Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

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Hallo, bin jetzt 14+3 SSw.War letzte Woche bei der 2. VU beim I.Screening steht folgendes welches mich ein wenig iritiert: 1.Untersuchung SSw 7 SSw korrigiert 11 Zeitgerechte Entwicklung nein Kontrolle Fs 5,4 SSL 3,5 2.Untersuchung SSw 10 SSw korrigiert 14 SSL 7,2 Was hat das mit der zeitg. Entwicklung zu bedeuten oder ist es nur weil ich schon weiter bin als erst angenommen??? Dann wurde noch ein Eisenmangel festgestellt Hb 7,2 Ery oder Ezy 3,9 und BZ(??)7,2. Meine Ärztin riet mir Kräuterblut wegen des Eisens zu kaufen, verschreiben könnte sie erst etwas bei einem Wert unter 7,0. Stimmt das? Im Moment nehme ich von Taxofit Eisen&VitC 165mg Eisen (II)-sulfat 50mg VitC 2Tabletten vor dem schlafen gehen. Ist das ausreichend?Ausserdem wurde obwohl meine 1. Tochter in der 35.SSw kam einen Vsd und offenen Ductus hat sowie eine sehr leichte Mikrozephalie(ca. 1cm unter der 3.Perzentile)kein Schwangerschaftsrisiko eingetragen. Es steht nur was unleserliches bei Risikoberatung. Aber ein Feinultraschall fürs Herz ist um 20.SSw geplant.Ist das Ok so?? Meine Ärztin ist derzeit im Urlaub. Bitte entschuldigen sie die vielen Fragen und vielen Dank für ihre Mühe. M.


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Mel, 1.die Frage ist erst mal, wie hoch ist der Wert in g/dl, wie wurde er abgenommen und bestimmt und wie sieht es mit der Flüssigkeitsaufnahme der Schwangeren aus? Bei der Bestimmung des Hämogoblinwertes aus der Fingerbeere kann es immer wieder mal Fehlbestimmungen geben. Deshalb wäre bei erheblichen Abweichungen nach oben oder untern eine Kontrolle über eine venöse Blutentnahme durchzuführen, um hier nicht unnötigerweise die Geister scheu zu machen oder Maßnahmen einzuleiten. Diese Dinge sind nämlich vorweg ganz wichtig. in der Schwangerschaft steht durch Ernährungsdefizite eine Eisenmangelanämie im Vordergrund, die sich nach der Geburt durch größere Blutverluste und auch fehlende Prävention und Therapie dieser Blutverluste bei Geburt verstärken kann. Die WHO definiert eine Anämie beim Vorliegen eines Hämoglobinwertes unter 11 g/dl in der Schwangerschaft und unter 10 g/dl in der Wochenbett-Periode. Es ist gesichert, dass niedrige Hämoglobinwerte in der Schwangerschaft und im Wochenbett - insbesondere Werte unter 9 g/dl -deutliche Negativauswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die kindliche Entwicklung haben. Als negative Auswirkungen einer Anämie stehen bei der Mutter gehäufte Infektionen und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Beim Ungeborenen stehen die Wachstumsminderung mit Mangelentwicklung und Frühgeburtlichkeit im Vordergrund. Als Prophylaxe ist zunächst der Genuss eisenreicher Nahrung zu empfehlen: Der größte Eisenlieferant ist Fleisch, vor allem Rindfleisch. Das tierische Eisen ist für unseren Organismus besser zu verarbeiten als das pflanzliche. Darüber sollten reichlich Vollkornprodukte und dunkles Gemüse verzehrt werden. Kaffee und Tee hemmen die Eisenaufnahme; Vitamin C erleichtert sie. Wer also zum Essen Orangensaft trinkt oder in die Salatsoße etwas Zitronensaft gibt, verbessert damit seine Eisenbilanz. Bei Vorliegen einer Anämie ist in jedem Fall die Verabreichung eines Eisenpräparates zu empfehlen. Das Eisenpräparat kann bei Nebenwirkungen ausnahmsweise auch mal nicht auf nüchternen Magen und vielleicht am Abend eingenommen werden, da dann die Nebenwirkungen überschlafen werden. Ansonsten sollte es eben besser auf nüchternen Magen und morgens eingenommen werden. 2. liegt eine Vorgeschichte mit Fehlbildungen beim Kind vor, wäre sicher in oder besser vor einer kommenden Schwangerschaft über diese Situation und die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik zu sprechen. Dazu gehört auch die Frage, ob hier genetische Ursachen in Frage kommen. Wenn es um die Ultraschalldiagnostik geht, einen Herzfehler auszuschließen, so ist hierzu der so genannten differenzierte Ultraschall zwischen 19-23 SSW sicher am besten geeignet, einen solchen zu erkennen. VB


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Mel, zum ersten Teil der Frage ist folgendes zu sagen. unabhängig von den Angaben der Schwangeren hinsichtlich des Datums der letzten Regel oder des vermeintlichen Termins der Befruchtung, berechnet immer noch der frühe Ultraschall das Schwangerschaftsalter und den Entbindungstermin am genauesten. Und so kommt es recht häufig vor, dass dadurch, dass er Zyklus etwas unregelmäßig war, der Eisprung früher oder später eintrat oder die Schwangerschaft einfach etwas jünger/älter ist, als erwartet und man deshalb in der frühen Schwangerschaft eine Korrektur des Schwangerschaftsalters vornehmen muss. Das kann dazu führen, dass sich im Ultraschall weniger oder mehr sieht, als man vielleicht erwarten würde. In den wohl meisten Fällen kann man hier aber bei gewissen Abweichungen beruhigen, auch wenn man manchmal erst noch eine zusätzliche Kontrolle per Ultraschall durchführen muss und ggf. das Schwangerschaftshormon HCG im Verlauf kontrollieren wird. Aus diesem Grund ist eine Terminkorrektur in der Frühschwangerschaft in den ersten 3-4 Monaten ein häufiger und nicht ungewöhnlicher Vorgang. Hiervon sind dann frühe Wachstumsminderungen / Retardierungen zu unterscheiden, die allerdings schon eine Bedeutung in dem Sinne haben, als dass Sie ein Hinweis auf ein Störung oder einen nicht regulären Verlauf sein könnten. VB


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