Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Kinderwünsch

Frage: Kinderwünsch

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Sehr geehrter Dr. Bluni, ich bin 32 und will mit meinem Freund noch ein Kind haben. Ich habe ein paar Fragen: 1. Ich habe sehr viele Kronen, Veeners und Füllungen. Mein Zahnarzt meinte, die sind absolut unbedenklich, weil meine Mundhygiene perfekt sei. Ich soll die also als meine "echte" Zähne betrachten. Also stimmt es: sind die Kronen und Co. bei einer perfekten Zahnhygiene absolut unbedenklich? 2. Ich bin 32. Mein erstes Kind bekam ich mit 22. Ich fühle mich jetzt einbisschen alt für eine zweite Schwangerschaft und habe panische Angst vor event. Behinderung des Babys. Ich habe aber auch Angst vor Fruchtwasseruntersuchung. 1. Wenn ich Feindiagnostik per Ultraschall mache + Bluttest - Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit bzw.die Richtigkeit dieser Untersuchung, dass das Kind gesund ist? 2. Wie hoch ist sie mit der Fruchtwasseruntersuchung? Zählt nur das Alter der Mutter, oder auch des Vaters oder auch andere Faktoren? Vielen Dank für Ihre Anworten JuliaBach


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

Beitrag melden

liebe Julia, zunächst würde ich Sie bitten, die Anzahl der Fragen, die auf einmal gestellt werden, entweder zu begrenzen oder die Fragen jeweils einzeln ins Forum zu stellen. Dehalb hier meine Antwort auf Ihre ersten beiden Fragen: 1. Kronen oder andere zahntechnische Implantate sprechen nicht für eine schlechte Mundhygiene. Sicher sollte die Frau auch schon vor einer Schwangerschaft nochmals den Zahnarzt konsultieren, um etwaige Dinge durchführen zu lassen und /oder die Zahnygiene überprüfen zu lassen. 2. sofern kein besonderes familiäres Risiko für genetische Störungen oder Missbildungen vorliegt, die Frau nicht 35 Jahre oder älter ist und sie auch nicht schon vorweg ein entsprechendes Bedürfnis nach Informationen zur vorgeburtlichen Missbildungsdiagnostik äußert, würde sicher nicht generell zu einer weiterführenden Diagnostik geraten werden. Die Besprechung zu diesem Thema kann natürlich auch schon zu jedem Zeitpunkt vor diesem Alter stattfinden. Ist die schwangere Frau 35 Jahre oder älter und/oder gibt es ein familiäres Risiko für genetische Erkrankungen oder Missbildungen, sollte man mit ihr bei Kinderwunsch oder zu Beginn einer Schwangerschaft schon über die damit verbundenen Risiken für Mutter und Kind sprechen und dazu gehört eben auch das Thema Pränataldiagnostik inklusive der Möglichkeit einer genetischen Beratung. Über die nicht invasiven Verfahren der Pränataldiagnostik, wie z.B. die Nackentransparenzmessung, das Ersttrimeesterscreening oder den Triple-Test sollte man, sofern gewünscht, ebenso mit der Schwangeren/ dem Paar sprechen, wie auch über die invasiven Verfahren, wie Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) oder Chorionzottenbiopsie. Dazu gehört dann auch die individuelle Information über mögliche Konsequenzen und Risiken, so dass die Eltern den Sachverhalt gut nachvollziehen können, um ihnen die Möglichkeit zu geben, dann eine eigene Entscheidung für oder gegen eine weiterführende Diagnostik zu treffen. Das Risiko für die Geburt eines Kindes mit einer Trisomie 21 ("mongoloide Störung" oder Down-Syndrom) liegt bei einer 25jährigen (keine familiäres Risiko vorausgesetzt) bei 1: 1352, bei einer 30jährigen bei 1:895,bei einer 32jährigen 1:659, bei einer 36jährigen bei 1:280, bei einer 38jährigen 1: 167 und bei einer 40jährigen bei 1:97. Ebenso steigt bei einer Frau ab dem 35. Lebensjahr das Risiko für schwangerschaftsspezifische Komplikationen, wozu auch Fehlgeburten gehören, an. Das Risiko einer Fehlgeburt infolge einer Fruchtwasserpunktion oder einer Chorionzottenbiopsie liegt in etwa bei 1:100, was dem Risiko einer 40jährigen für die Geburt eines Kindes mit einem Down-Syndrom entspricht. Wenn die Frau/die Eltern sich gegen eine invasive Diagnostik wie der Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zum Ausschluss einer Trisomie oder ähnlicher Chromosomenstörungen entscheiden, weil sie das Risiko z.B. für eine Fehlgeburt nicht eingehen möchten, dann ist der Frau (insbesondere, wenn sie älter ist, als 35 Jahre) in erster Linie die Messung der Nackentransparenz oder das Ersttrimesterscreening zwischen der 11.+14. SSW zu empfehlen. Auf den Triple-Test muss man zumindest hinweisen, dass es ihn auch gibt. Hier ist also zunächst die ausführliche Information der jeweiligen Methoden im Vordergrund stehend. Die Entscheidung selbst kann aber nur das betroffene Elternpaar selbst fällen. VB


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo! Bin zwar nicht der Doc, aber möchte Dir Deine Ängste etwas nehmen. Ich bekam mein erstes Kind mit 19 und Nr. 2 mit fast 33, liegen also auch ein paar Tage dazwischen *gg* und leider auch Fg´en ( die aber nichts mit dem Alter zu tun hatten). Mach Dir nicht soviel Gedanken, viele Frauen bekommen mit 32 erst das erste Kind. Du bist mit Sicherheit nicht zu alt für eine SS und das statistische Risiko für z.B. das Downsyndrom steigt erst ab 35. Ich habe mich in der 2. SS wesentlich besser gefühlt, wohl auch, weil ich wußte, was auf mich zukommt, und konnte die SS in vollen Zügen geniessen. Ich hab mir nicht mal halb so viel Gedanken gemacht wie Du *gg*. Meine FÄ hat mich auch zum Fein-US überwiesen ( wegen Vorgeschichte) und mir hat es vollkommen gereicht, als der Doc sagte, das alles ok ist. Mir wäre das Risiko einer FW-Untersuchung zu hoch gewesen und auch der angebotene Triple- Test ( Bluttest) hat in meinem Bekanntenkreis mehr für Unruhe als Beruhigung gesorgt, weil dieser eben oft ein falsches Ergebnis liefert, sprich, die Befunde sagen ein erhöhtes Risiko, also wird eine FW-Untersuchung gemacht, bei der sich immer rausstellte, das das Baby gesund ist, man sich ganz umsonst verrückt gemacht hat.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.