Was hilft bei einer Wochenbettdepression?

Wochenbettdepression

© fotolia, Svetlana Fedoseeva

Nach der Geburt des Babys findet im Körper eine umfassende Hormonumstellung statt. Eine der bekannten Folgen ist der "Babyblues", den viele - aber keineswegs alle - Frauen erleben.

Meistens meldet er sich um den dritten Tag herum, wenn auch die Milch einschießt: Plötzlich wird der jungen Mutter alles zu viel, sie fragt sich, wie sie das schaffen soll, vielleicht fließen sogar Tränen. All das ist völlig normal und legt sich meistens schnell von alleine wieder.

Anders sieht es aus, wenn eine Frau sich kurz nach der Geburt längere Zeit sehr niedergeschlagen, erschöpft oder leer fühlt. Hält dieses Tief länger als 14 Tage an, kann es sich um eine Depression handeln. Bei Frauen, die schon einmal Depressionen oder auch Essstörungen hatten, ist das Risiko einer Wochenbettdepression höher. Aber es ist auf keinen Fall so, dass sie diese automatisch bekommen - oder andere Mütter garantiert verschont bleiben.

Mütter, die eine Wochenbettdepression entwickeln, brauchen unbedingt Hilfe. Denn es geht ihnen schlecht und gut gemeinte Tipps wie: "Freu' dich doch an deinem Baby!" helfen ihnen nicht. Im Gegenteil, sie machen es oft noch schlimmer: Denn genau diese Freude empfinden die Frauen krankheitsbedingt nicht. Im Gegenteil, ihr Kind kommt ihnen eher fremd und anstrengend vor. So werden ihre Schuldgefühle und ihre Zweifel an sich als Mutter immer größer. Sie sind meistens überfordert, gereizt und voller Selbstzweifel, sie weinen viel und sind erschöpft. Dazu kommen gesundheitliche Probleme bis hin zu Schlafstörungen oder Herzrasen sowie Stimmungsschwankungen. Ihr Kind zu versorgen, ist dann zu viel und überfordert die betroffenen Mütter.

Erst recht, wenn sie von sich erwartet, dass alles perfekt sein soll. Dass ihr Baby so wenig wie möglich schreit, der Haushalt bis ins Detail hinein perfekt ist und sie selbst immer toll aussieht. Das all diese Dinge nach einer Geburt erst einmal zweitrangig sind, will erst einmal gelernt werden. Andere Mütter verfallen genau ins Gegenteil: Sie lassen sich total gehen, machen sich morgens nicht fertig für den Tag und jeder Handgriff ist ihnen zu viel.

Was hilft dann? Eine Wochenbettdepression ist gut behandelbar. Allerdings ist bei einer solchen Depression oder dem Verdacht darauf professionelle Hilfe unentbehrlich. Als erstes kann eine erfahrene Hebamme gut helfen, die Situation einzuordnen. Sie kann der Mutter zur Seite stehen und sie wird Anlaufstellen kennen, wo sie gezielte ärztliche Hilfe bekommt. Ein Tipp: Die betroffenen Frauen selbst haben oft nicht die Kraft, Hilfe zu suchen oder sie schämen sich zu sehr. Es ist daher wichtig, dass ihr nahe stehende Menschen rechtzeitig die Initiative ergreifen!

Für die Frau ist außerdem das geduldige Verständnis ihres Partners und ihrer Umgebung sehr hilfreich. Es geht darum, die junge Mutter seelisch wieder aufzubauen. Damit sie ihre Lebensfreude zurück gewinnt, sich an ihrem Kind freuen und auf seine Geburt stolz sein kann.

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