Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Schwanger nach Fehlgeburt- kein Selbstvertrauen mehr

Frage: Schwanger nach Fehlgeburt- kein Selbstvertrauen mehr

Caleigh

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Hallo Herr Dr. Bluni, ich schätze Ihre Beiträge sehr ( bisher stille Mitleserin). Ich bin in der 10 . SSW, 35 Jahre alt, habe schon 2 Kinder im Alter von 10 und 7 Jahren. Vor der jetzigen Schwangerschaft hatte ich in der 5. SSW einen für mich traumatischen Abort in Bali mit starken Blutungen und Schmerzen. Diese Schwangerschaft wird mit Utrogest 3x2 Tabletten vaginal unterstützt und bisher scheint auch alles in Ordnung zu sein. Ich habe teilweise starke Übelkeit mit Erbrechen und keine Blutungen. Der letzte HCG Wert, der bestimmt wurde, lag bei 32 000 in der 6. SSW, Progesteron bei 29, darauf wurde Dosis auch erhöht. Der Bestätigungs Ultraschall wurde in 6+3 gemacht, das Herz schlug, die SSL war allerdings lt Gyn nur bei 0,27 mm , so dass ich zurückdatiert wurde auf 5+6. Muss hinzufügen, dass ich meinen Eisprung mit Ovu Test bestimmt hatte , insofern kann es meiner Meinung nach KEINE großen Abweichungen geben. Allerdings hatte meine Gyn starke Schwierigkeiten den Embryo zu sehen, da meine Gebärmutter sehr weit hinten liegt. Ein Dottersack war zu sehen die Fruchthöhle war in Ordnung. Alles sah gut aus. Nun meine Frage: In den beiden SS davor hatte ich in diesem Stadium schon deutlich einen Bauch, jetzt sieht alles noch normal aus. Ich habe ungefähr das gleiche Gewicht wie vor den anderen SS. -Ich habe Angst vor dem nächsten Ultraschall Termin, dass das Herz nicht mehr schlägt oder der Embryo nicht gewachsen sei. Hoffentlich irrationale Ängste. ( Ich hatte in den anderen SS nie solche Ängste, war voller Selbstvertrauen, aber diese Fehlgeburt hat mich doch sehr traumatisiert). -Wie kann ich mein Selbstvertrauen zurückfinden und meinem Körper mehr vertrauen? -Was passiert, wenn ich das Utrogest in der 12. SSW absetze und die Plazenta NICHT das Progesteron von selbst produziert, gibt es das überhaupt? Über eine beruhigend Antwort freue ich mich.Vielen Dank.


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, Ihre Ängste kann ich sehr gut verstehen und nachvollziehen und sie sind auch absolut normal und nicht ungewöhnlich. Wenn wir auch kein Patentrezept haben, dass Sie Ihre Ängste verlieren, so sprechen die jetztigen Befund doch schon sehr dafür, dass der Verlauf sich normal gestaltet und auch das Wiederholungsrisiko ist insgesamt gering. Wichtig ist, dass Sie versuchen einfach mal loszulassen und gegebenenfalls auch einmal offen darüber mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt sprechen. Das Gelbkörperhormon kann dann um die 12.SSW ohne Bedenken abgesetzt werden. Liebe Grüße VB


hope22

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ich kann dich sehr gut verstehen. ich habe ein gesundes kind (4 jahre) und anfang diesen jahres hatte ich eine fehlgeburt in der 10ssw. nun bin ich wieder schwanger... am anfang konnte ich mich garnicht richtig freuen, hatte angst davor... man hangelt von woche zu woche und von untersuchung zu untersuchung und hofft... ich hatte sogar starke blutungen mit gewebeabgang zwischendurch, war im krankenhaus, dachte ich hätte wieder das kind verloren... aber alles ist gut. ich bin mittlerweile in der 14ssw und bin tatsächlich endlich guter dinge. das kopfkino kann dir keiner wirklich nehmen. die ängste bleiben... aber werden weniger. wenn das herzchen schon schlägt, dann hast du schonmal eine große hürde geschafft. ich drück dir ganz fest die daumen!!!


hope22

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ach so, uterogest ist sowieso umstritten. es hilft wohl, wenn man im vorfeld nachgeholfen hat um schwanger zu werden, aber ansonsten ist uterogest kein garant dafür eine fehlgeburt zu verhindern. wenn das herzchen schlägt bzw. nach der 12ssw kannst du das ruhig absetzen, aber das obliegt deinem dich behandelnden arzt bzw. dir. uterogest schadet zumindest nicht und manchmal ist es zumindest für das gefühl gut, alles getan zu haben.


Caleigh

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Hallo Herr Dr. Bluni, danke für Ihre mich damals beruhigende Antwort. Heute war ich ( 11. SSW) zur ersten VU. Leider, leider hat sich der Embryo nicht weiter entwickelt und ist auf dem Stand von der 6. SSW geblieben, trotz starker Übelkeit etc. Es gab keine Herzaktion mehr und morgen muss ich zur OP in die Klinik. Rückblickend war mein Gefühl der Angst wohl doch irgendwo richtig. Das ist jetzt die 2. Fehlgeburt in Folge. Nun soll der Embryo genetisch untersucht werden. Eine genetische Untersuchung hatte ich 2007, da meine 2. Tochter mit einem Mikrodeletionssyndrom geboren wurde, bei meinem Exmann und mir waren allerdings die Chromosomenuntersuchungen ohne Befund, so dass man davon ausgeht, dass die Mikrodeletion de novo entstanden ist. Mein neuer Partner hat mit seiner Exfrau ein augenscheinlich gesundes Kind. Nun soll überprüft werden, ob mein neuer Partner genetisch gesund ist. Sollte ich ebenfalls nochmals eine solche Untersuchung vornehmen lassen oder kann man davon ausgehen, dass es ausreicht, wenn einmal festgestellt wurde, dass bei mir genetisch alles in Ordnung ist? Traurige Grüße und vielen Dank für Ihre Antwort


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