PD. Dr. med. Lars Hellmeyer

Wie konnte es zu der Uterursuptur während des Kaiserschnitts kommen?

Antwort von PD. Dr. med. Lars Hellmeyer

Frage:

Sehr geehrter Herr Dr. Hellmeyer,

Ich hatte bei der Geburt meines ersten Kindes einen sekundären Eil-Kaiserschnitt.
Nach ca. neun Stunden Wehen, die nicht muttermundwirksam waren hatte mein Sohn am CTG ein eingeschränktes Oszillationsmuster mit zwei schweren Dezelerationen, wie ich später im OP-Bericht gelesen habe, und erbsbreiartiges Fruchtwasser. Meinem Kind ging es zum Glück gut, die Apgarwerte lagen je bei 10.
Ich konnte mich jedoch nicht erholen u bekam
Fieber nach 2 Tagen u hatte extrem schlechte Eisenwerte. Im KH meinte man, ich wäre empfindlich, nicht mehr. Nachdem ich nach 5 Wochen immer noch hellrote Blutungen u starke Schmerzen hatte u mein OP-Bericht noch nicht eingetroffen war, forderte mein FA den Bericht an. Der zog mir die Schuhe aus.
Während der OP riss die Wunde im Uterus während die Ärztin sie mit den Fingern erweiterte unkontrolliert weiter über die linksseitige Arterie, sodass lt. Bericht nur 6 cm Uteruswand intakt geblieben sind, eine starke Blutung im Bauchraum konnte durch die hinzugerufene OÄ gestillt werden.
Meine Frage an Sie ist nun, denn auch mein FA war schockiert, wie kann das passieren? Meine Uteruswand war nicht ausgedünnt u mein Kind mit 3550 gr auch nicht riesig. Ein Uterus reisst doch nicht einfach so weit, dass nur 6 cm Wand intakt bleiben?
Und kann ich eine zweite Schwangerschaft erfolgreich zu Ende bringen ohne weitere Ruptur? Die Gefahr ist doch extrem hoch, oder?
Und meine letzte Frage: Mein FA meinte so etwas darf nicht passieren, ich solle den Bericht an die Schlichtungsstelle schicken, ist das sinnvoll?

Vielen vielen Dank für Ihre Mühen, die ganze Angelegenheit belastet mich sehr und lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Immer habe ich im Kopf, dass meine Gebärmutter quasi zerrissen ist.

Noch einmal danke, viele Grüße, Bens Mami

von Bensmami am 24.07.2012, 13:15 Uhr

 

Antwort auf:

Wie konnte es zu der Uterursuptur während des Kaiserschnitts kommen?

Hallo, die Formulierung im OP-Bericht klingt merkwürdig und ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist. Bei einem sogenannten sekundären Kaiserschnitt kann es natürlich zu einem Weiterreißen der Gebärmutteröffnung kommen. Jeder, der das verneint, hat noch nicht genügend Kaiserschnitte gemacht. Daher wäre ich sehr vorsichtig mit Beschuldigungen und würde jetzt nicht Ihren Fall bei der Schlichtungsstelle einreichen. Sie sollten mit dem OP-Bericht im Fall einer weiteren Schwangerschaft in der Klinik die Situation besprechen und wahrscheinlich läuft alles auf einen geplanten Kaiserschnitt hinaus. Ihnen alles erdenklich Gute und ich sehe keine kontraindikation für eine weitere Geburt.

von Dr. med. Lars Hellmeyer am 24.07.2012

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