Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

positiver Muttermundsbefund bei Nachsorgeu

Frage: positiver Muttermundsbefund bei Nachsorgeu

Mitglied inaktiv

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Guten Tag Dr. Bluni ich habe am 07.08.2007 endbunden und war eben bei der Nachsorgeuntersuchung bei meiner FA sie stellte fest das eine mögliche HBV Infektion vorliegt? sowie stellte sie einen positiven Muttermundsbefund fest ( ???) es handele sich um : "Felderungen - an zwei Stellen am Muttermund" was beteutet das? Ein Abstrich wurde gemacht? Ergebniss soll anfang November vorliegen? Ich bin 29 Jahre und habe in den letzten 13 Jahren nur 2 feste Sexualpartner gehabt - die mir auch treu gewesen sind . Mache mir nun Sorgen Vielen Dank für ihre Mühen Romy


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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Liebe Romy, in diesem Zusammenhang ist es zunächst wichtig, wie denn der Abstrichbefund ausfällt. Wenn dieser unauffällig ist, besteht erst einmal kein Grund zur Sorge. Die Felderung kann schon mal auf Veränderungen am Muttermund hinweisen. Hier kann es ggf. sinnvoll sein, dieses per Kolposkop und ggf. in einer speziellen Dysplasiesprechstunde (häufig an einer größeren Klinik oder Uniklinik angesiedelt) kontrollieren zu lassen. Zu den genannten Viren – HPV, ihrer Bedeutung und der Frage ob ein Suchverfahren nach ihnen (Screening) generell sinnvoll ist, kann man folgendes sagen: Bei HPV (Human Papilloma Virus) handelt es sich um eine Gruppe von über 100 miteinander verwandter Virustypen. Einige von ihnen können Warzen im Genitalbereich hervorrufen können, während andere HPV-Stämme Warzen an Händen und Füssen hervorrufen. Im Genitalbereich werden die sichtbaren Warzen Kondylome genannt. Sie treten nicht bei jedem HPV-Infizierten auf; viele Menschen wissen nicht einmal, dass sie Kondylome haben. Infektionen mit HPV sind häufig: Etwa 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens. Die Übertragung erfolgt auf sexuellem Wege. Bei 80-90% aller Infektionen kommt es im Laufe von Wochen oder Monaten zu spontaner Rückbildung. Bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend und spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen eine Rolle. Diese so genannten. Hochrisikotypen („high-risk-HPV“) finden sich zu jedem Zeitpunkt bei etwa 10% der weiblichen Bevölkerung im geschlechtsreifen Alter. Die überwiegende Zahl dieser Infektionen heilt spontan und dauerhaft ab. Die Infektion selbst ist noch nicht behandelbar. Nur bei wenigen Infektionen mit Hochrisikotypen des HPV kommt es zur Ausbildung der Krebsvorstufen. Die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses aus den Vorstufen dauert aber mindestens 7-10 Jahre und die Vorstufen lassen sich mit einer Serie von Abstrichen über mehrere Jahre zu 95% erfassen. Es gibt derzeit keine ausreichende Datengrundlage zum routinemäßigen Einsatz der HPV-Diagnostik auf der Suche nach einem Gebärmutterhalskrebs und seiner Vorstufen. Von den maßgeblichen medizinisch- wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird ein primäres HPV-Screening gegenwärtig nicht empfohlen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hält ein primäres HPV-Screening derzeit für nicht indiziert. Die bisher etablierte Früherkennung von Veränderungen durch Gebärmutterhalsabstriche ist die beste Vorsichtsmaßnahme gegen Gebärmutterhalskrebs. Frauen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, haben verständlicherweise Angst, dass die Infektion Krebs verursachen könnte. Deshalb ist es hier immer anzuraten, wie oben beschrieben, über die Bedeutung der Infektion, der großen Wahrscheinlichkeit der spontanen Rückbildung und die individuelle Risikoeinschätzung zu sprechen. VB


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