Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. med. Bluni, ich bin seit gestern total verzweifelt. Wir hatten einen Termin zum Feindiagnostikultraschall (21 SSW) u. da hat der Arzt 2 Plexus choroideus Zysten beidseits festgestellt. Ansonsten aber waren die Organe sowie alles andere unauffällig. Auch die Nackentransparenzmessung die ich in der 12. SSW machen ließ war total unauffällig. Der Arzt hat gemeint, dass die Wahrscheinlichkeit sehr sehr gering ist, dass das Kind eine Chromosomenstörung hat, da alle anderen Werte sehr gut sind u. das Kind zeitentsprechend entwickelt ist. Er hat mir von einer Fruchtwasseruntersuchung eher abgeraten u. gemeint, dass sich diese Zysten meist von selbst wieder in Luft auflösen. Ich bin jetzt sehr verunsichert, da man ja sehr viel über diese Softmarker liest u. es ein Hinweis für Trisomie 21/18 sein kann. Können Sie mir bitte weiterhelfen.
Hallo, diese im Gehirn des Kindes vorkommenden Zysten sind in aller Regel Zysten des so genannten Plexus choroideus (bildet das Hirnwasser)und gehören, wie auch eine Erweiterung der Nierenbecken zu den so genannten Softmarkern (sonographische Hinweiszeichen auf eventuelle Fehlbildungen oder genetische Störungen). Und hierzu kann ich folgendes sagen: Eine einzelne Zyste im plexus choroideus bedeutet ein geringes Risiko für eine Chromosomenanomlie. Zahlenmäßig ist es so bei 1:200 anzusiedeln( 0,5%ige Wahrscheinlichkeit), vorausgesetzt, es gibt bisher keine anderen Hinweiszeichen („softmarker“). Sind mehrere Zysten zu sehen, oder andere Softmarker, wie z.B. ein Aufstau im Nierenbecken zu sehen, dann ist das Risiko für eine genetische Störung und auch eine Trisomie 18 erhöht; nach Durchsicht der Literatur liegen mir hierzu jedoch keine Zahlen vor. Wichtig ist, dass man diese Dinge erklärt werden, und dass nach ultrasonographischen Hinweisen für eine genetische Störung geschaut wird, um das pro & contra einer invasiven Diagnostik zu besprechen. Dieses sollte in einer speziellen Einrichtung für Pränataldiagnostik erfolgen. Bitte denken Sie aber daran, dass der Ultraschall alleine eine chromosomale Störung nie 100%ig ausschließen kann. Dieses geht nur per Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie oder Entnahme von Nabelschnurblut. VB
Mitglied inaktiv
Hallo, als ich mit meinem Sohn, der heute schon fast 6 Jahre alt ist, in der 17. Woche schwanger war, hat meine FÄ auch diese Plexuszysten auf beiden Seiten entdeckt und mich zur Feindiagnostik geschickt. Dort wurde auch nochmal ein ausführlicher Ultraschall gemacht, wo auch alles unauffällig und in Ordnung war - trotzdem hat man mir eine Fruchtwasseruntersuchung ans Herz gelegt, denn nur so kann man auf Nummer sicher gehen. Ich habe auch nicht lange gezögert und diese Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Das ist nicht schlimm und tut auch nicht weh, man soll sich nur hinterher etwas schonen. 2 Wochen später hatte ich das Ergebnis schwarz auf weiß, dass alles in Ordnung ist und das Kind gesund ist, auch dass es ein Junge wird, wusste ich damit ganz genau. Also ich kann Dir auch nur raten: Laß diese Untersuchung machen, dann hast Du Gewissheit und mußt Dir nicht bis zur Geburt Deines Babys Sorgen und Gedanken machen, ob doch irgendwas ist. Das Risiko, das durch so eine Fruchtwasseruntersuchung etwas passiert ist sehr sehr gering und wenn Du danach wieder ruhig schlafen kannst, wird Dir das auch Dein Baby danken. Ich wünsch' Dir alles Gute. LG