Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Toxoplasmose

Frage: Toxoplasmose

Natalie2

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Wie oft sollte man denn (falls es jetzt direkt klappt mit dem schwanger werden) den ToxoplasmoseTest wiederholen? Reicht dies alle 8 Wochen oder doch lieber eher? Ich habe ja jetzt (leider) im Internet nachgelesen. Diese Parasiten können ja überall in der Erde und Sand vorkommen. Und wie oft geht er auf den Spielplatz. Und auch in der Spielgruppe geht mein Sohn in einen Sandkasten. Heute hatte er auch Sand auf dem Kopf. Da können ja dann auch die Parasiten vorkommen... Kann man denn falls man sich ansteckt durch Antibiotika gabe einen möglichen Übertritt aufs Kind verhindern? Kpmmt eine solche Infektion häufig vor? Haben Sie das öfters in der Praxis erlebt?


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, 1. eine schwangere Frau sollte nicht meinen, sie müsste sich mit Bekanntwerden der Schwangerschaft komplett von der Außenwelt abkapseln, um sich dann nur noch zur Geburt des Kindes rufen zu lassen, da ja da draußen eine Menge potentieller Gefahren vorhanden ist. Leider werden derartige Vorstellungen in zunehmendem Maße durch Veröffentlichungen in allen möglichen Medien – vornehmlich des Internets - und der selbsternannten Expertinnen mehr als geschürt. Und so erleben wir leider immer öfter eine schon sehr ausgeprägte Form der Hysterie im Hinblick auf potentielle Infektionsquellen in der Umwelt. Dieses bestätigen auch Ihre Ausführungen. Zum Glück können wir hier meist entwarnen. 2. hat die Schwangere einen negativen Toxoplasmosetiter (IgG & IgM negativ), weil sie wohl nie eine Auseinandersetzung mit dem Erreger hatte und damit keinen Schutz, sollte man ihr empfehlen, sich nicht nur um so mehr an die Empfehlungen zur Vermeidung einer Infektion zu halten, sondern diesen Titer nach etwa 8-10 Wochen nochmals kontrollieren zu lassen, da sie sich ja theoretisch in der Zwischenzeit infiziert haben könnte, und man dann noch früh genug dran wäre für eine antibiotische Behandlung, um Folgen für das Ungeborene zu vermeiden. Dabei reicht zunächst die Bestimmung des IgG völlig aus. Hat die Patientin einen positiven Titer (IgG positiv, aber IgM negativ), sprich Schutz (es fand in der Vergangenheit irgendwann mal eine Auseinandersetzung mit den Erregern statt), dann muss man dieses nicht mehr kontrollieren. In Deutschland werden jährlich etwa 20 im Mutterleib erworbene Infektionen mit Toxoplasmen gemeldet (Zahlen Bundesinstitut für Risikobewertung, 2009). Das bedeutet, dass bei 675.000 Geburten in 2008 die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1:33.700 liegen würde! Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt: - Kein Genuss von rohem oder blutigem Fleisch (Beefsteak, Tartar). - Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen (außer mit Gummihandschuhen). -Junge Kätzchen meiden (diese scheiden besonders viele Parasiten aus). - Die Katze soll, wenn möglich, nicht draußen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heißem Wasser desinfizieren. - Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen, Hände von Augen, Nase und Mund fernhalten und anschließend gut abwaschen. Sowohl im Garten als auch in Sandkästen von Kindern findet sich häufig Katzenkot. - Beim Zubereiten von rohem Fleisch Augen, Nase oder Mund mit den Händen möglichst nicht berühren. Hände anschließend gut abwaschen. Rohes Obst und Gemüse immer gut abwaschen. Abgetötet werden die Erreger durch Braten oder Pasteurisieren. Bei einer Temperatur von 67 Grad Celsius sterben auch Dauerstadien in Gewebszysten innerhalb von 1-2 Minuten ab. Das Tieffrieren hat zwar auch einen abtötenden Effekt, dieses alleine reicht jedoch nicht aus, das gefrierresistente Stämme vorkommen. Aus diesem Grund sollte Fleisch mindestens acht Stunden bei -20 C durchgefroren sein, um eine Abtötung der Toxoplasmen zu erreichen. Eine Impfung oder bewusste Infektion ist nicht möglich. Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit einem Merkblatt zur Toxoplasmose unter der Adresse http://www.bfr.bund.de/cm/238/verbrauchertipps_schutz_vor_toxoplasmose.pdf (zuletzt abgerufen:12.11.2010) VB


schnecke1

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Also ich würd einmal einen Toxoplasmose-Test machen, dann einfach die allgemeinen Regeln beachten und gut ist es. Man kann sich auch völlig verrückt machen mit solchen Dingen! Du solltest auf rohes Fleisch verzichten, Hühnchen gut garen. Und wegen Sandkasten und so, Du steckst Dir ja nicht gleich die Finger in den Mund, wenn Du Deinen Sohn, der evtl Sand auf dem Kopf haben könnte, berührt hast. Bitte sieh das alles ein wenig lockerer! Wir haben einen Kater - ich bin Tox neg - und ich mach alles mit dem, nur das Säubern vom Katzenklo überlasse ich meinem Mann. Aber ich schmuse ganz normal mit dem Kater weiter. Dann müßtest Du Dir genauso viel Gedanken um CMV machen, das ist genauso wahrscheinlich wie Tox, denn auch CMV kommt in Sandkästen vor, verläuft bei Kindern und Nichtschwangeren wie ein Erkältungsinfekt, aber als Schwangere kann es zu Schäden beim Kind führen. Wenn Du also danach gehst, dürftest Du nicht mehr mit Deinem Sohn kuscheln und auch kein Kuss von ihm bekommen! LG


Natalie2

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Da hast du recht, aber blöderweise mache ich mir über CMV auch Gedanken. Vielleicht sogar ein bisschen zuviel. Aber danke für Deine Einschätzung


FranziskaHH82

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Hallo, ich habe 2x den Test gemacht. Aber das 2. Mal nur, da meine Ärztin mit versuchte ein schlechtes Gewissen einzureden, dass ja was sein könnte... dann sollte ich mit ner Unterschrift bestätigen, dass es es meine eigene Entscheidung war den Test nicht nochmal machen zu lassen. Im Gegenzug klärte sie mich auch nicht auf, auf welche Lebensmittel ich verzichten sollte. LG Franziska


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