Die Phasen der Geburt

Geburt

© fotolia, Jordan Edgcomb

Die Geburt eines Babys wird in drei Phasen unterteilt: Hebammen und Ärzte unterscheiden die Eröffnungsphase, die Austreibungs- und die Nachgeburtsphase.

Die Eröffnungsphase beginnt mit den ersten regelmäßigen Wehen ("Eröffnungswehen"). Sie geht in die Austreibungsphase über, wenn der Muttermund vollständig - also etwa zehn Zentimeter weit - geöffnet ist.

Die erste Wehenphase dient Mutter und Kind dazu, sich an die Wehen zu gewöhnen. Die meisten Frauen sind noch zu Hause, wenn die ersten regelmäßigen Wehen einsetzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit diesen Wehen umzugehen. Sie können zum Beispiel ein warmes Bad nehmen, um herauszufinden, ob es wirklich Eröffnungswehen sind: Lassen Wärme und Entspannung die Kontraktionen nicht abklingen oder werden diese sogar stärker, dann hat Ihr Baby den Startschuss gegeben.

Werden die Wehen allmählich spürbarer, hilft es, mit den Atemübungen zu beginnen, die Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben. Vielen Müttern tut es auch gut, hin und her zu laufen oder mit dem Becken zu kreisen. Sind die Wehen schließlich kräftiger und kommen sie in kürzeren Abständen, können Schmerzmittel Erleichterung schaffen. Ich ermutige die werdenden Mütter jedoch, es vorher erst einmal mit anderen Hilfsmitteln zu probieren: einem Bad in der Entspannungswanne, Herumgehen, auf dem Pezziball sitzen, verschiedene Übungen mit dem Partner oder auch eine Massage. Das Kind drückt natürlich stark nach unten, wenn Sie herumlaufen. Das ist momentan vielleicht unangenehm - aber es fördert den Fortschritt der Geburt!

Als Austreibungsphase bezeichnen wir Hebammen die Zeit vom vollständig geöffneten Muttermund bis zur Geburt des Kindes. Jetzt ist der Endspurt angesagt. Oft heißt das für uns, die Frauen zu ermutigen und für die letzte anstrengende Runde zu motivieren. Das Kind muss jetzt ins Becken rutschen: Dafür ist eine aufrechte Haltung gut, damit die Schwerkraft Sie unterstützen kann. Viele Frauen setzen sich in der Phase gern auf die Toilette. So ist der Beckenboden entspannt und weit geöffnet, das Kind kann gut tiefer treten.

Die Pressphase ist die letzte Phase der Austreibungsphase. Die Frauen verspüren einen starken, reflexbedingten Drang zu pressen. Da es wichtig ist, nicht zu früh zu pressen, helfen Hebamme oder Arzt Ihnen dabei, den richtigen Moment abzupassen: Die Hebamme beobachtet, ob der Kopf ihres Kindes schon so tief im Becken ist, dass Sie mit schieben können. Wenn nicht, wird sie Sie ermutigen, die Wehen noch weiter zu veratmen. In welcher Haltung Sie Ihr Baby zur Welt bringen, ist dabei individuell. Gemeinsam mit den begleitenden Geburtshelfern können Sie die Position wählen, die für Sie und Ihr Baby gut ist.

Den Abschluss der Geburt bildet die Nachgeburtsphase: Etwa fünf bis 20 Minuten nachdem ihr Kind auf der Welt ist, wird die Plazenta ausgestoßen. Dabei spüren Sie möglicherweise noch einmal eine leichtere Wehe. Das betreuende Team wird Sie auch in dieser Zeit sehr aufmerksam umsorgen. Denn es ist wichtig, dass die Plazenta (Mutterkuchen) sich ganz ablöst. Um zu klären, ob das der Fall ist, untersuchen Hebamme oder Arzt die ausgestoßene Plazenta genau auf ihre Vollständigkeit.

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