Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Bluni, ich habe nochmal meine Untersuchungsergebnise der Dopplersonographie aus der 29. SSW durchgesehen. Dort wurde ein beidseitiges Notching festgestellt. (links: 0,59, rechts 0,56) Nun habe ich mittlerweile rausgefunden, das ein Notching ein Hinweis bzw. Risiko sein kann später eine Gestose/HELLP zu entwickeln (stimmt das?? ) Mein Arzt meinte da nur es sei nichts bedenkliches und das haben viele Schwangere (auch die, die nicht wie ich Diabetes Typ 1 und Faktor V haben). Der nächsten Vorsorgetermin wurde 4 Wochen später angesetzt und auch gemeint ein weiteren Dopplerultraschall reiche in 4 Wochen aus. Mit keinem wort wurde ich darauf hingewiesen, das das ein Risiko (zusätzlich zu den bestehenden) sein könnte eine Gestose/HELLP zu entwickeln. So wäre ich mit den bestehenden Wassereinalgerungen sofort zum Arzt gegangen, anstatt das als Normal in der SS anzusehen. Mein Diabetes war top eingestellt und Faktor V wurde durch ein Gerinnungszentrum kontroliert. Hier waren die Ergebnisse bis zur 29. SSW immer in Ordnung. Ich hatte dann in der 33. SSW eine Totgeburt. Als Ursache der Totgeburt wurde eine Plazentaablösung an 3 Stellen festgestellt und ich hatte das HELLP Syndrom entwickelt. Können Sie mir bitte erklären, in welchen Zusammenhang das Notching, der Faktor V Leiden und Diabetes steht, das ich eine Totgeburt hatte? Stimmt es, dass Notichng ein Hinweiss auf die Entwicklung einer Gestose sein kann? Hätte hier seitens der Ärzte nicht einen engmaschigere Kontrolle erfolgen müssen? Vielen Dank Gruiten
hallo, die Gesamtsituation mit einem Diabetes und einer Gerinnungsstörung stellt per se sicher ein deutlich erhöhtes Risiko für die Schwangerschaft und damit verbundene Komplikationen dar. Dazu gehören Ereignisse, wie eine "Gestose" (=Präeklampsie), Frühgeburt oder ein hoher Blutdruck. Aber auch das Risiko für eine vorzeitige Plazentalösung - die sicher nicht vorhersehbar ist, wäre das Risiko bei den Vorerkrankungen erhöht. Die Häufigkeit der vorzeitigen Lösung der normal angelegten Plazenta(=Abruptio placentae) wird in der Literatur zwischen 0,3 bis 1% angegeben. In der bayerischen Perinatalerhebung von 1996 betrug sie 0,5%. Sie ist eine gefährliche Komplikation sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Ihre Ursache besteht am häufigsten in Gefäßveränderungen im Bereich der Insertionsstelle der Placenta(Mutterkuchen), die im Rahmen einer EPH-Gestose auftreten. Im Bereich der Spiralarterien kommt es zur Gefäßruptur mit Bildung eines retroplazentaren Hämatoms (Bluterguss hinter dem Mutterkuchen). Das Wiederholungsrisiko wird in der Literatur mit Werten zwischen 4,4 % und 12 % angegeben. Als assoziierte Risikofaktoren werden ein vorzeitiger Blasensprung, intrauerine Wachstumsretardierung und schwangerschaftsinduzierte Hypertonie gesehen (hoher BLutdruck/Gestose). Für eine erneute Schwangerschaft wäre es wichtig, dass die Betreuung bei einem Frauenarzt und eine Mitbetreuung und ENTBINDUNG in einer Frauenklinik geschieht. Die individuelle Betreuung und weitere Einzelheiten sollten Sie dann bitte mit Ihrem behandelnden Frauenarzt/ärztin besprechen. wenn sich in der Dopplermessung der Blutgefäße in den Gefäßen, die die Gebärmutter versorgen (Arteria uterina) ein so genanntes notching oder ein erhöhter Widerstand zeigt, so kann dieses ein Hinweiszeichen auf ein erhöhtes Risiko (high risk) u.a. für eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose,Präeklampsie) oder eine Wachstumsretardierung (IUGR=intrauterine growth retardation) darstellen. Es geht hiervon nicht gleich eine Gefahr aus. Es ist aber sinnvoll, über die Bedeutung zu sprechen und entsprechende Kontrollen zu veranlassen. Eine Gesamtprognose kann dann eigentlich nur im Verlauf abgegeben weden, um daraus dann die entsprechende Entscheidung abzuleiten, in welchen Abständen zu kontrolliern ist oder wie am besten vorzugehen ist. VB