Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Bluni. Ich habe bereits Zwillinge im Jahre 2003 in der 33 SSW entbunden. Beide lagen im Inku und wurden teils beatmet. Jedoch "fingen" sie sich relativ schnell und konnten beide um den Et herum nach Hause. Es handelte sich um eine dichoriale Schwangerschaft mit 2 Mädchen, ich hatte seit der 23 SSW mit Vorzeitigen Wehen, Blutungen etc zu kämpfen. Auch mein Sohn (2001) war ein frühchen aus der 34 SSW, jedoch topfit und mit nur 2 Wochen KKH. So... nun bin ich in der 17 SSW wieder mit Zwillingen schwanger, was mich natürlich freut, mir aber auch jede Menge angst macht. Zudem gestern bei der VU festgestellt wurde, das es sich um monochoriale Zwillinge handelt. Ich habe Angst, das die beiden noch viel früher kommen als die 3 Geschwister, außerdem habe ich tierische Angst vor dem FFTS. Bis jetzt sind beide Kinder in etwas gleich groß und schwer, ich bin aber trotzdem zum Wöchentlichen US bestellt worden. Wie schätzen sie meine Situation ein? Ist das erreichen der 32 SSW realistisch? Gibt es zahlen, über die frühgeburtlichkeit monochorialer Zwillinge mit bereits 2 Vorrausgegangen Frühgeburten? Kann ich etwas tun um eine Unterversorgung eines Zwillings zu vermeiden? Danke!
hallo, 1. die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. Zusätzlich sollte die Zwillingschwangerschaft auch durch einen Spezialisten für Ultraschall mitbeurteilt werden. 2.etwa 70% der Zwillinge sind zweieiig, 30% sind eineiig. Von den eineiigen Zwillingen haben etwa ein Drittel zwei Plazenten, und zwei Drittel eine gemeinsame Plazenta. Zwillinge mit einer Plazenta, aber zwei Fruchthöhlen sind im Fachausdruck monochorial, diamniotisch. Die seltenste Form wäre mit gemeinsamer Plazenta und Fruchthöhle (monochorial, monoamniotisch). Unter den eineiigen Mehrlingen haben die monochorialen im Vergleich zu den dichorialen (getrennt angelegte Plazenten), bedingt durch die praktisch immer zwischen den einzelnen Feten bestehenden Gefäßverbindungen, ein deutlich höheres und unter diesen die sehr seltenen monoamnialen das höchste Risiko.( "les liaisons dangereuses") Die monochorial-monoamnioten Plazenten sind sehr selten und kommen nur bei etwa 1-3% aller Zwillinge vor.1:3000-9000 Geburten. Wegen der Seltenheit gibt es in der internationalen Literatur nur wenige Fallberichte über Entbindung bei monoamniotischen Zwillingen, doch sind die Risiken gegenüber anderen Zwillingen deutlich erhöht. Aus den genannten Gründen ist eine besonders engmaschige Kontrolle erforderlich. VB