Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni, bin jetzt in der 31. Schwangerschaftswoche und mir geht es eigentlich gut. Habe jedoch ein paar Fragen und Sorgen, bezüglich meiner Betreuung durch meine Frauenärztin. Sie hat mit vor 3 Wochen Blut abgenommen und die Werte sind wohl sehr schlecht, besonders der Eisenwert. Im Mutterpass stand deutlich, dass ich ein Eisenpräparat nehme. Sie war zwar erschrocken, dass trotz des Präparates meine Werte so schlecht sind aber machen wollte sie nichts. Auch seien die anderen Blutwerte nicht gut, aber auch da zuckte sie nur mit den Schultern. Mein Blutdruck mußte 3 mal gemessen werden, bevor man überhaupt Werte hatte, die lagen dann mit Gutem Willen bei 90/60. Sie tastet nie meinen Bauch ab oder so und kann trotzdem den Fundusstand sehen, wie geht das?? Bei Kindslage schrieb sie ins Gravidogramm: K. Was bedeutet das und wie kann man das ohne Ultraschall oder abtasten fesstellen?? Ein CTG hat sie auch noch nicht gemacht und den nächsten Termin habe ich erst in der 34 SSW. Mich beunruhigt dass alles sehr und ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll und ob es meinem Baby gut geht. Vielleicht können Sie mir einige Fragen beantworten und mir ein paar Sorgen nehmen. MFG Doreen
Liebe Doreen, 1. es ist schon richtig, dass einer Anämie in der Schwangerschaft eine Bedeutung zukommt. Allerdings ist es auch immer wichtig, welche Einheit hier zu Grunde gelegt wurde und wie Ihr Arzt den Wert bestimmt hat (Entnahme aus der Vene oder aus der Fingerbeere?) Parallel zum Eisen ist die eisenreiche Ernährung sehr wichtig: Der größte Eisenlieferant ist Fleisch, vor allem Rindfleisch. Das tierische Eisen ist für unseren Organismus besser zu verarbeiten als das pflanzliche. Darüber sollten reichlich Vollkornprodukte und dunkles Gemüse verzehrt werden. Kaffee und Tee hemmen die Eisenaufnahme; Vitamin C erleichtert sie. Wer also zum Essen Orangensaft trinkt oder in die Salatsoße etwas Zitronensaft gibt, verbessert damit seine Eisenbilanz. Bei einem Hämoglobinwert von von 11–13 g/dl wird eine orale Substitution mit 80 mg Eisen-II-Sulfat oder 100 mg Fe3+ als Eisen-III-Komplex empfohlen. Jedoch ist Ihnen anzuraten, die Dosis individuell durch Frauenärztin/Frauenarzt festlegen zu lassen. 2. die niedrigen Werte steigen aber nicht gleich wieder an, wenn Eisen eingenommen wird und auch sind nicht gleich Folgen für das Ungeborene zu erwarten. 3. nicht gleich jeder niedrige Blutdruck ist mit Gefahren für das Ungeborene verbunden. Und es ist hier meist nicht ein fixer Wert, an dem man sich orientiert, sonder eher die Klinik Symptomatik, die die Schwangere bietet. Sofern es der Schwangeren unter einem niedrigen Blutdruck gut geht, sollte sie zunächst beruhigt sein. Werte, die deutlich unter 100 liegen und mit einer entsprechenden Symptomatik verbunden sind, wären bedenklich, sofern sie dauerhaft da sind und dieses sollte möglichst vermieden werden. Empfehlenswert sind bei entsprechenden Symptomen in erster Linie die reichliche Flüssigkeitsaufnahme 2,5-3 Liter am Tag! und in Extremfällen auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Die Schwangerschaft per se bringt aber auch ohne eine Anämie oder niedrigen Blutdruck mit sich, dass viele Frauen schon recht früh viel eher erschöpft sind und über chronische Müdigkeit klagen, die nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Was ist zu tun? Bei Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen und Müdigkeit, Kreislaufprobleme sollten natürlich zunächst mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, hilft insbesondere die sportliche Aktivität zur Anregung des Kreislaufes. Von übermäßigem Genuss von Kaffee in der Schwangerschaft ist zur Anregung des Kreislaufs, gerade bei vermehrter Übelkeit, abzuraten. Die Aktivitäten müssen dabei nicht unbedingt Wettkampfbedingungen entsprechen, sondern es reichen hier schon leichte Übungen; sofern hierbei keine Beschwerden auftreten. Auch eine kalte Dusche oder Wechselduschen bringen den Kreislauf in Schwung und vertreiben die Müdigkeit. 4. in der Schwangerschaft ist es umso wichtiger, zu wissen, wie das Wachstum des Kindes aktuell ist,die Fruchtwassermenge und ob es an der Gebärmutter Besonderheiten gibt. Dabei kommt dann dem Fundusstand nur eine begrenzte Bedeutung zu. 5. was das "K" bedeutet, kann ich leider nicht sagen. 6. bei regulärem Verlauf der Schwangerschaft ist eigentlich in den aktuellen Mutterschaftsrichtlinien kein CTG vorgesehen, sofern es dafür keine medizinische Indikation gibt, dennoch wird es hier in besonderen Situationen ab etwa der 29. SSW mitgeschrieben, um eine Aussage zum Wohlbefinden des Kindes und der Aktivität der Gebärmutter sagen zu können. 7. diese "Ungewissheit" besteht natürlich für alle Schwangeren während der Zeit, in der nicht untersucht wird und diese Restunsicherheit wird sich nicht vermeiden lassen. Hier ist es ganz besonders wichtig, einfach mal loszulassen! Es gibt eben keine konkreten subjektiven Hinweise, wir mal von Blutungen und vorzeitigen Wehen abgesehen, die Ihnen zeigen, dass es dem Kind nicht gut geht. Lassen Sie sich durch die Einschätzung Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt beruhigen. Denn wenn bei den Routinekontrollen alles in Ordnung ist, wird es dem Kind wohl auch in dem folgenden Intervall gut gehen. VB