Mitglied inaktiv
Guten Tag Dr. Bluni, Nachdem ich zweimal unkompliziert und sofort schwanger geworden bin, hatte ich jeweils in der 9. Woche eine Fehlgeburt (mit Ausschabung) ... jetzt will es nicht mehr klappen mit dem schwanger werden ... Dass wir den richtigen Zeitpunkt verpassen glaube ich eher nicht, da ich seit Jahren meine Temperatur messe und mein Mann und ich immernoch nahezu täglich Sex haben. Bin 35 Jahre, hatte bis zu den Fehlgeburten häufig längere, nicht gerade regelmäßige Zyklen. Jetzt dagegen schon, zum 3. mal der gleiche Ablauf: pünktlich nach 14 Tagen ist die Temperatur oben, bleibt dort 11 Tage geht sprunghaft runter, 2 Tage später(!) bekomme ich dann meine Regel, für exakt einen Tag! Haben Sie einen Tipp für uns??? ... Was können wir tun? Woran könnte es liegen? (Ich möchte nicht mehr viel älter werden bis mein erstes Kind geboren wird)
liebe Mika, für die Frage des Kinderwunsches ist es immer auch wichtig zu wissen, wie alt die Frau oder das Paar ist und wie lange schon der Kinderwunsch unerfüllt ist. Sofern die Frau jünger als 35 Jahre alt ist und die Zeit des Versuchens weniger als zwei Jahre beträgt, würde man ihr sicher erst mal raten, geduldig zu sein und abzuwarten, es sei denn, man hat schon vorab den Eindruck, dass, hormonelle oder organische Probleme vorliegen. Auch eine weiterführende Diagnostik nicht unbedingt vor Ablauf dieser Zeit veranlasst werden. Etwa 80 Prozent der Ehepaare mit Kinderwunsch erzielen im 1.Jahr eine Schwangerschaft, weitere 5 Prozent der Paare im 2.Jahr. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte ein Arzt /Ärztin aufgesucht werden, falls die Ehe kinderlos bleibt. Beim Alter der Frau über 35 Jahre, ist es angebracht, die Abklärungen bereits früher zu beginnen. Folgende Dinge sollten besprochen werden: Besprechung des Kinderwunsches und der Krankengeschichtedurchgemachte Entzündungen, Erkrankungen und Operationen Findet ein regelmäßiger Eisprung statt? Wie steht es mit den wichtigsten Hormonen der Frau? Hat die Frau einen Eisprung? Jedoch ist das alleinige Messen der Basaltemperatur zwar interessant, hat aber dank der modernen Untersuchungsmethoden der Hormonbestimmung und des vaginalen Ultraschalls -die eine viel genauere Auskunft über die Gelbkörperfunktion geben - an Bedeutung verloren und belastet aus Erfahrung nur die Lebensqualität der Frau. Wenn die Frau hier das Bedürfnis hat, dieses genauer beurteilen zu lassen, sollte sie vielleicht mit ihrem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin über ein so genanntes Zyklusmonitoring sprechen, um die Abläufe besser eingrenzen zu können. Gleichzeitig sollte auch über negative Einflüsse auf die Fruchtbarkeit: Alkohol, Nikotin, Stress bei beiden Partnern und einem eventuellen Übergewicht bei der Frau gesprochen werden. Auch an ein Spermiogramm des Partners ist in dieser Situation zu denken. VB