Junikindchen
Hallo Herr Dr. Bluni, ich bin nun in der 20. Ssw und bin Toxoplasmose-negativ getestet worden. Normalerweise esse ich gern Salami und Räucherschinken. Doch die Informationen, die ich zum Verzehr von Räucherwaren wie Salami oder Räucherschinken finde, sind leider sehr widersprüchlich. Vor einiger Zeit entdeckte ich in älteren Antworten im Forum von Ihnen mehrfach den Hinweis, dass das RKI dahingehend Entwarnung gibt und diese Lebensmittel als "sicher" einstuft. Meine alte Frauenärztin verbot den Verzehr, mein neuer Frauenarzt erlaubte ihn mir ebenso mit dem Hinweis auf das RKI. Auch in anderen Foren hatte ich dazu entsprechende Beiträge gefunden, jedoch nichts konkretes beim RKI selbst. Dort konnte ich lediglich den RKI-Ratgeber für Ärzte finden, in dem konkret zu Salami oder Räucherschinken nichts zu lesen ist. Deshalb schrieb ich das RKI direkt an, ob die Informationen bereits überholt sind oder ob ich sie nur nicht finden konnte. In der Antwort der Pressestelle verwies mich die Dame leider nur wieder auf das o.g. Dokument für Ärzte (in dem nichts konkretes für Salami oder Räucherschinken entnehmbar war) und zudem auf die Verbraucherhinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung, in dem steht: "Der Einfluss von Verfahren zur Haltbarmachung wie Räuchern, Trocknen, Salzen und Pökeln auf die Überlebensfähigkeit von Toxoplasma-Zysten ist derzeit unzureichend untersucht und daher noch unklar." Kann es sein, dass die Pressestelle nicht der richtige Ansprechpartner war, oder sind neuerdings möglicherweise tatsächlich Zweifel an der Sicherheit von Salami und Räucherschinken angebracht? Die Antwort des RKI dauerte 3 Wochen, deshalb hatte ich zwischeneitlich, der Erlaubnis meines Arztes folgend, Cervelatwurst gegessen, aber nur sehr wenig. Nun habe ich Angst, dass mein Arzt evtl. diesbezüglich vielleicht einfach nicht auf dem aktuellsten Stand ist und mache mir wegen des zwischenzeitlichen Verzehrs ein wenig Sorgen. Der nächste Arzttermin ist erst in ca. einer Woche. vielen lieben Dank, Maria Escher
Liebe Maria, 1. mit Ihrer Frage berühren Sie sicher ein sehr sensibles Thema. 2. Sie haben mit Ihrer Einschätzung schon ziemlich Recht, dass auch beim RKI und anderen Einrichtungen die Datenlage dazu extrem dünn ist und es deshalb nicht von ungefähr kommt, bei diesen Fragen zwar auf die Empfehlungen zu verweisen, gleichzeitig aber auch zu sagen, dass das Restrisiko immerhin sehr gering ist. Dieses insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, dass nach Aussage des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) in Deutschland jährlich etwa 20 im Mutterleib erworbene Infektionen mit Toxoplasmen gemeldet werden (Zahlen 2009). Das bedeutet, dass auf 675.000 Geburten in 2008 die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1:33.700 liegen wird! Auf Grund von Untersuchungen aus dem Jahr 2009, die Hinweise, darauf geben, dass Toxoplasmoseerreger in Fleisch so widerstandsfähig sind, dass sie auch längere Reifezeiten überstehen, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schwangeren Frauen, auf den Genuss von Rohwürsten wie Mett- und Teewurst, aber auch auf Salami zu verzichten. Das gleiche Institut spricht in einem Informationsflyer auch davon, dass „der Einfluss von Verfahren zur Haltbarmachung wie Räuchern, Trocknen, Salzen und Pökeln auf die Überlebensfähigkeit von Toxoplasma-Zysten derzeit unzureichend untersucht und daher noch unklar ist.“ Und das sind die Gründe, dass zu diesen Lebensmitteln für Schwangere in Deutschland die Empfehlung zur Zurückhaltung ausgesprochen wird. Liebe Grüße VB Quellen: http://www.bfr.bund.de/cd/32526 (Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Toxoplasmose - die unterschätzte Gefahr mit, Stand: 1-2010, letzter Abruf: 23.1.2012) http://www.bfr.bund.de/cm/238/verbrauchertipps_schutz_vor_toxoplasmose.pdf (Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Verbrauchertipp zum Schutz vor Toxoplasmose, Stand: Dezember 2009, letzter Abruf: 23.1.2012) Ballarini G, Martelli P (2000): The false myth of toxoplasmosis in salami. Acta Biomed Ateneo Parmense. 71:529-535. Cook, A J C, et.al., Sources of toxoplasma infection in pregnant women: European multicentre case-control study, BMJ. 2000 July 15; 321(7254): 142–147. Di Pinto et al., New Microbiologica, 33, 249-252 Petruzzelli et al., Journal of Veterinary Medical Science, 2010, 72, 499-502. Sommer R, Rommel M, Levetzow R. Die Überlebensdauer von Toxoplasmen-Zysten im Fleisch und Fleischzubereitungen. Fleischwirtsch. 1965;45:454-6 Schwartz et al., Journal of Infectious Diseases, 1989, 159, 680-685 http://d-nb.info/976007266/34 (Schulzig, Heike Silvia, „Untersuchungen zur epidemiologischen Bedeutung des Schweines bei der Verbreitung der humanen Toxoplasmose", Inaugural-Dissertation Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, 2004, letzter Abruf: 23.1.2012) http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7051/pdf/RosaStefanie_2009_05_09.pdf (Rosa, Stefanie Ulrike, „REAL TIME-PCR-UNTERSUCHUNGEN ZUR PERSISTENZ VON INFEKTIÖSEN TOXOPLASMA GONDII-DAUERSTADIEN IN ROHWURST-ERZEUGNISSEN“, INAUGURAL-DISSERTATION zur Erlangung des Grades eines Dr. med. vet. beim Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, 2009, letzter Abruf: 23.1.2012)
Katischmaus
Hey habe mir aus den selben gründen Gedanken gemacht und mich sehr viel belesen und mit Ärzten gesprochen. Wie bei dir hat jeder eine andere Meinung dazu. Schrecklich. Hatte dann ein Artikel gefunden in dem stand, das in Deutschland alles streng kontrolliert ist und für schwangere unbedenklich sein sollte. Du isst ja diese Sachen auch in Maßen und nicht in Massen. Ich habe eben dann mein Brot mal mit Schinken oder Salami gegessen, auch mal ein halbes mit Leberwurst. Und es geht mir Super. Sicher gibt es immer Ausnahmen, aber in diesen fall kann man es sich übertreiben. Bei mir wurde dann festgestellt das ich mal toxoplasmose hatte und aß dann sogar mal sushi und das soll man ja auch nicht essen.wenn du natürlich Sorge hast, dann halte die 20 Wochen noch aus und danach kannst du ja wieder schlemmen:) Liebe Grüße
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