderten, kaum einschlafen wollten, usw.. Das war eine "schwierige" Zeit, aber damit hat niemand gerechnet, zumal man das Au Pair zwar nochmal telefonisch kontaktieren konnte, sie da aber nur mitteilte "das sie nun nicht mehr will und zu ihrem Freund gehen wird". So was kann passieren, gab es bei den 5 Au Pairs davor aber nicht. Und so was hätte auch mit einer Babysitterin passieren können.
Zwei Monate später kam das neue Au Pair und blieb 14 Monate (per Sonderreglung, denn auch da gibt es Möglichkeiten). Die Großen wurden wieder ruhiger, die Kleine war nicht mehr so anhänglich.
Heute ist selbst die Kleine schon 7 und immer noch lebt ein Au Pair in der Familie und so ein Fall wie vor sechs Jahren hatten sie noch nicht wieder.

Das war ein kleiner Erfahrungsbericht meinerseits. Vielleicht hilft er dir in deiner Entscheidung.

von Ani123 am 17.09.2014, 20:10 Uhr

 
 
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