Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter !!!

Frage: Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter !!!

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Hallo Dr. Bluni, ich bin seit dem 01.11.03 Mama einer kleinen Tochter. Darüber sollte ich eigentlich glücklich sein?! Bin ich aber nicht. Ich habe seit der Entbindung(per Kaiserschnitt)immer mehr den Boden unter den Füssen verloren. Diese Mattigkeit und diese tiefe Traurigkeit bis hin zur größten Verzweiflung machen mir sehr zu schaffen. Ich muß mich Tag für Tag aufs neue überwinden das Haus zu verlassen, Menschen gegenüber zu treten. Ich habe das Gefühl einfach nur zu funktionieren... Meine Pflichten als Hausfrau und Mutter sind mittlerweile zu einem kräftezehrenden Akt geworden. Trotzdem habe ich das Gefühl nicht alles für meine Tochter zu tun...was mein Mann zwar verneint aber mich in keinster Weise überzeugt. Er nimmt mich in dieser Beziehung eh nicht ernst, so das ich dieses Thema nicht mit ihm bespreche. Er hält mich nur für ziemlich gleichgültig und unkonzentriert. Diese Vorwürfe führen in letzter Zeit häufiger zum Streit und verbessert die gesamte Situation natürlich auch nicht. Die ganze Situation überfordert mich von Tag zu Tag mehr und lässt nur noch trübere und finstere Gedanken zu. Jedoch nach aussen und für meine Tochter "spiele" ich die glückliche und zufriedenen Mutti ...das kann doch nicht so weiter gehen. Bitte , Dr. Bluni helfen sie mir Liebe Grüße Birgit


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Birgit, eine gewisse Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit nach der Geburt ist sicher keine untypische Erscheinung, da mit der Muterrolle doch eine erhebliche Veränderung einhergeht, die auch nicht nur auf hormonelle Umstellungen oder eine eventuelle Blutarmut zurückzuführen ist. Dieses ist meist ein sehr komplexes Geschehen, bei dem neben den Abläufen der Geburt auch psychosoziale Gründe eine erhebliche Rolle spielen, auch, wenn dieses für die Betroffen nicht primär so zu sein scheint. Auch, wenn diese Veränderungen häufig nur temporär begrenzt auftreten, bedarf es manchmal einer recht langen Zeit bis die Frau sich in dieser neuen Rolle mit einer ganz anderen Beanspruchung, einem ganz anderen Tagesablauf, anderen Anforderungen in nicht unerheblichem Maße zurechtfindet. Sicher wird auch vom Partner eine große Menge an Einfühlungsvermögen, und entsprechende tatkräftige & emotionale Unterstützung gefordert. Allerdings sollte die Frau hier auch immer mit ihren betreuenden Arzt/Ärztin sprechen, da die Abgrenzung gegenüber dem so genannten Baby-Blues oder einer Depression schwierig sein kann und die Übergänge hier fließend sein können, was die Diagnose manchmal erschwert. Depressionen im Wochenbett müssen vom „Baby Blues“ unterschieden werden. Beim Baby Blues handelt es sich um eine vorübergehende, kurz andauernde psychische Störung mit einer milden depressiven Symptomatik, die durch Erschöpfung, Weinen, Traurigkeit, Stimmungslabilität, Ängstlichkeit und Irritierbarkeit gekennzeichnet ist. Der Baby Blues tritt mit einer Häufigkeitsrate von etwa 50% zumeist zwischen dem 2. und dem 5. Tag nach der Geburt auf und dauert wenige Stunden bis zu wenigen Tagen. Als Risikofaktoren werden depressive Episoden in der Vorgeschichte, Stressbelastung in der Schwangerschaft, sozioökonomische Faktoren, geringe oder keine soziale Unterstützung, Unzufriedenheit mit der Partnerschaft, Ungewolltheit der Schwangerschaft, traumatische Erlebnisse in der eigenen Kindheit, traumatisches Erleben der Geburt und biologische Auslöser diskutiert. Bei etwa 10% der Frauen kommt es zu einer Depression im Wochenbett. Sie beginnt meistens in den ersten Wochen nach der Geburt mit wiederkehrenden Episoden für zwei bis sechs Monate. Für eine biologische Ursache gibt es bis heute noch keine hinreichenden Beweise. Viel wichtiger für die Entstehung sind persönliche und soziale Faktoren insbesondere aus der Zeit vor der Geburt. Risikofaktoren wie eine frühere Depression in Kombination mit geburtshilflichen Problemen wären hier z.B. zu nennen. Frühzeichen können häufig übersehen werden, da die Warnzeichen sehr diskret sind oder sein können. Das Mittel der Wahl bei einer Depression im Wochenbett ist die konsiliarische Betreuung durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten, der/die dann auch die Indikation zu dem ein oder anderen Medikament stellt. Neben einer eventuellen Gabe von Psychopharmaka, hat sich die Verabreichung von Östrogenen in einer Übersichtsarbeit als wirksam gezeigt. Hier sollte dann immer das Vorgehen am besten gemeinsam erörtert werden. VB


