Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

vielleicht schwanger mit 135 kg!

Frage: vielleicht schwanger mit 135 kg!

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Hallo, Dr. Bluni, ich habe grosse Angst. Meine Regel ist 2 Tage überfällig und ich habe Angst, dass ich evtl. schwanger sein könnte. Mir ist morgens flau im Magen, dann bin ich in letzter Zeit sehr müde und mir ist öfter mal schwindelig. Mein Problem ist, dass ich sehr übergewichtig bin, wiege 135 kg und bin nur 1,56 m gross. Ich bin 31 Jahre alt. Ich habe schon 1 Sohn, Maximilian er ist 4 Jahre alt, da war ich 99 kg schwer bei SS-Beginn und kurz vor der Geburt hatte ich 123 kg. Ich hatte während der ganzen SS keinerlei Beschwerden und mein FA sagte nie, dass ich zu dick wäre. Leider musste dann doch ein Kaiserschnitt gemacht werden, weil mein Muttermund nicht weiter als 1 1/2 cm aufging und ich kaum Wehen hatte. Es wurde von Geburtsstillstand gesprochen und ein Kaiserschnitt gemacht, weil das Fruchtwasser schon grün war. Nun mache ich mir hauptsächlich Sorgen wegen meinem Gewicht, ich hatte jetzt schon von 150 kg auf 135 kg abgenommen, hatte auch mit meinem Mann immer verhütet, aber vielleicht ist was schief gelaufen. Was raten Sie mir?? Soll ich noch warten oder einen Test machen?? Die Periode kam eigentlich jetzt immer pünktlich. Vielen Dank für Ihre Antwort, liebe Grüsse Jutta.


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1. eine Schwangerschaft ist in solchen Fällen rein theoretisch nie ausgeschlossen. Sichere Aussagen lassen sich zunächst mal mit einem Schwangerschaftstest machen. Und zwar dann, wenn der Schwangerschaftshormonwert einen Blut- und Urinspiegel erreicht, der eine zuverlässige Messung zulässt. Dies ist eigentlich erst ca. 14 Tage nach vermeintlicher Befruchtung der Fall. Die vermeintlichen "Symptome" alleine sind sicher nicht aussagekräftig genug. 2.bei der Berechnung des Übergewichtes ist es vor allem der Body-Mass-Index, welcher am besten Auskunft über die Situation gibt.= Körpergewicht geteilt durch (Länge in Metern zum Quadrat). Dieses sollte in etwa bei 25 liegen, um normwertig zu sein. Ihren Angaben zufolge beträgt Ihr persönlicher Body Mass Index bei 55,5. Es liegt ein extremes Übergewicht (Fettleibigkeit) vor. Wegen des besonders hohen Risikos ist hier in jedem Fall eine ärztliche Behandlung des Übergewichtes dringend zu empfehlen. Erfahrungsgemäß macht es hier auch wenig Sinn, es mit diversen Diäten zu probieren, sondern unter ärztlicher Begleitung ist es sinnvoll, vor einer Schwangerschaft eine professionelle Ernährungsberatung mit Gewichtsreduktion anzustreben. Hierbei ist es auch sinnvoll, Begleiterkrankungen, wie z.B. des Zuckerstoffwechsels und der Schilddrüse ausgeschlossen werden. Selbstverständlich kann ein solches Übergewicht auch dazu beitragen, dass die hormonelle Situation verändert ist (z.B. zu viele männliche Hormone) was den Eintritt einer Schwangerschaft erschwert. Welche Probleme können sich nun darüber hinaus bei der Schwangeren, dem Kind und dem Schwangerschaftsverlauf eventuell ergeben, wenn ein Übergewicht vorliegt? Untersuchungen zeigen, dass ein Übergewicht mit einem erhöhten Risiko für die Schwangerschaft und Geburt verbunden ist. Und zwar für die verschiedensten Probleme. Deshalb ist es bei Kinderwunsch ratsam, darüber mit der Frau zu sprechen und dann mit ihr zu erörtern, ob sie vielleicht zunächst das Ausgangsgewicht reduziert. Generell von einer Schwangerschaft abraten müssen wir in einer solchen Situation nicht. Während der laufenden Schwangerschaft sollte aber keine Gewichtsreduktion stattfinden und es ist auch nicht sinnvoll, eine Diät durchzuführen. Die wünschenswerte Gewichtszunahme in der Schwangerschaft richtet sich nach dem Body-mass-index (BMI) der Frau, die noch nicht schwanger ist. BMI vor der Schwangerschaft und empfohlene Gesamtzunahme(kg): niedrig (kleiner 19)) 12,5-18 normal (19-25) 11,5-16 hoch (größer 26) 7-11,5 Wir können bei Frauen mit Übergewicht nicht nur eine höhere Rate an Fehlbildungen des Herzens, der Bauchwand, und des Gehirns beobachten, sondern auch die so genannten Neuralrohrdefekte, wie zum Beispiel offener Rücken. Darüber hinaus zeigen sich bei Übergewicht vermehrte Frühgeburten und Infektionen bei den Kindern. Wegen häufig besonders schwerer Kinder kann es hier dann auch gehäuft zu mechanischen Problemen unter der Geburt mit Verletzungen der Kinder und einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Kaiserschnittentbindung oder Saugglocken- +Zangenentbindung kommen. Und hier sind auch Wundheilungsstörungen gehäufter zu beobachten. Auch Stoffwechelserkrankungen, wie der Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruckerkrankungen finden sich bei übergewichtigen Schwangeren häufiger. Die genaue Ursache für diese Abläufe ist bis heute unbekannt. Es werden aber Vitaminmangel und Stoffwechselprobleme als eine Erklärung angenommen. Aus diesen Gründen wird die Schwangerschaft der Übergewichtigen sinnvollerweise besonders aufmerksam überwacht. Es ist zu empfehlen, die regulären Vorsorgen in jedem Fall alle wahrzunehmen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, der Betroffenen die möglichen Untersuchungen im Hinblick auf Neuralrohrfehlbildungen und Schwangerschafts-Diabetes anzubieten. Gegebenenfalls kann durch einen Ultraschallspezialisten nach besonderen Auffälligkeiten beim Kind geschaut werden, sofern dieses die Schwangere wünscht VB


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