Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Zytomegalie: Schwangerschaft und Kleinkind

Frage: Zytomegalie: Schwangerschaft und Kleinkind

Frühling 2013

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, ich bin in der 19. SSW und habe eine kleine Tochter (2 Jahre), die von September 2014 bis September 2015 bei einer Tagesmutter war und seit Oktober 2015 in einen Kindergarten geht. Der Kindergarten befindet sich aufgrund eines Auslandsaufenthaltes in China, die Hygienebedingungen dort sind grundsätzlich gut, in der Stadt, in der wir sind, sind die Hygienebedingungen eher fragwürdig (Kinder, vor allem Kleinkinder, tragen hier keine Windeln und werden "Zwangs-trocken-gemacht", indem man sie einfach dort pinkeln und leider auch "kacken" lässt, wo sie gerade sind, im Zweifel auch auf den Spielplatz). Das ist hier leider so üblich. Ich werde mich nächste Woche auf Zytomegalie testen lassen (hab ich bisher nicht gemacht, den Test), habe aber auch jetzt im Voraus Ihre Ausführungen zu diesem Thema gelesen und auch die empfohlenen Verhaltensregeln für seronegative Mütter, die Kontakt zu Kleinkindern haben. Diese Verhaltensregeln kann ich grundsätzlich sehr gut verstehen und nachvollziehen, finde sie aber leider in der Praxis eher schwierig... Wenn ich mit meiner 2-jährigen Tochter unterwegs bin, mit ihr im Kindergarten bin (sind noch in der Eingewöhnungsphase) oder sie vom Kindergarten abhole oder doch auch mit ihr auf den Spielplatz gehe (ich kann und möchte sie ja nicht zu Hause festbinden), kommt es immer wieder vor, dass ich ihr gerade in dem Moment, wo sie auf meinen Arm will und mir auch mal ihre Händchen übers Gesicht wischt oder mir auch ein feuchtes Schlabberküsschen gibt, dass im Zweifel auch mal auf Nase, an Augen und am Mund landet, nicht ausweichen kann - und abgesehen davon es auch gar nicht will... Ich kann mich doch nicht in den 9 Monaten meiner Schwangerschaft so von meiner Tochter distanzieren und Dinge unterlassen, die vorher selbstverständlich waren. Dazu gehört auch trösten durch Küssen auf Stirn, Wangen, und fest in den Arm nehmen, und auch da landen Tränen mal an meinem Mund, meiner Nase, meinen Wimpern... Gerade im Moment tut sie sich ein bißchen schwer mit der Eingewöhnung im Kindergarten, da wäre es für mich undenkbar, wenn sie weint, sie auf Distanz zu trösten, dass sie nicht mehr ihr Gesichtchen an meines bzw. an meinen Hals drücken kann (wobei auch mal Tränen und Rotze in meinem Gesicht landen). Ich wische ihr auch Tränen ab, ohne sie sofort wegzuschieben, damit ich Hände waschen kann oder mit Desinfektionstüchern anfangen kann zu hantieren. Und da vergehen schon mal sehr viele Minuten zwischen Trösten und der Möglichkeit, Hände zu waschen, in denen ich auch nicht immer garantieren kann, dass meine Hände nicht auch irgendwo in meinem Gesicht landen, sei es, weil es mich z. B. gerade an der Nase juckt oder ich ein Haar am/im Mund habe. Bin ich jetzt ganz besonders unvorsichtig oder leichtsinnig, besonders gefährdet, muss ich am Besten jetzt bei jedem Arztbesuch einen Test machen lassen? Hab mich ehrlich gesagt bisher auch nicht sonderlich mit den Ansteckungsmöglichkeiten bzw. Präventionsmaßnahmen beschäftigt, da ich die Krankheit auch nicht kannte... Für eine realistische Einschätzung und Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Viele Grüße Frühling 2013


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, 1. wenn sie dazu bereits meine umfassenden Ausführungenempfehlungen gelesen haben, dann sind diese selbstverständlich so zu verstehen, das natürlich nur das umgesetzten praktiziert werden kann, was realistisch ist. 2. Ein minimales Restrisiko wird es - wie immer im Leben - wohl auch immer geben. es lassen sich nicht alle Situationen einer 100-prozentigen Garantie absichern. Das ist bei der Seltenheit dieser Infektion in der Schwangerschaft wohl auch kaum notwendig. herzliche Grüße nach China VB


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