Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

wehenartige schmerzen nach ...

Frage: wehenartige schmerzen nach ...

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hallo dr.bluni, vor drei monaten habe ich meinen kleinen sohn zur welt gebracht. beim gv habe ich keine schmerzen. nur nach dem letzten orgasmus bekam ich wehenartige schmerzen, die sich bis in den rücken zogen. es war deutlich schmerzhafter, als mestruationsschmerzen. ich habe auch keine blutung bekommen. ist das nach einer geburt normal? oder sollte ich das kontrollieren lassen? lg birgit


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Birgit, 1. zu intermittierenden Schmerzen beim Verkehr nach einer Entbindung kann man folgendes sagen: Dieses Problem ist nicht nur für die betroffenen Frauen ein Problem, sondern auch für die betroffenen Ärzte, die meistens keine Patentlösung anbieten können, da sich häufig organisch nichts fassbares findet. Es gibt hierzu kaum wissenschaftliche Abhandlungen, und die meisten finden, dass es eben nicht immer an einem Dammschnitt oder Dammriss liegt, da auch Frauen nach Kaiserschnitt über derartige Probleme klagen. Dennoch finden sich die von Ihnen beschrieben Beschwerden bei Frauen nach einer normalen Entbindung mit Dammriss- oder schnitt häufiger als bei Frauen nach einem Kaiserschnitt. Nicht ganz von ungefähr kommt die Maxime vieler amerikanischer Frauen "preserve your love channel, take a caeserean" = erhalte deinen Liebeskanal und lass gleich einen Kaiserschnitt machen. Sofern sich organisch nichts findet, in einigen Fällen kann es wirklich sinnvoll sein, den Damm in einem kleinen chirurgischen Eingriff nochmals zu dehnen; gerade wenn der Scheideneingang deutlich enger als vorher ist, kann man hier nur symptomatisch behandeln und an die Geduld der Frauen und Paare apellieren, da sich das Problem in den meisten Fällen mit der Zeit von selbst löst. Man sollte daran denken, dass das eventuelle Stillen zu verstärkter Trockenheit in der Scheide und dann auch zu Schmerzen beim Verkehr führen kann. Hier kann entweder eine lokal aufzutragende Östrogencreme oder eine Gleitcreme bei gleichzeitiger Anwendung von Kondomen nur eine auf Wasserbasis schon Abhilfe leisten. 2. sofern gestillt wird, kommt es zu einer hormonellen Unterdrückung der Eierstöcke und es tritt auch keine Regelblutung ein. In seltenen Fällen kann es mal zwischendurch bluten, da der Hormonspiegel nicht immer mit der gleichen Intensität unterdrückt wird. In den meisten Fällen kommt die reguläre Menstruationsblutung dann erst ca. 2-3 Monate nach Ende des Stillens wieder. Wenn nicht gestillt wird, tritt die erste Regelblutung nach Geburt in etwa 4-8 Wochen ein. VB


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