Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Nochmal wegen Scheidenpilz

Frage: Nochmal wegen Scheidenpilz

Mitglied inaktiv

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Hallo, ich hatte vor ein paar Wochen schon einmal deswegen geschrieben. Mein FA kann leider auch nix mehr machen als das Zeug jedesmal auszuräumen und mit lokalen Mittel für ein bis zwei Tage Linderung zu schaffen. Es wird einfach nicht besser :o( Ich (23 SSW) probiere es mit INIMUR, NYSTADERM, DÖDERLEIN-MED, VAGI-C, auskochen der Unterwäsche und Handtücher mit Wäschedesinfektion, wenig bis kaum süsses, Enthaltsamkeit, Einmalwaschlappen, etc... Ich werd die Dinger nicht mehr los. Nun habe ich im Internet gelesen, dass das Einführen von Knoblauchzehen über mehrere Tage helfen soll, desweiteren MAJORANA-Gel zum einführen und Rosmaringel für äußerlich, Sitzbäder mit Ringelblume und Brottrunk, und das einführen von Naturjoghurt- und in Brottrunk getränkte Tampons. In wie weit sind diese Mittel gut oder schädlich für mich und/oder mein Kind bzw. sinnvoll/wirksam? Sorry aber das ist so unangenehm und Peinlich. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und bin am Verzweifeln. Oder muß ich das jetzt bis ende der SS aushalten um andere wirksamere Mittel zu probieren? Grüße Sylvana


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Sylvana, von den genannten Maßnahmen der Einführung diverser Ingredienzien kann man in der Schwangerschaft sicher nur abraten! Die Schwangerschaft bringt es mit sich, dass die Frau häufiger an einer Pilzinfektion leidet. Sorgen muss sie sich hier aber nicht, denn, anders als ein bakterieller Infekt stellt ein Scheidenpilz während der Schwangerschaft kein großes Risiko dar. Bei einer Infektion kurz vor der Geburt sollte der Geburtshelfer informiert sein. Die Neugeborenen können in den ersten Lebenswochen einen Pilzbefall im Mund- oder Windelbereich bekommen. Auf der Kopfhaut des Neugeborenen kann es zu einem schuppigen Belag kommen. Sicher 90% der Candida-Pilze sprechen auf den Wirkstoff Clotrimazol an; tun sie es nicht, kann man auch gut mal auf Nystatin wechseln. Man sollte sicher schauen, ob ein Alternativ- oder Originalpräparat genommen wurde, da bei den Generika (den billigeren Alternativen zu den Originalpräparaten) sicher das ein oder andere dabei sein kann, wo der Erfolg "auf sich warten lässt". Auch zu erwähnen ist die Ernährung: viele Kohlenhydrate (viele Süßwaren) sind für den Pilz förderlich. Ebenso ist es so, dass gerade unter Stress und in der Schwangerschaft derartige Probleme viel häufiger auftreten, da hier das Immunsystem entsprechend geschwächt wird. Vorbeugende Maßnahmen sind in den meisten Fällen nicht angezeigt: Man sollte aber mit der schwangeren Frau über die Ursachen und deren Behandlung sprechen. Bei der Pilzinfektion ist erfahrungsgemäß so, dass das Säuremilieu nicht verändert ist und dadurch der ph-Wert meist im Normbereich liegt. Nicht unerwähnt bleiben soll ein "überzogenes" Hygieneverhalten. Diese kann gerade die Scheidenflora negativ beeinträchtigen und der Pilz- und Bakterienbesiedlung Vorschub leisten. Bei Slipeinlagen kann es je nach Verarbeitung, auch zu lokalen Reaktionen/Reizungen führen. VB


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