Mitglied inaktiv
Ich bin etwas verunsichert.Ich bin seit 26Jahren Typ 1 Diabetikerin(somit ja eine Risikoschwangere,ich wurde so auch eingestuft vom FA..).Ich bin jetzt in der 10.SSW und bisher ist alles in Ordnung.Mein Diabetes ist mit Insulinpumpe topp eingestellt,die SS war geplant.Soweit erfreulich.Jetzt hat mich eine andere Diabetikerin angerufen und erzählt,daß´sie alle 2Wochen zum Ultraschall geht(will ihr FA so)und sie hat keine Untersuchung zahlen müssen,da sie ja eine Risikoschw. ist.....So das ist der Punkt:Ich habe für Toxopl.-Test 60 Euro bezahlt,ich soll nächste Woche 85.-E für die Ultraschalluntersuchungen und 80.-Euro für den Trippletest(ein Onkel von mir hat ein Kind mit Down-S.)mit bringen.Ich bin jetzt schon sauer,sie hat diese Tests alle nicht gezahlt und ich habe auch nur die normalen Untersuchunngstermine wie alle gesunden auch...Irgendwie habe ich jetzt leider das Gefühl,daß mein FA mich ausnimmt.Was meinen sie? LG Susi
liebe Susi, die Tatsache, dass die Erwartungshaltung der Schwangeren hinsichtlich der Kostenübernahme diverser Untersuchungen mit dem Leistungsangebot der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) häufig nicht entsprechend zu vereinbaren ist, führt im alltäglichen Praxisleben dazu, dass es eben immer wieder Diskussionen zu diesen Dingen gibt, was eben auch durch Missverständnisse, Kommunikationsprobleme und Fehlinformationen der Patientinnen bedingt ist. Jede Schwangere kann in den online abrufbaren Mutterschaftsrichtlinien nachlesen, was Gegenstand der Untersuchungen ist. Die Adresse ist http://www.medical-text.de/abrechnungebm/richtlinien/mutter/richmu01.htm Es ist richtig, dass hier seitens des Arztes und des Praxisteams, der/die eine "Zusatzleistung" anbietet, eine objektive Vorabinformation der Patientin über den Inhalt, die Vor- und Nachteile und auch über die Kosten der Untersuchung, die nicht von der Gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden, erfolgen muss. Das Bewusstsein, dass man sich hier um seine "Kundin" kümmern muss, wenn man für eine Leistung zusätzliches Geld bekommt, hat sich wohl noch nicht überall durchgesetzt. Das sollte dann aber dann auch ohne Bedenken offen angesprochen werden! Und deshalb halte ich es immer für die bessere Lösung, in einer solchen Situation mit dem Frauenarzt oder Frauenärztin die Dinge zu klären und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, als hier vorschnell den Frauenarzt oder Frauenärztin zu wechseln, was im Zeitalter der Chipkarte immer (noch) möglich ist, da keine Prüfung stattfindet. Wichtig zu wissen ist, dass solche „Zusatzleistungen/ Individuellen Gesundheitsleistungen“ nicht zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden dürfen und, auch wenn eine solche auf Überweisung erfolgt, es dafür eine klare Indikation geben muss. Denn umsonst ist dieses natürlich nicht. Faktisch zahlen es die anderen Beitragszahlerinnen dann mit. Ausnahmen hiervon gibt es eigentlich nicht. Dass diese Vorgabe "schon mal" von dem ein oder anderen "umschifft" wird, ist bestens bekannt. Und deshalb ist ein Triple-Test und eine Toxoplasmosetestung ohne Anhalt für eine Infektion immer eine Privatleistung! Nun noch zur Frage, welche Untersuchungsinhalte bei einer Schwangere mit einem Diabetes empfehlenswert sind: Die Mutterschaftsvorsorge bei Diabetikerinnen ist während der ganzen Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen. Die Zusammenarbeit mit einem Perinatalzentrum, das in der Betreuung diabetischer Schwangerer Erfahrung hat, ist zumindest geboten. Neben dem Frühultraschall zur genauen Berechnung des Schwangerschaftsalters sollte in der 20.-22.SSW eine eingehende US-Untersuchung zum Ausschluss von Organfehlbildungen durchgeführt werden. Das zunächst vierwöchentliche Intervall von US-Untersuchungen sollte in der Spätschwangerschaft durch zweiwöchige Intervalle ersetzt werden. Hier sollte neben dem Gewicht des Kindes auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Ab der 28. SSW wird eine intensivierte fetale Zustandsdiagnostik mit Kontrolle der fetalen Bewegungen, einem CTG (Cardiotokogramm) und eine Doppler-Untersuchung empfohlen. Die Häufigkeit sollte individuell festgelegt werden. Das CTG sollte ab der 32.-33. SSW 2x/Woche und ab der 35. SSW 3x/Woche durchgeführt werden. Bei problemlosen Verlauf ist eine vaginale Entbindung am Termin anzustreben. Ein Austragen über den Termin hinaus sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Die letzten Empfehlungen stammen von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. VB
Mitglied inaktiv
Hallo Susi, also den Toxoplasmosetest muss man wohl in jedem Fall bezahlen, da dieser nicht zu den als notwendig betrachteten Vorsorgeuntersuchungen zählt. Das Geld kriegt aber auch nicht der Frauenarzt, sondern das Labor, das die Blutuntersuchung macht. Ich habe allerdings nur knapp €40 bezahlt. Wenn Dein Arzt zusätzliche US für nötig hält, sollte Dich das eigentlich nichts kosten. Klar kann er es in Rechnung stellen, wenn eine Schwangere jedesmal ihr Kind sehen will, aber sonst wohl kaum. Ist ja nicht Deine Entscheidung gewesen. Ich habe auch aus Risikogründen (Plazenta Praevia totalis) alle zwei Wochen einen US und meine Ärztin stellt das nicht in Rechnung. Das Gleiche gilt meines Erachtens nach für den Triple-Test (der übrigens sehr unsicher ist, weil of falsch positive Befunde gestellt werden). Durch das erhöhte Familienrisiko besteht bei Dir eine medizinische Indikation dafür. Ich habe diesen zwar nicht machen lassen, allerdings wurde aufgrund meines Alters (bin 35) eine Nackentransparenzmessung gemacht, ohne Kosten für mich, da von meiner FÄ angeordnet. Ich würde den FA mal ganz konkret darauf ansprechen. Oder noch besser einfach mal mit der Krankenkasse Rücksprache halten. Die sind nämlich manchmal ganz erstaunt darüber, was Ärzte so erzählen. Liebe Grüße platschi
Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin auch Risikoschwangere, nicht wegen Diabetis sondern weil ich 3 Fehlgeburten hatte und danach nicht mehr schwanger wurde. In einer Kinderwunschklinik wurde ich hormonell behandelt und bin ab heute in der 11. SSW. Ich brauchte weder den Toxo-Test bezahlen noch Ultraschallunuersuchungen die bei mir ebenfalls alle 2 Wochen anfallen. Ich würde das mal mit deiner Krankenkasse abklären. Gruß Clarissa
Mitglied inaktiv
Risiko ist ja nicht gleich Risiko: dass eine Diabetikerin kein höheres Toxo-Risiko hat und daher diesen sowie den Trippeltest wie eine "normale" Schwangere selbst bezahlen muss, kann ich mir gut vorstellen. Jedoch kann es sinnvoll sein, Z.B. die Blutwerte oder die ENtwicklung am US genauer zu überwachen. Dazu sollte sie dann vermutlich nichts dazu zahlen, wie auch deine Freundin.