Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Bluni, eine für mich sehr wichtige Frage: ich wohne seit 1 Jahr in Mexiko mit meinem Mann und wir haben 2 Katzen und zwei Hunde und einen großen Garten. Ich bin jetzt in der 10. Woche schwanger und habe die TORCH I+II Tests machen lassen, die als Resultat ergeben haben, dass ich derzeit kerngesund bin, wohl auch schon Röteln als Kind hatte, aber bisher leider keine Antikörper auf Toxoplasmose - was mich ehrlich gesagt sehr wundert, weil ich mein Leben lang mit Katzen in Kontakt war und immer schon Fleisch gegessen habe... Nun gut... Ich möchte die Katzen nicht abgeben, weil ich sie sehr lieb gewonnen habe und sie irgendwie auch zur Familie gehören. Mein Mann reinigt nun das Katzenklo und sie werden auch nur mit Trockenfutter gefüttert... Welche weiteren Konsequenzen ergeben sich? Mein Arzt meint, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen, es sei alles wunderbar, aber im Internet liest man solche Horrorgeschichten, dass sich zwar nur 0,2% der Mütter infizieren, aber die Kinder dann schwer behindert mit Sehstörungen etc. auf die Welt kommen... Ich möchte natürlich, dass mein Baby gesund zur Welt kommt und auch keine Folgeschäden aufweist... Im Internet steht auch, dass man eine Infektion nicht unbedingt bemerkt, weil sie ohne besondere Symptome verlaufen kann... Muss ich jetzt regelmäßig einen solchen Test machen? Was sagen Sie dazu?! Mit freundlichen Grüßen, Susanne Lemmer
Liebe Susanne, die schwangere Frau muss nicht grundsätzlich auf den Katzenbesitz oder Kontakt zu ihr verzichten. Sie sollte aber bei ihrem Frauenarzt oder Frauenärztin den Immunstatus hinsichtlich Toxoplasmose testen lassen, da von der Katze die potentielle Gefahr der Übertragung dieser bakteriellen Infektion ausgeht, die mit zum Teil erheblichen Folgen für das Kind verbunden sein können. Hat die Schwangere einen negativen Toxoplasmosetiter IgG & IgM negativ, weil sie wohl nie eine Auseinandersetzung mit dem Erreger hatte und damit keinen Schutz, sollte man ihr empfehlen, sich nicht nur um so mehr an die Empfehlungen zur Vermeidung einer Infektion zu halten, sondern diesen Titer nach etwa 8-10 Wochen nochmals kontrollieren zu lassen, da sie sich ja theoretisch in der Zwischenzeit infiziert haben könnte, und man dann noch früh genug wäre für eine antibiotische Behandlung, um Folgen für das Ungeborene zu vermeiden. Hat die Patientin einen positiven Titer IgG positiv, aber IgM negativ, sprich Schutz es fand in der Vergangenheit irgendwann mal eine Auseinandersetzung mit den Erregern statt, dann muss man dieses nicht mehr kontrollieren. Es ist insbesondere der Katzenkot, über den der Erreger übertragen wird. Nach Kontakt mit der Katze sollte auf ein entsprechendes Säubern der Hände geachtet werden und auf Schmusen mit der Katze sollte verzichtet werden. Ansonsten gilt für Katzenbesitzer: Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen außer mit Gummihandschuhen. Junge Kätzchen meiden, denn diese scheiden besonders viele Parasiten aus. Die Katze soll, wenn möglich, nicht draußen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heißem Wasser desinfizieren Beste Grüße nach Mexico. VB
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