Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Bluni, ich bin in der 34. Woche schwanger (es wird das 2. Kind) und habe einige Fragen: 1. Ich habe leichte bzw. auch oft unangenehme Schmerzen in der rechten Pohälfte, die auch in mein Bein ausstrahlen, meistens nach langem Sitzen und Liegen. Ist das der Ischias? Auch habe ich unangenehme, aber aushaltbare Schmerzen im Schambeinbereich seit ca. 2-3 Wochen, sollte das behandelt werden? Das Baby hat die Schädellage eingenommen, liegt das daran? Bei meiner ersten Schwangerschaft hatte ich diese Probleme nicht. 2. Ich habe einen Glukosetest gemacht. Auf nüchternen Magen 100g Glukose mit Wasser vermischt getrunken. Zuvor war mein Blutwert bei 83 mg/dl, eine Stunde nach dem Trank bei 228 mg/dl, 2 Stunden später bei 207 mg/dl und 3 Stunden später bei 134 mg/dl. Eine Ultraschalluntersuchung danach hat nichts Auffälliges gezeigt. Wie beurteilen Sie dieses Ergebnis? Was empfehlen Sie? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. MfG Erpil
hallo Erpil, 1. in der Schwangerschaft kann es häufiger zur Beeinträchtigung des Sitzbeinnerves (Nervus ischiadicus) kommen, was entsprechende Beschwerden im Rücken und dem Gesäß verursachen kann. Der Sitzbeinnerv verläuft von der Wirbelsäule an der Rückseite des Gesäßes über den Oberschenkel und über die Wade bis in den Fuß. Erfahrungsgemäß treten die Beschwerden einseitig, entweder links oder rechts, auf. Die dabei entstehenden Schmerzen können über das Bein bis hin in die Kniekehle ausstrahlen. Sprechen Sie hier zunächst mit Frauenärztin/Frauenarzt. Dabei kann es bei ausgeprägten Beschwerden auch sinnvoll sein, einen Facharzt für Orthopädie in die Behandlung einzubinden. Therapeutisch stehen neben der Massage und Fangopackungen auch die krankengymnastischen Übungen zur Auswahl. Dabei können unterstützend entkrampfende Medikamente eingesetzt werden. Ihr behandelnder Arzt kann mit einer schmerzstillenden und entzündungshemmenden Injektion Abhilfe leisten. Aber auch mit Verabreichung von B-Vitaminen oder mit schmerzstillenden Medikamenten kann Linderung herbeigeführt werden. Dieses kann dadurch abgerundet werden durch lokale Einreibungen, z.B. mit Johanniskrautöl, Kamillenöl oder Olivenöl im Lendenwirbel-Bereich und Tipps zur Entlastung des Rückens gegeben. Dazu gehören -das Meiden von gebeugten Körperhaltungen (beim Sitzen oder beim Stehen) -Vermeiden Sie das Heben schwererer Gegenstände und gehen Sie beim Heben mit geradem Rücken in die Knie -Achten Sie bei den Schuhen auf weiche Sohlen und niedrige Absätze -Zum Schlafen können eine Gesundheitsmatratze und ein flaches Kissen sehr hilfreich sein -Beginnen Sie den Morgen nach dem Aufwachen mit einem Strecken und Lockerungsübungen neben dem Bett -Daheim und am Arbeitsplatz sollten Sie hier einen Stuhl haben, der den orthopädischen Anforderungen ent-spricht -Schwimmen und insbesondere Rückenschwimmen, wie auch Gymnastik stärkt die Rückenmuskulatur und entlastet den Rücken 2. beim Test mit 100 Gramm Glucose (Test nach O´Sullivan) sind die Werte wie folgt: nüchtern:kleiner 5,0 mmol/l (90 mg/dl) nach einer Stunde: kleiner als 9,4 mmol/l (165 mg/dl) nach der 2. Stunde: kleiner 8,0 mmol/l (144 mg/dl) nach der 3. Stunde kleiner 6,9 mmol/l (124 mg/dl Im Gegensatz dazu empfiehlt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG)den oGTT mit 75 g Glukose. Erreicht oder überschreitet nur ein Wert die oben angegebenen Grenzen, so liegt definitionsgemäß eine eingeschränkte Glucosetoleranz (IGT) vor, diese wird, bezogen auf die Behandlungsbedürftigkeit, wie ein diagnostizierter Schwangerschaftsdiabetes gewertet. VB VB