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Beitrag aus dem Forum:     Entwicklung von Babys und Kleinkindern

Privatsphäre

Frage von khaki  -  06.05.2013
Guten Tag Dr. Posth,
ich habe einen 3-jährigen Sohn. Als er noch kleiner war, begleitete er mich den ganzen Tag, beim Duschen, Umziehen etc. Nun ist es seltener geworden, dafür guckt er genauer hin, was bei der Mama anders als beim Papa ist …
Wo sollte ein 3-jähriges Kind noch dabei sein dürfen und wo nicht mehr? Die Vorstellung, dass er sich dann vielleicht mit 13 Jahren daran erinnert, dass er mit 3 oder 4 die Mama auf der Toilette, oder beim Beine-Rasieren sah, finde ich komisch. Vielleicht wäre es bei einem Mädchen anders.
Man erlebt heute diesbezüglich sehr gegensätzliche Ansichten, von einer extremen „Natürlichkeit“ bis zu einer extremen „Überkorrektheit“. Wo sind die Grenzen der Privatsphäre gegenüber dem eigenen Kind? Wie verschieben sich diese mit dem zunehmenden Alter? Ist es angebracht, dass ein Kind (später ein Jugenldicher) seine Eltern in jedem Alter nackt resp. "privat" erlebt? Wollen es Kinder überhaupt? Gibt es zu diesem Thema ein empfehlenswertes Buch?

Privatsphäre

Antwort von Dr. Posth  -  07.05.2013
Hallo, wahrscheinlich wird in diesem oder jenem Buch ein Kapitel auch zu diesem Thema eingefügt sein, aber ein ganzes Buch nur zu dieser Frage ist mir nicht bekannt. Meines Wissens gibt es auch nur empirische Daten zu diesem Problemgebiet und gesicherte Studien fehlen oder sind wahrscheinlich auch gar nicht zu machen. Wie man mit diser Frage umgeht, ist stark vom sog. Zeitgeist geprägt und von rein weltanschaulichen Aspekten, was die Sache noch schwieriger macht. In der Kinderladenbewegung der 19siebziger wurde z.B. unter dem Einfluss von A.S. Neill und Wilhelm Reich die vollkommene Freizügigkeit zwischen Eltern und Kindern propagiert. Aber das, was da als sexuelle Befreiung gelebt und den Kindern anerzogen wurde, fanden viele der Kinder später keineswegs nur gut. Außerdem verwischte leicht die Grenze zwischen offener Natürlichkeit und (nicht immer nur verborgenem) sexuellem Interesse. An dieser Stelle ergeben sich aber wichtige natürliche Schranken.
Ab wann man in der Familie nun diese Schranke setzt, muss jede Familie für sich selbst entscheiden. Empfehlungen kann man nur dahingehend aussprechen, dass man immer offen bleibt für alle Regungen, die sich beim Kind in dieser Richtung ergeben. Aber nicht jeder Regung muss auch eine wegweisende Handlung folgen. Zunächst einmal entscheidet das Kind, was es zulässt und was nicht. Als Eltern sollte man herausspüren, was dem eigenen Kind zuträglich ist und was es lieber nicht sehen möchte. Es gibt Kinder, die sehr spontan Schamgrenzen aufzeigen, und es gibt solche, die ziemlich offen mit ihrer Nacktheit umgehen. Z.T. spielt da das elterliche Vorbild eine Rolle. Das ganze hat natürlich auch einen Altersaspekt. Bis 4 oder 5 Jahre sind die Kinder meist sehr unbefangen und lassen sich ohne Probleme auskleiden und waschen. Aber zum Schulalter hin wird das schwieriger und viele Kinder zeigen ihren Eltern offen, was sie nicht möchten. Das sollte man dann auch tolerieren und auch sich selbst in seiner eigenen Freizügigkeit danach richten. Es ist jedenfals ein Irrtum zu glauben, besondere Freizügigkeit hätte etwas mit Fortschrittlichkeit zu tun. Viele Grüße



     
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