Spermiogramm.. Macht eine IUI Sinn? Oder doch lieber ICSI?

Prof. Dr. med. Katrin van der Ven Frage an Prof. Dr. med. Katrin van der Ven Frauenärztin

Frage: Spermiogramm.. Macht eine IUI Sinn? Oder doch lieber ICSI?

Liebe Frau Prof. van der Ven, mein Partner und ich waren heute in der Kinderwunschklinik. Dort wurde auch ein Spermiogramm gemacht. Die Ergebnisse lauten wir folgt: Karenz: 4 Tage  Viskosität, Farbe und Geruch: normal  Verflüssigungszeit: 20 Minuten  PH: 7,9 Erythrozyten: keine Leukozyten: keine  Epithelzellen: keine Volumen: 1,6 ml Konzentration: 25 Mio/ml Motilität: 0 % schnell, 20 % langsam, 15 % ortsbeweglich, 65 % unbeweglich  Pathologische Formen: 98 %   Ergebnis: Kopfdefekte, Schwanzdefekte, Aszenotheratozoospermie    Aus dem Gespräch wurden wir nicht so schlau. Zunächst wurde uns zur IUI geraten, man könne es ja mal probieren, als ich Bedenken äußerte, hieß es, eine ICSI wäre natürlich sinnvoller. Nun wissen wir so gar nicht, in welche Richtung es gehen soll und hoffen auf Ihren Rat: Ist eine IUI sinnvoll mit diesen Werten? Sind die Chancen, auf natürlichem Wege schwanger zu werden quasi Null? Danke für Ihren Rat!     

von Lilastern6 am 06.09.2022, 19:04



Antwort auf:

Spermiogramm.. Macht eine IUI Sinn? Oder doch lieber ICSI?

Das Spermiogramm ist schon deutlich eingeschränkt in der Beweglichleit und Zahl der normalgeformten Spermien. Gut ist, daß die Spermakonzentration normal ist. Prinzipiell rät man vor einer Therapieentscheidung dazu, mindestens ein zweites Spermiogramm nach ca 6-8 Wochen anzufertigen, da Spermiogrammbefunde stark schwanken zB akute Erkrankungen sich auf die Spermaqualität auswirken können. Es gibt Untersuchungen die belegen, daß eine IUI Therapie gute Chancen hat wenn nach Aufbereitung des Spermas ( hier versucht man, die gut beweglichen und normalgeformten Spermien stark zu konzentrieren ) mindestens 5 Millionen gut beweglicher Spermien zur Verfügung stehen. Beim jetzigen Befund ist es fraglich ob dies gelingt. Also: am besten Zweitspermiogramm und dann nochmalige Besprechung mit Ihren Ärzten.

von Prof. Katrin van der Ven am 07.09.2022


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