Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Fruchtwasseruntersuchung

Frage: Fruchtwasseruntersuchung

Mitglied inaktiv

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Lieber Dr. Bluni, ich werde mich in der Woche vom 29.11. (16. SW) wahrscheinlich einer Fruchtwasseruntersuchung unterziehen. Ich bin nicht so ganz überzeugt, ob ich allerdings soll oder nicht. Nach Alter (38) müsste ich schon aber ich habe zwei vollkommen gesundene Kinder auf die Welt gebracht, rauche nicht, trinke nicht, nehme keine Medikamente und in meiner Familie oder in der Familie meines Mannes gab es noch nie die kleinste Behinderung. Welche Wahrscheinlichkeit ist in meinem Fall größer: dass ich ein behindertes Kind bekomme oder dass die Schwangerschaft aufgrund dieser Untersuchung mißlingt? Wenn ich entscheide, dass ich doch die Untersuchung machen lasse, wie soll ich mich in den Tagen danach benehmen? Soll ich drei Tage nur liegen und mich nicht bewegen? Oder soll ich mein Leben ganz normal weiterführen? Das bedeutet in meinem Fall viel Stress: 6 Stunden arbeiten und mich um meine beide Kinder alleine kümmern (nachmittags zum Tanzen, Schwimmen, usw bringen). Zur Zeit kann ich diesen Streß sehr gut bewältigen aber ich weiss nicht, ob diese Belastung nach einer Amniozentese eine Katastrophe hervorrufen könnte. Vielen Dank für Ihre Antworten. Maria


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Maria, 1. sofern kein besonderes familiäres Risiko für genetische Störungen oder Missbildungen vorliegt, die Frau nicht 35 Jahre oder älter ist und sie auch nicht schon vorweg ein entsprechendes Bedürfnis nach Informationen zur vorgeburtlichen Missbildungsdiagnostik äußert, würde sicher nicht generell zu einer weiterführenden Diagnostik geraten werden. Die Besprechung zu diesem Thema kann natürlich auch schon zu jedem Zeitpunkt vor diesem Alter stattfinden. Ist die schwangere Frau 35 Jahre oder älter und/oder gibt es ein familiäres Risiko für genetische Erkrankungen oder Missbildungen, sollte man mit ihr bei Kinderwunsch oder zu Beginn einer Schwangerschaft schon über die damit verbundenen Risiken für Mutter und Kind sprechen und dazu gehört eben auch das Thema Pränataldiagnostik inklusive der Möglichkeit einer genetischen Beratung. Über die nicht invasiven Verfahren der Pränataldiagnostik, wie z.B. die Nackentransparenzmessung, das Ersttrimeesterscreening oder den Triple-Test sollte man, sofern gewünscht, ebenso mit der Schwangeren/ dem Paar sprechen, wie auch über die invasiven Verfahren, wie Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) oder Chorionzottenbiopsie. Dazu gehört dann auch die individuelle Information über mögliche Konsequenzen und Risiken, so dass die Eltern den Sachverhalt gut nachvollziehen können, um ihnen die Möglichkeit zu geben, dann eine eigene Entscheidung für oder gegen eine weiterführende Diagnostik zu treffen. Das Risiko für die Geburt eines Kindes mit einer Trisomie 21 ("mongoloide Störung" oder Down-Syndrom) liegt bei einer 25jährigen (keine familiäres Risiko vorausgesetzt) bei 1: 1352, bei einer 30jährigen bei 1:895,bei einer 32jährigen 1:659, bei einer 36jährigen bei 1:280, bei einer 38jährigen 1: 167 und bei einer 40jährigen bei 1:97. Ebenso steigt bei einer Frau ab dem 35. Lebensjahr das Risiko für schwangerschaftsspezifische Komplikationen, wozu auch Fehlgeburten gehören, an. Das Risiko einer Fehlgeburt infolge einer Fruchtwasserpunktion oder einer Chorionzottenbiopsie liegt in etwa bei 1:100, was dem Risiko einer 40jährigen für die Geburt eines Kindes mit einem Down-Syndrom entspricht. Wenn die Frau/die Eltern sich gegen eine invasive Diagnostik wie der Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zum Ausschluss einer Trisomie oder ähnlicher Chromosomenstörungen entscheiden, weil sie das Risiko z.B. für eine Fehlgeburt nicht eingehen möchten, dann ist der Frau (insbesondere, wenn sie älter ist, als 35 Jahre) in erster Linie die Messung der Nackentransparenz oder das Ersttrimesterscreening zwischen der 11.+14. SSW zu empfehlen. Auf den Triple-Test muss man zumindest hinweisen, dass es ihn auch gibt. Hier ist also zunächst die ausführliche Information der jeweiligen Methoden im Vordergrund stehend. Die Entscheidung selbst kann aber nur das Elternpaar selbst fällen. 2. Nach einer AMniozentese reicht es meist, etwa zwei Std. zu ruhen und danach kann die Frau gewohnt ihrer regulären Tätigkeit nachgehen, wobei stärkere, körperliche Belastungen sicher vermieden werden sollten. VB VB


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Sieh mal unter www.medizin-netz.de/frau/tripletest.htm Da ist die ganze Sache gut erklärt. Ich ( 24) hatte heut meinen Tripletest und sollte dieser Auffälligkeiten zeigen, werde ich einer Fruchtwasseruntersuchung zustimmen. Diese birgt meines Wissens ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. Vielleicht kommt auch in deinem Alter der Bluttest (Tripletest) in Frage und eine Fruchtwasseruntersuchung läßt sich so umgehen ?


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An Wunschkind2 Der Tripletest bringt eigentlich nicht so viel. Ich habe bereits zwei gehabt und wenn keine Auffälligkeiten auftreten, wird dann auf die Statistik hingewiesen. Mein zweites Kind bekam ich mit 33, da waren keine Auffälligkeiten aber es wurde auf das Risiko aufgrund "meines Alters" hingewiesen. Auch wenn Auffälligkeiten auftreten sollten, beziehen sie sich leider nicht auf das ganze Spektrum von Behinderungen, die ein Kind haben könnte. Also kann ein Tripletest unauffällig sein aber das bedeutet nicht, dass man ein ganz gesundes Kind bekommt. Leider ist die Fruchtwasser- untersuchung die umfassendste Untersuchung, die es gibt. Aber in Deinem Alter würde ich mir überhaupt keine Sorgen machen. Ein Tripletest und ein Feidiagnostik reichen vollkommen und es wird auch alles in Ordnung sein. Viel Glück!


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Hallo Maria !!


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Hallo Maria !! Ich habe eine FU hinter mir. Du brauchst Dich nicht für 3 Tage unter eine Käseglocke stecken. Es genügt am Tag der Amniozentese etwas zu ruhen und sich nicht sonderlich anzustrengen. Vielleicht kann Dir jemand an diesem Tag zur Seite stehen. Am nächsten Tag solltest Du auch noch nicht das volle Programm fahren, aber Kinder versorgen ist sicherlich drin. Allerdings würde ich an deiner Stelle überlegen, aus welchen Beweggründen Du die Untersuchung machen lassen willst. Ich hatte beim Erst-trimester-Screening ein sehr schlechtes Blutergebnis, so dass ich mich ohne diese schlechte Prognose trotz meines Alters ( 37 ) NICHT zu dieser Untersuchung entschlossen hätte. GLG Ute


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