Wie geht das Stillen nach Bedarf?

Wie geht das Stillen nach Bedarf?

© Adobe Stock, evgenyatamanenko

"Stillen nach Bedarf" bedeutet einerseits: Sie legen Ihr Baby dann an, wenn es Hunger hat und nicht nach der Uhr. An sich ist das die Methode, die heute die meisten voll stillenden M├╝tter w├Ąhlen. Das Stillen nach Bedarf unterst├╝tzt auch die Milchbildung sehr gut.

Hier gilt n├Ąmlich, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. Das hei├čt, Ihr K├Ârper stellt sich darauf ein, so viel Milch zu produzieren, wie Ihr Baby braucht.

Andererseits kommt es darauf an, welchen Bedarf die Mutter hat. Manchmal m├Âchten M├╝tter ihr Kind stillen, k├Ânnen oder wollen das aber nicht flexibel rund um die Uhr tun. Hier den richtigen Kompromiss zu finden, erfordert Fingerspitzengef├╝hl. Denn wenn Sie Ihr Baby seltener stillen, geht auch die Milchmenge zur├╝ck. In der ersten Zeit spielt sich die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind erst noch ein. In dieser Phase ist es meistens am leichtesten, einfach voll zu stillen. Sp├Ąter k├Ânnen Sie, falls die Notwendigkeit besteht, versuchen, eine andere L├Âsung zu finden. Es ist sehr hilfreich, wenn Sie sich dabei von Ihrer Hebamme beraten lassen. Aus Erfahrung heraus wird sie gute Tipps haben und Rat wissen, wenn Fragen auftauchen.

Seltener zu stillen bedeutet normalerweise, dass Ihr Kind zwischendurch die Flasche bekommt. Manche M├╝tter weichen nachts auf die Flasche aus, andere wechseln zwischen Brust- und Flaschenmahlzeit ab. Entweder bekommen die Babys dann auch in der Flasche (abgepumpte) Muttermilch. Oder Sie bekommen eine altersgerechte S├Ąuglingsmilch (dann sprechen Hebammen und ├ärzte von "Zwiemilch"-Ern├Ąhrung). Beide L├Âsungen erfordern gute Planung, damit Ihre Brust sich darauf einstellen kann. Vereinfacht gesagt:

  • Soll Ihr Baby auch aus der Flasche ausschlie├člich Muttermilch bekommen, muss die Milchbildung voll weiterlaufen. Das hei├čt, Sie m├╝ssten regelm├Ą├čig Milch abpumpen, um Ihrem K├Ârper zu signalisieren, wie hoch der Bedarf ist. Abgepumpte Milch k├Ânnen Sie kurzzeitig im K├╝hlschrank aufbewahren oder einfrieren (am besten in Eiskugelbeuteln). Tipp: Einfrieren ist auch praktisch, wenn Sie zu einem bestimmten Termin mal eine Stillmahlzeiten ersetzen m├╝ssen. Dann kann jemand anderes dem Baby die Milch aus der Flache geben. Sammeln Sie einfach in den Tagen vorher kleine Portionen abgepumpter Milch. Aber Vorsicht, wenn Sie voll stillen und eine Stillmahlzeiten ausfallen lassen, wird sich Ihre Brust vermutlich bald sehr voll anf├╝hlen. Nehmen Sie am besten die Pumpe mit, falls Sie l├Ąnger als ein paar Stunden von zu Hause weg sind.
  • Falls Sie sich f├╝r die Zwiemilch-Ern├Ąhrung nach dem Muster "Stillen und Fl├Ąschchen mit S├Ąuglingsnahrung" entscheiden, brauchen Sie weniger eigene Milch. Da Sie Ihr Kind ja seltener anlegen, geht die Milchmenge insgesamt zur├╝ck, wenn Sie nicht abpumpen. Zu den Stillmahlzeiten ist dann normalerweise trotzdem genug da.

Wann Sie wie viel Milch abpumpen, kommt darauf an, wie viel Milch Sie brauchen. Am besten lassen Sie sich dazu von Ihrer Hebamme beraten. Pumpen Sie zu oft ab, wird Ihr K├Ârper die Milchbildung steigern und Sie haben vielleicht zu viel Milch. Umgekehrt kann es sein, dass zu wenig Milch gebildet wird, wenn Sie zu selten abpumpen. Das einzupendeln erfordert etwas Geduld und ├ťbung. Tipp: Falls die Brust mal sehr voll ist, sie die Milchbildung aber reduzieren wollen, lieber zwischendurch nur etwas Milch ausstreichen. Beim Abpumpen die Brust stark zu entleeren w├╝rde diese zu weiterer Produktion anregen.

Letztlich h├Ąngt es von unterschiedlichen Dingen ab, ob alles nach Wunsch klappt. Manche Babys m├Âgen zum Beispiel den Wechsel zwischen Brust und Flasche oder S├Ąuglingsnahrung nicht. Oder die Mutter kommt mit dem Abpumpen nicht klar. Es besteht also durchaus ein Risiko, dass der Abschied vom Stillen fr├╝her kommt, als die Mutter das wollte.

Was hingegen meistens problemlos klappt, wenn Mutter und Kind das wollen: Ein gr├Â├čeres Kind, das schon Brei bekommt, nur noch ab und zu anzulegen. Oft wollen die Kinder dann nur noch zu bestimmten Tageszeiten an die Brust, etwa nach dem Aufwachen.

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