Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

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guten morgen dr. bluni ich bin jetzt morgen in der 30.ssw und alles in allem verläuft meine schwangerschaft nicht so toll....habe seit längerem immer wieder mit wehen zu tun gehabt.... nach einem treppensturz und abklärung in der klinik wurde ja festgestellt das mein mumu sehr weich ist ,zwei bis drei finger auf und gebärmutterhals auf 1,6 verstrichen ist..... nun war ich gestern zu vorsorge bei meinem gyn.... nach zwei tagen absuluter ruhe ist immerhin bei ihm ein meßwert des hales von 2,3 rausgekommen...aber eiweiß und blut im urin....es wurde ein abstrich von streptokokken und cymybien (oder so ähnlich) genommen und auch nur ein eisenwert von 3,87 festgestellt......... soll nun 4-6 mal eine halbe partusisten nehmen,3mal2 magnesium und ein eisenfolsäurepräperat einnehmen was können diese wert bedeuten??? mein gyn wollte mir nicht so richtig auskunft geben da ich eh schon genug angst habe,aber eine aufklärung hätte ich schon gern lungenreifespritze habe ich gertsn eine bekommen mit 12ml und heute nochmal eine abholen... wäre dankbar wenn sie mir vielleicht ein wenig aufschluß geben könnten vielen dank silvia


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Silvia, 1. Sofern eine bestehende Anämie entsprechend behandelt wird, sollte die Schwangere sich erst mal nicht sorgen. Sie sollte mit ihrem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin über die Werte und deren Bedeutung sprechen. Sicher kann eine ausgeprägte Anämie sich auch negativ auf die kindliche Entwicklung auswirkene. in der Schwangerschaft steht durch Ernährungsdefizite eine Eisenmangelanämie im Vordergrund, die sich nach der Geburt durch größere Blutverluste und auch fehlende Prävention und Therapie dieser Blutverluste bei Geburt verstärken kann. Die WHO definiert eine Anämie beim Vorliegen eines Hämoglobinwertes unter 11 g/dl in der Schwangerschaft und unter 10 g/dl in der Wochenbett-Periode. Es ist gesichert, dass niedrige Hämoglobinwerte in der Schwangerschaft und im Wochenbett - insbesondere Werte unter 9 g/dl -deutliche Negativauswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung haben. Als negative Auswirkungen einer Anämie stehen bei der Mutter gehäufte Infektionen und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Beim Ungeborenen stehen die Wachstumsminderung mit Mangelentwicklung und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Als Prophylaxe ist zunächst der Genuss eisenreicher Nahrung zu empfehlen: Der größte Eisenlieferant ist Fleisch, vor allem Rindfleisch. Das tierische Eisen ist für unseren Organismus besser zu verarbeiten als das pflanzliche. Darüber sollten reichlich Vollkornprodukte und dunkles Gemüse verzehrt werden. Kaffee und Tee hemmen die Eisenaufnahme; Vitamin C erleichtert sie. Wer also zum Essen Orangensaft trinkt oder in die Salatsoße etwas Zitronensaft gibt, verbessert damit seine Eisenbilanz. Bei Vorliegen einer Anämie ist in jedem Fall die Verabreichung eines Eisenpräparates zu empfehlen. Das Eisenpräparat kann bei Nebenwirkungen ausnahmsweise auch mal nicht auf nüchternen Magen und vielleicht am Abend eingenommen werden, da dann die Nebenwirkungen überschlafen werden. Ansonsten sollte es eben besser auf nüchternen Magen und morgens eingenommen werden. 2.physiologischerweise verkürzt sich der Gebärmutterhals gegen Ende der Schwangerschaft immer, was ein Zeichen dafür ist, dass sich die Gebärmutter auf die Geburt vorbereitet. Kommt es jedoch früh zu einer Verkürzung (deutlich vor der 34. SSW), dann bedeutet dieses, je nach Ausprägung ein gewisses Risiko für eine Frühgeburt. Diese Verkürzung wird durch eine vorzeitige Wehentätigkeit hervorgerufen, wobei die genauen Entstehungsmechanismen bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Eine bakterielle Besiedlung ist sicher nur eine Erklärung. Die Länge alleine lässt hier keine Rückschlüsse zu, ausser, dass man sagen kann, dass eine Länge von weniger als 2,5 cm mit einem erhöhten Risiko der Frühgeburt einhergeht und deshalb entsprechende Empfehlungen und Maßnahmen ausgesprochen werden. Man muss dieses aber immer im Gesamtzusammenhang sehen: Sehr hilfreicht ist hier, wenn man weiss, ob die Frau Beschwerden (Kontraktionen oder gar Wehen hat)hat, ob sich Hinweise für eine Entzündung im Bereich der Scheide finden, die auch der Auslöser sein können oder ob sich im vaginalen US Hinweise auf eine weitere Verkürzung des Gebärmutterhalses finden. Unter entsprechender Schonung und Magnesiumeinnahme kann es hier zu einer Verbesserung der Situation kommmen. Inwieweit eine orale Wehenhemmung hier noch weiter helfen kann, müsste man dann abwarten. VB


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