Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Hormonbehandlung

Frage: Hormonbehandlung

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Lieber Dr. Bluni! Meine Mutter hatte mit 28 Jahren eine Totaloperation. Heute ist sie 50 Jahre alt und wurde ohne jegliche Hormonbehandlung mit Antidepressiva behandelt. Seit ca. 10 Jahren leidet sie als Begleiterscheinung unter starken Schweissausbrüchen. Die Meinung eines neu aufgesuchten FA's ging dahin, dass dies an der Einnahme der Antidepressiva liegen kann. Nach einem durchgeführten Hormonstatus soll sie nun die Antidepressiva absetzen und monatlich mit einer Hormonspritze behandelt werden. Der Vorteil hierbei soll sein, dass die Hormonbehandlung gegenüber der Einnahme von Antidepressiva nicht auf die Leber schlägt und das Schwitzen aufhören wird. Natürlich gehen nun die Ängste in die Richtung, dass nach Absetzen der Antidepressiva wieder Panikattaken auftreten können. Dr. Bluni, sicherlich können Sie sich vorstellen, dass dies eine unangenehme Angelegenheit ist. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung hierzu mitteilen würden. Im voraus vielen Dank und eine schöne Woche, Nicole


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1.sicher würde es hier den RAhmen sprengen, die momentane Diskussion um die Hormonersatztherapie widerzugeben. Fakt ist, dass man noch mehr als früher mit einer solchen Therapie entsprechend zurückhaltend sein sollte, darauf zu verweisen, dass die "Wechseljahre" keinen Krankheitszustand darstellen und dass es in erster Linie Dinge des lifestyles sind, die man ändern sollte: Verzicht auf Rauchen Gesunde Ernährung; ggf. mit viel Sojaprodukten, die pflanzliche Östrogene enthalten Sport, Entspannungsübungen. Wenn dieses alleine nicht hilft - ein so genannter Hormonspiegel ist in der Entscheidungsfindung wenig hilfreich - kann man auch homöopathische Mittel, wie Traubensilberkerze oder Mönchspfeffer hinzunehmen. Bei weiterhin stark anhaltenden Wechseljahrsbeschwerden ist sicher auch über Hormone zu sprechen und diese lindern die bekannten Beschwerden schnell und effektiv. Aber, hier sollte man nur kurz behandeln und über die damit verbundenen Risiken informieren. Entgegen der Meinung vieler Meinungsbildner aus dem Bereich der Frauenheilkunde, denke ich, dass man dieses, wenn überhaupt, sehr streng und auch nur für einen kurzen Zeitraum - sicher nicht zur Prophylaxe - einsetzen sollte. Eine sehr gute Entscheidungshilfe bietet der Flyer zur Hormonersatztherapie des Arbeitskreises für Frauengesundheit (Hormone - eine Entscheidungshilfe), der unter der Adresse http://www.akf-info.de/conpresso/2_1_publik/index.php herzunterzuladen ist. 2. ob wirklich ein Antidepressivum notwenig ist, wird am besten in einem Gespräch und in Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten/Neurologen zu klären sein. Zu dem oben Gesagten ist zu ergänzen, dass unter strenger Indikationsstellung auch mal über eine Therapie mit einem Hormonersatzpräparat nachgedacht werden kann. Die genannte Spritze ist sicher in der Lage hier deutlich stimmungsaufhellend zu wirken. Aus diesem Grund ist es um so sinnvoller, hier ausführlich das Für und Wider des Vorgehens vor Ort zu besprechen. VB


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