Mitglied inaktiv
Lieber Dr.Bluni, bin in der 17.SSW und habe heute morgen beim Waschen unter meiner Brust eine Zecke entdeckt. Entfernen konnte ich sie selbst, habe danach die Stelle mit Alkohol betupft. Wir haben seit Jahren zwei Katzen, die trotz Prophylaxe ab und an mal eine Zecke anschleppen. Bisher habe ich nie bei mir selbst eine bemerkt. Gegen Borreliose oder FSME bin ich nicht geimpft. Wir leben in NRW in der Nähe von Wuppertal, soweit ich weiß, kein gefährdetes Gebiet. Normalerweise hätte ich meinen FA oder HA angerufen, aber es ist ja Samstag. Ich habe jetzt Sorge um mein Baby. Wie verhalte ich mich? Danke für eine Antwort, MFG Mona
guten Morgen Mona, im Allgemeinen wird empfohlen, wenn die Zecke komplett entfernt wurde, sollte die Bissstelle beobachtet werden (ggf. den Hausarzt informieren) und im Falle einer ringförmigen Rötung sollte in jedem Fall eine antibiotische Behandlung erfolgen. Hier noch einmal ein paar zusammenfassende Infos: die Zecken können neben der Frühsommermeningoenzephalitis (in Endemiegebieten) Borrelien übertragen. Die Borreliose (Lyme Diesease) (Inkubationszeit 7 Tage bis mehrere Monate) zeigt sich häufig erst nach einer längeren Zeit mit unterschiedlich ausgeprägten neurologischen Symptomen oder Gelenkbeschwerden. Da die Erreger nicht immer übertragen werden, ist generell eine Therapie nur dann indiziert, wenn sich um den Einstich herum eine Rötung nachweisen lässt ringförmige Rötung = Erythema chronicum migrans), was den Verdacht auf eine Infektion lenkt. Eine Infektion des ungeborenen Kindes in der Schwangerschaft ist möglich. Über Schäden bei den Ungeborenen gibt es aber nur sehr wenige Berichte. Vorsorglich wird bei Nachweis dieser Infektion in der Schwangerschaft zur frühzeitigen Penicillintherapie geraten. Diese ist für das Kind sicher unbedenklich. Neben der Kontrolle der Bissstellte sollte laborchemisch etwa 3 Wochen nach Zeckenbiss bei der Schwangeren der Borrelientiter entnommen werden. Ist er negativ, würde man ihn ggf. nach weiteren 3 Wochen wiederholen. Frau Prof. Enders aus Stuttgart empfiehlt hier auch, dass man dann bei Geburt des Kindes aus dem Nabelschnurblut den Titer nochmals mitbestimmen lässt (allerdings ist dieses nur relevant, wenn der Biss mehr als 3 Wochen zurückliegt) Herzliche Gruesse ins bergische Land nach Wuppertal. VB
Mitglied inaktiv
Hallo Josie, ich bin zwar keine Expertin, würde dir aber trotzdem raten am Montag zum Arzt zu gehen und dich oder die Zecke, falls noch vorhanden, auf Borreliose testen zu lassen. Meines Wissens nach gibt es dafür keine bestimmten Gebiete, wie bei der FSME. Bei einer Infektion, kann noch rechtzeitig mit Antibiotika eingegriffen werden. Alles Gute, Ivonne