Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Ständige Infektionen und Kinderwunsch

Frage: Ständige Infektionen und Kinderwunsch

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Ich leide an ständigen Vaginalinfektionen (Pilze/Mischinfektionen Pilze/Bakterien). Schon in meiner ersten SS sorgte eine Infektion für schwere Komplikationen (starke Gebärmutterhalschwäche ab der 22 SSW, Geburt in der 35 SSW). Nun habe ich die Gynatren-Impfung erhalten. Die Beschwerden sind etwas besser geworden. Ich wünsche mir ein zweites Kind. a. Würden Sie von einer weiteren Schwangerschaft abraten? b. kann die Gynatren-Impfung auch in der SS vorbeugende Effekte haben? c. Was würden Sie im Fall einer erneuten SS empfehlen, um erneute Komplikationen zu verhindern? d. wäre aufgrund der ständigen Infektionen sowie den Problemen in der ersten SS ein totaler Muttermundverschluss sinnvoll? Herzlichen Dank!


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Daniela, 1. die Vorgeschichte stellt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. 2. von einer Schwangerschaft abraten muss man hier sicher nicht generell 3. zu der genannten Impfung ist anzumerken, dass es hier kaum methodisch akzeptable Studien gibt, die einen Nutzen der Laktobazillus-Mischung belegen würden. 4.zur Frage einer prophylaktischen Cerclage/Muttermundverschluss gibt es mittlerweile in der Fachwelt eine relativ einhellige Meinung: Dank immer kritischerer Indikationsstellung ist die Cerclagefrequenz innerhalb weniger Jahre von fast 10 % auf 1-2% gesunken. Therapeutisch sind nurmehr echte isthmocervicale Insuffizienzen (Gebärmutterhalsschwächen) eine Indikation. Prophylaktische Cerclagen aus anamnestischer Indikation oder bei Mehrlingsschwangerschaften sind schon deshalb sehr kritisch zu betrachten, weil sie nicht zu einer Tragzeitverlängerung führen Eine Zervixinsuffizienz (Gebärmutterhals-Schwäche) im klassischen Sinn ist ein sehr seltener Befund. Bei unsicherer Entscheidungsgrundlage zeigen Studienergebnisse keine eindeutigen Vorteile einer Cerclage gegenüber abwartendem Verhalten. Ob Schwangere mit ultrasonographischer Verkürzung des Gebärmutterhalses oder einer Öffnung des inneren Muttermundes von einer Cerclage profitieren, lässt sich noch nicht abschließen beurteilen. Als einzige Ausnahme verbleiben noch Schwangere mit mehrfachen Frühgeburten in der Anamnese. Bei der Diagnose einer Gebärmutterhalsschwäche ist neben der transvaginalen Sonographie mit ihrer Verkürzung und Eröffnung der Cervix unbedingt immer auch die Konsistenz der Portio durch Vaginalpalpation zu beurteilen. Notfallcerclagen bei Cervixinsuffizienz mit Fruchtblasenprolaps sind nur bis zur 32. SSW indiziert. Gleichwohl ist das Komplikationsrisiko einer Cerclageoperation gering und besteht praktisch nur in minimalen Verlängerungen der Eröffnungsphase sowie einer leicht höheren Inzidenz von Cervixrissen. Frauenarzt 40, 5 (1999) 659 Insofern ist hier im individuellen Fall sicher das immer ausführliche Gespräch mit FA und Frauenklinik im Vorfeld sinnvoll, inwiefern eine Cerclage zu Prophylaxe einer vorzeitigen Muttermundseröffnung im individuellen Fall geboten ist unter Abwägung des Für und Wider. Dieses gilt auch für die Fragestellung, inwiefern eine prophylaktische Cerclage/Muttermundverschluss nach einer Infektion mit Fehlgeburt anzuraten ist. VB


Mitglied inaktiv

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Hallo Daniela, wollte Dir ergänzend zu dem Rat von Dr. Bluni noch einen Tipp geben. Ständige Scheideninfektionen fallen ja nicht vom Himmel, sondern haben eine Ursache. Lies doch mal das wirklich wunderbare Buch "Frauenkörper - Frauenweisheit" von der Gynäkologin Dr. Christiane Northrup. Sie erläutert, woher ständige gynäkologische Probleme oder Erkrankungen kommen können, welches Signal der Körper und die Seele damit senden möchten und was man tun kann, um das chronische Problem wieder ganz und dauerhaft loszuwerden. (Auch auf Scheideninfektionen wird dort eingegangen.) Für mich ein Buch, das wirklich jede Frau besitzen sollte. Liebe Grüße, Hexe


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