Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Medikamenten Frage

Frage: Medikamenten Frage

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Sehr geehrter Dr. Bluni, Ich nehme seit dem letzten Verlust im Januar jetzt seit 6 Monaten das Medikament "Cipralex 10 mg" Wirkstoff: Escitalopramoxalat Nun meine Frage: Kann man trotz der Einnahme einen Versuch für eine Schwangerschaft starten? Und gibt es Schädigungen für den Fötus? Und wenn ich dieses Medikament absetze kann ich dann gleich schwanger werden oder dauert es bis das aus meinem Körper raus ist? Danke für Ihre Antworten. Gruß Maike


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Maike, 1. zu diesem Medikament schreibt die Rote Liste hinsichtlich der Bedeutung für die Schwangerschaft folgendes: "Strenge Indikationsstellung. Es liegen nur begrenzte klin. Daten vor. Tierversuch erbrachte embryofetotoxische Effekte, aber keine erhöhte Inzidenz für Missbildungen. Die Anwendung im 3. Trimester. kann zu Entzugs- bzw. Absetzphänom. b. Neugebor. (einschl. neurolog. bed. Verhaltensstörungen) führen. Das Neugebor. sollte überwacht werden, wenn die Mutter Escitalopram währ. d. spät. Schwang. angew. hat. Wenn SSRIs (die Medikamentengruppe, zu der dieses Medikament gehört) währ. d. Schwang. angew. werden, dürfen sie niemals plötzl. abgesetzt werden." 3. bei Vorliegen von Depressionen ist es in jedem Fall ratsam mit dem behandelnden Therapeuten/Therapeutin zu sprechen, denn eine behandlungsbedürftigen Depression sollte während der Schwangerschaft fortgesetzt werden. Zur medikamentösen Behandlung der Depression in der Schwangerschaft kann man folgendes ausführen: Es können eine Reihe von Substanzen eingesetzt werden. Jedoch sollte die medikamentöse Behandlung zeitlich begrenzt werden, um teratogene und toxische Effekte zu vermeiden. Wenn möglich, sollten aber Antidepressiva in der Schwangerschaft und besonders im ersten Trimenon, also während der Organentwicklung, nur bei schweren Erkrankungen verordnet werden. Auf Grund der aktuellen Datenlage (Empfehlungen der amerikanischen Aufsichtsbehörde, FDA) sollte bei Diagnose einer Schwangerschaft in einer laufenden Therapie mit dem Wirkstoff Paroxetin, die Therapie umgestellt werden. Und bis zum Vorliegen neuer Sicherheitsdaten ist Patientinnen, die eine Schwangerschaft beabsichtigen oder im 1 Trimenon schwanger sind, von einer Behandlung mit Paroxetin abzuraten. Was Neuroleptika anbelangt, so dürfen Butyrophenone während der Schwangerschaft verabreicht werden, ebenso sind Phenothiazine kaum teratogen. Bei Benzodiazepinen besteht eine relative Kontraindikation. Schlafmittel und Tranquilizer vom Benzodiazepin-Typ sollten während des ersten Trimenons gemieden werden und sollten zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin nicht mehr verabreicht werden. Generell sind in der Schwangerschaft nur bewährte und gut untersuchte Substanzen zur Behandlung der Depression zu empfehlen. Dieses sollte dann mit dem behandelnden Arzt vor Ort besprochen werden. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich doch bitte an unseren Experten für Medikamente in der Schwangerschaft, Herrn Dr. Paulus. Er hat übrigens hier bei rund-ums baby.de auch ein Forum zu solchen Fragen. Die Adresse ist http://www.rund-ums-baby.de/med_schwangerschaft/ VB


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