Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Pudendus oder örtliche Betäubung

Frage: Pudendus oder örtliche Betäubung

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Hallo Dr. Bluni, hatte bei meiner 1. Geburt vor 2,5 Jahren( wurde 2 Wochen nach dem ET eingeleitet Söhnchen war 4 kg KU 37 cm) einen Dammschnitt, Scheidenriss auch am After musste genäht werden. Dazu wurde mehrmals örtlich betäubt,aber es wirkte nicht.Es wurde 1 Stunde genäht... Zusätzlich hat sich ein Hautfältchen gebildet,zumindest fühlt es sich seitdem an, als sei der Scheideneingang enger und schmerzt anfangs beim Verkehr. Trotz allem, unser 2. Kindlein soll in einer Woche kommen und der Arzt sagte zu Beginn der 2 SS, dass dieses Hautfältchen dann entfernt werden könne. Nun war der Arzt bei der letzten VU im Urlaub und als ich den anderen darauf ansprach, sagte dieser, dass sowieso wieder geschnitten werden müsste, wenn dies beim letzten Mal der Fall gewesen wäre. Ich fragte nach dem Pudendus, habe aber nun im Forum gelesen, dass dies auch nicht so ohne sein soll und nicht immer 100% wirkt. Was ist nun besser zur Betäubung Pudendusblock oder örtliche Betäubung? und kann dieses Hautfältchen nicht auch ohne großen Schnitt entfernt werden? Vielleicht ist unser 2. Söhnchen ja auch etwas leichter, die Geburt muss nicht eingeleitet werden, der KU etwas kleiner... Vielen Dank für Ihre Antwort Liebe Grüße von Janine


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Janine, auch wenn die Ängste vor/nach einem derartigen traumatischen Ereignis verständlich sind, so ist es nicht selbstverständlich, dass in jedem Fall (wieder) ein Schnitt notwendig wird oder dass das Gewebe reißt. Hier sollte die Frau schon im Vorfeld mit der Entbindungsabteilung über ihre Ängste und das mögliche Vorgehen unter der Geburt sprechen, insbesondere, dass darauf geachtet wird, dass bei Notwendigkeit zum Nähen auch die entsprechende Betäubung vorliegt. Zu der Frage, ob Dammschnitt oder Dammriss besser für die Heilung sind, kann man folgendes sagen: Mittlerweile belegen viele Studien, dass eine Zurückhaltung gegenüber einem Dammschnitt in der Lage ist, vielerlei Komplikationen, die dadurch bedingt sind (auch Dammrisse 3. + 4. Grades) zu verhindern. Auch, wenn es heute immer noch viele Vertreter gibt, die vom Gegenteil überzeugt sind. Wenn möglich, sollte man wohl nach meiner Meinung einen Schnitt vermeiden und einen guten Dammschutz machen. Hier sollte die Frau sich auch genau über das Prozedere in der Entbindungsklinik erkundigen. Nicht zuletzt, um etwaige Probleme zu verhindern. Aber jeder Geburtshelfer weiß: das klappt nicht immer und wenn es extrem reißt, ist es eine wahre "Freude" für den Geburtshelfer, dieses in einer langen Prozedur zu nähen und für die Frau, sich damit auseinanderzusetzen. Beides kann im Nachhinein zu Beschwerden führen. Der Pudendusblock kann im letzten Teil der Austreibungsperiode genutzt werden, um den Damm zu betäuben. Damit kann man dann auch einen SChnitt oder Riss nähen, sofern diese Betäubung gut wirkt. Ob hier das Hautanhängsel im Rahmen der Geburt oder dann später im Intervall entfernt wird, sollte mit der Klinik vor Ort besprochen werden. Zum Pudendusblock lässt sich folgendes sagen: Mittlerweile hat die Periduralanästhesie sich doch in der Geburtshilfe dermaßen etabliert, dass die Bedeutung dieser Betäubungsform sicher deutlich abgenommen hat. Bei der Pudendusblockade wird der Nervus pudendus - der Nerv, der den Beckenboden mit Schmerzfasern durchzieht - betäubt. Der Geburtshelfer/in durchsticht hierbei seitlich die Scheidenwand mit einer dafür vorgesehenen Nadel. Sie wird hierbie in Richtung Sitzbein vorgeschoben, welches im Bereich des Steißbeines lokalisiert ist. Hier kann man dann ein lokales Betäubungsmittel verabreichen. Das Ganze ist mehr eine Schmerzlinderung, die bei schon vollständig eröffnetem Muttermund und fortgeschrittenem Geburstverlauf erfolgt, manchmal abr nur einseitig oder nicht ausreichend sitzt. VB


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