Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Vorsorgeuntersuchung

Frage: Vorsorgeuntersuchung

Mitglied inaktiv

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Hallo Ich bin mit 43 Jahren das fünfte Mal schwanger und von Meinen Vier sind zwei besondere Kinder. Durch das Alter und den beiden Kindern zählt diese Schwangerschaft als Risiko. Schon ab der 7 Woche muss ich Insulin spritzen. Zur Diabetikerprechstunde gehe ich alle 14 Tage hin. Der erste Frauenarzt wollte für die ganze Schwangerschaftsuntersuchungen noch mal 170 Euro haben. Nach dem Ich den Frauenarzt gewechselt habe, brauche ich nichts zu bezahlen. Fühle mich dort aber nicht so gut aufgehoben. Jetzt bin jetzt in der 18 Woche und habe erst zwei Vorsorgeuntersuchung im Mutterpass und den normalen Ultraschall plus Fruchtwassertest. Der Arzt hat erst einmal blutabgenommen und einmal den HB. In den ersten SS hatte ich viel mehr Untersuchungen. Wie groß sind die Abstände von den Vorsorgeuntersuchung bei Risiko? Muss der HB nicht immer mit untersucht werden? Wird nicht mehr bei jeder Untersuchung ein Ultraschall gemacht auch nicht bei mir? Kann die den Arzt nochmal wechsel? Viele Grüße aus Dortmund Heidi Zimmmermann


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Heidi, 1. Jede Interessierte kann in den online abrufbaren Mutterschaftsrichtlinien nachlesen, was Gegenstand der Vorsorgeuntersuchungen in einer Schwangerschaft ist. Die Adresse ist http://www.medical-text.de/abrechnungebm/richtlinien/mutter/richmu01.htm Eine gynäkologische Untersuchung ist bei Beginn der Schwangerschaft mit einem Chlamydienabstrich vorgesehen. Gegebenenfalls kann der Frauenarzt oder Frauenärztin dann noch nach Bakterien & Pilzen schauen und den ph-Wert bestimmen. Auch sollte ein aktueller Krebsabstrich vorliegen. Ist der weitere Verlauf unauffällig und liegt kein Risiko vor (z.B. Zustand nach Frühgeburt oder sehr frühem Blasensprung)und es gibt keine vorzeitigen Wehen, sind weitere gynäkologische Tastuntersuchungen nicht vorgesehen, auch wenn dieses schon lange in Deutschland tägliche Praxis ist. Bezüglich all der im deutschen Mutterpass aufgelisteten Untersuchungen gibt es mittlerweile auch in der Fachwelt eine Diskussion, inwiefern all diese dort aufgeführten Dinge inklusive der regelmäßigen vaginalen Tastuntersuchung bei jedem Besuch, selbst wenn die Frau beschwerdefrei ist, wirklich noch das bewirken, was damit beabsichtigt war, nämlich unter anderem die Rate an Frühgeburten zu reduzieren. Das Vorgehen, wie bei uns in Deutschland während der Schwangerschaft gibt es, wie erwähnt, in vielen anderen technisch hoch entwickelten Ländern, wie Österreich, Schweiz, USA und andere Länder, die keine höheren Zahlen an Frühgeburten oder Müttersterblichkeit aufweisen, so nicht. Wenn ein behandelnder Arzt hier auf diese regelmäßigen Tastuntersuchungen verzichtet, ist eher zu unterstellen, dass der Frauenarzt oder Frauenärztin sich daran orientiert, dass er/sie eben bei unauffälligem Verlauf nicht jedes Mal vaginal untersucht. Bei Unsicherheit mit dem Vorgehen ist es sicher ratsam, offen über das individuell sinnvollste Vorgehen und die Möglichkeiten der zusätzlichen Diagnostik mit der Arzt oder Ärztin zu sprechen, um eventuelle Missverständnisse auszuräumen. 2.das genannte "Problem" mit den „Wunschleistungen für gesetzlich versicherte Patientinnen – nicht nur in der Schwangerschaft - ist sicher eines, welches in der letzten Zeit häufiger auftritt (und in Zukunft noch viel mehr) und ist nicht zuletzt auf eine fehlende oder falsche Information/Vorstellung der Schwangeren und auch einem Kommunikationsproblem zwischen behandelndem Frauenarzt oder Frauenärztin und Patientin zurückzuführen. Sicher ist es seitens des behandelnden Frauenarztes oder Frauenärztin notwendig, sich der Probleme und Ängste der Schwangeren/Patientin anzunehmen, ihr offen die Dinge zu erläutern, die eine reguläre Vorsorge beinhaltet und was darüber hinaus geht, und von ihr privat zu erstatten ist. Die moderne Frauenarztpraxis sollte sich natürlich als ein Servicebetrieb verstehen. Hierbei sollte der Partner - wenn von der Schwangere gewünscht - in die Gespräche und Untersuchungen mit eingebunden werden. im Rahmen einer normalen Schwangerschaft ohne Hintergrundrisiko sind 3 Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen: 9.-12. SSW 19.-22. SSW 29.-32. SSW Bei besonderen Indikationen (Risiko aus der Vorgeschichte oder dem Alter, Auffälligkeit, Wachstumsretardierung, andere Besonderheiten) sind weitere Untersuchungen angezeigt. Wünscht die gesetzlich versicherte Schwangere darüberh hinaus gehende, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, so müssen ihr hierfür ganz klar die Kosten komplett in Rechnung gestellt werden. VB


Mitglied inaktiv

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Hallo! Normal sind VU in 4 Wochen-Abständen und 3 US-Untersuchungen. Ich war auch Risiko-SS ( 4 FG, Konisation, Herzkrankheit bei mir). Meine FÄ hat öfter als 3x geschallt, aber die Intervalle lagen bei mir auch bei 4 Wochen, ausser wenn was gewesen ist oder ich einfach ein ungutes Gefühl hatte, dann konnte ich jederzeit kommen. Blut uwrde bei mir in der gesamten SS 3x untersucht, HB einmal am Anfang und dann erst wieder so um die Halbzeit und nochmal etwa in der 30.SSW. Wenn Du Dich bei Deinem Doc nicht gut aufgehoben fühlst, dann wechsel, das geht jederzeit Problemlos. Schliesslich sollte ein vertrauensverhältnis da sein. LG Susi


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