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Hallo. Ich weiß sehr gut wie es dir geht. Ich habe eine 13 Monate alte Tochter und nah der Geburt war i´ch zu Tode betrübt. Allein das Geburtserlebnis hat bei mir tiefe Wunden hinterlassen, da ich so etwas schlimmes noch nie erlebt hatte. Daheim angekommen machte ich mich für alles verantwortlich. Schrie oder trank meine Tochter sclecht machte ich mir Vorwürfe. Ich dachte zuweilen mein Mann liebe mich jetzt nicht mehr und dass er mich verlassen würde. Das alles kam so weit, dass ich extreme Angstattaken bekam und mir auch Gedanken an Suizid machte. Daheim lief gar nichts mehr. Ich musste nur noch weinen und hing an meinem Mann wie eine Kette. Leute wollte ich nicht mehr treffen. Ich wollte bloß noch meine Ruhe und ständig schlafen. Erst nach Wochen wurde mir klar, dass das kein normaler Baby-Blues mehr sein kann. Ich ging zum Arzt und der sagte m,ir ganz klar, dass ich an einer Schwangerschafts-Depression leide. Ich bekam daraufhin aufgrund der starken Symptome Antidepressiva verschrieben, durch das es mir jetzt wieder richtig gut geht. Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass du das gleiche hast laut deinen Aussagen. Lass dir gesagt sein, dass das nicht schlimm ist und auf jeden Fall besser wird. Geh auf jeden Fall zum Arzt und schäme dich nicht dafür. Das haben mehr Frauen als du denkst. Ich fühle mit dir und denke an dich. Du kommst weieder aus dem Loch heraus glaube es mir. Ich habe am Anfang auch nicht daran geglaubt aber es wird echt besser. Geh unbedingt zu einem ARZT (Neurologen/Psychologen) Grus Sabrina


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Hallo Birgit, ich bin zwar nicht Dr. Bluni aber mag trotzdem versuchen Dir ein bißchen zu helfen ... es gibt sogenannte "postnatale Depressionen" die nach der Geburt evtl. auch durch den starken Hormonabfall auftreten können.Ich hatte selbst leider lange mit Depressionen zutun, allerdings aus anderen Gründen aber das Gefühl welches Du beschreibst kenne ich nur all zu gut. Wenn einem alles zuviel wird und zuviel erscheint und man nur noch funktioniert um allen gerecht zu werden - nach außen hin!!!!- für DICH wäre es wichtig einen Arzt deines Vertrauens zu besuchen, etwa deinen Frauenarzt der Dir dann einen Psychologen empfehlen kann. Ich finde es keinesfalls schlimm zum Psychologen zu gehen ( ich muß es zwar inzwischen nicht mehr) im Gegenteil, es kann eine Große Hilfe sein wenn man sich verstanden fühlt und weiß das was in einem vorgeht ist keine Einbildung sondern eine Sache die ernst genommen wird! Vielleicht bekommst Du sogar die möglichkeit eine Mutter-Kind Kur zu machen in der Du in erster Linie auch mal Zeit für Dich bekommst um neue Kräfte aufzutanken... ich werde meine email Adresse oben im Feld sichtbar machen, wenn Du magst kannst Du Dich gerne melden Liebe Grüße Melanie ( fireXgirl )


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Ich war im Jahr 2000 wegen meiner depressionen 4 Monate in stationärer Behandlung ( es ging da allerdings um meine Selbstmordversuche...) aber da habe ich auch eine kennengelernt die kurz vorher entbunden hat, und sie sagte von sich aus das es ihr schon sehr geholfen hat dort gewesen zu sein um wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen ... & DU schaffst das auch. Meine email Adresse habe ich eben vergessen :O) jetzt aber (oben)


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Hallo Dr. Bluni , Danke für Ihre Antwort ...leider komme ich damit auch nicht so richtig zurecht. Es leist sich ein wenig so woe aus dem Lehrbuch. Nun ja aus der Ferne so etwas zu beurteilen ist ja auch schwierig...ich verstehe das schon. Aber Ihren Rat einen Arzt aufzusuchen ist wohl am gescheitesten und wohl auch dringend von nöten.Es gibt ja sonst auch nur wenig Alternativen. Denn meine Tochter ist nun 9 Monate alt und von Baby - Blues kann hier keine Rede mehr sein. Ich befürchte ich bin mittlerweile eine Gefahr für meine Tochter und mich selbst auch. Herzlichsten Dank und Gruß Birgit


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Hallo Dr. Bluni , Danke für Ihre Antwort ...leider komme ich damit auch nicht so richtig zurecht. Es leist sich ein wenig so woe aus dem Lehrbuch. Nun ja aus der Ferne so etwas zu beurteilen ist ja auch schwierig...ich verstehe das schon. Aber Ihren Rat einen Arzt aufzusuchen ist wohl am gescheitesten und wohl auch dringend von nöten.Es gibt ja sonst auch nur wenig Alternativen. Denn meine Tochter ist nun 9 Monate alt und von Baby - Blues kann hier keine Rede mehr sein. Ich befürchte ich bin mittlerweile eine Gefahr für meine Tochter und mich selbst auch. Herzlichsten Dank und Gruß Birgit


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