Mitglied inaktiv
Hallo, zuerst mal meine Vorgeschichte: Ich habe eine vierjährige Tochter; im Oktober 2007 und im Februar 2008 hatte ich jeweils eine missed abortion in der 9./8. SSW. Den Grund für die erste Fehlgeburt kenne ich nicht, beim zweiten Mal war eine Trisomie die Ursache. Bei der folgenden genetischen Untersuchung wurde sowohl bei mir als auch bei meinem Mann ein normaler Karyotyp festgestellt. Außerdem wurde nachgewiesen, dass bei mir weder die Faktor V - Leiden Mutation noch die Prothrombin - Mutation vorliegt. Nun wurde mir aber nach der zweiten Ausschabung im Krankenhaus geraten, in der nächsten Schwangerschaft auf jeden Fall Heparin zu spritzen und auch meine Frauenärztin rät mir dies für die ersten 12 Schwangerschaftswochen. Außerdem empfiehlt sie für diese Zeit die Einnahme von Utrogest. Und nun meine Fragen: 1. Was spricht in meinem Fall für das Spritzen von Heparin, wo bei mir doch die oben genannten Mutationen und damit eine Thrombophilie sicherlich nicht vorliegen? Welche Vorteile hätte dies für mich bzw. für die Schwangerschaft? 2. Wenn ich mich für Heparin entscheide: Welche Nebenwirkungen können eintreten? 3. Welchen Kontrollen müsste ich mich unterziehen? 4. Was passiert, wenn ich in der Frühschwangerschaft Blutungen bekomme (hatte ich in der ersten Schwangerschaft) und ich gleichzeitig Heparin spritze?? 5. Ist es ein Risiko für die Schwangerschaft, Heparin nach der 12. Woche abzusetzen? Vielen Dank für Ihre Antwort
Hallo Su, 1. sofern keine Thrombophilie (erhöhtes Risiko für eine Thrombose, Vorgeschichte mit einer Thrombose oder eine angeborene Gerinnungsstörung) vorliegt, gibt es für eine solche Heparingabe eigentlich keine Indikation und auch auch keine Empfehlungen von irgendwelchen Fachgesellschaften. 2. dieses gilt für die rein prophylaktische Verabreichung eines Gelbkörperhormons umso mehr: ine rein prophylaktische Substitution von eines Gelbkörperhormons, in der Absicht, eine frühe Fehlgeburt zu verhindern, ist in aller Regel nicht indiziert. Auch, wenn es nach wie vor häufig so gehandhabt wird, gibt es für den Sinn dieses Vorgehens keine harten wissenschaftlich bewiesenen Daten ("evidence based"), die das rechtfertigen würden. Allerdings ist dieses im Rahmen der Maßnahmen einer künstlichen Befruchtung sicher anders zu betrachten. 3. bei der Verabreichung des Heparins sind insbesondere Veränderungen im Blutbild der Mutter in den ersten Wochen möglich. Das Mittel wird dann über die gesamte Schwangerschaft und Wochenbett verabreicht. 4. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrer behandelnden Frauenärztin/Frauenarzt und ggf. einem Spezialisten für Gerinnungsmedizin ab. VB
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