Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Frage zur Verhütung... (lang)

Frage: Frage zur Verhütung... (lang)

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Hallo, meine Zwillinge sind jetzt 1 Jahr alt und wir verhüten immernoch nicht richtig, da wir einfach noch nicht die passende verhütung gefunden haben... Ich habe die Pille probiert, davon musste ich mich ständig übergeben und hatte auch schon vor der SS mit meinen Zwillingen immer probleme mit diversen Pillen-Präperaten. Daher fällt das eigentlich für mich aus. Dann habe ich die 3 Monatsspritze probiert, hatte allerdings die ganzen 3-Monate mal mehr mal weniger starke Blutungen. Dazu kam, dass mir die "lust" vollkommen verloren gegangen ist... mein FA meinte, dass das normal sei, und sich der Körper erst an die Hormone gewöhnen müsse und dass das mit der 2. oder 3. Spritze aufhören würde... darauf wollte ich mich nicht verlassen und hab mir keine weitere geben lassen... Seither verhüten wir hormonfrei und ich fühle mich körperlich so gut wie schon lange nicht mehr... (benutzen jetzt persona). allerdings sitzt psychisch immer der gedanke im nacken, dass das doch eine sehr unsichere verhütungsweise ist. Also auch nicht 100 pro das richtige... Ich weiss wirklich nicht mehr, was ich in punkto verhütung noch tun soll... wäre die Spirale eine alternative, oder würde ich da mit den Hormonen ähnliche probleme bekommen wie bei Pille, Hormonspritze und co?! Wie genau funktioniert sie, was kostet sie?! Darüber hinaus habe ich tierisch angst vor dem einsetzen. Ist das sehr schmerzhaft?! Vielen Dank schonmal Juni


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, was die "Unverträglichkeit" der Hormone angeht, kann es hier auch gut sein, dass die orale Verabreichungsform hier auf den Magen schlägt und dort stellt eine Alternative das Verhütungspflaster- oder der Ring dar. Die von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze sind sicher typisch und können auch länger anhaltend sein. Der Beschreibung nach hört es sich aber sehr danach an, dass Sie ohne hormonelle Komponente sehr gut klar kommen und Sie deshalb mit Frauenärztin/Frauenarzt das Gespräch in dieser Richtung führen sollten. Auch, wenn die hormonhaltige Spirale sich nicht, wie eine Pille, im gesamten System bemerkbar macht, wäre man bei einer Frau, die hier doch aus ihrem Erfahrungshintergrund gewisse " Vorbehalte" hat, sehr zurückhaltend. Und so kann z.B. die Kupferspirale bei einer FRau, die schon geboren hat, eine sehr gute und auch sichere Alternative darstellen. Bei den Spiralen unterscheiden wird grob zwischen der rein mechanischen und einer gelbkörperhormonhaltigen Spirale (=Hormonspirale, Mirena®). Die mechanischen Spiralen (z.B. Kupfer-T oder Nova-T) bieten eine Sicherheit von etwa 97-98%. Das Intrauterinsystem (hormonhaltige Kupferspirale MIRENA® der Firma Schering oder auch kurz IUS) ist eine Spirale, die kein Kupfer enthält, sondern ein Hormondepot, welches beständig über die Liegedauer von 5 Jahren 20 Mikrogramm eines Gelbkörperhormons (Levonorgestrel) in der Gebärmutterhöhle freisetzt. Es gewährleistet nach fachgerechter Einlage in die Gebärmutter eine blutungsarme bzw. teilweise sogar eine menstruationsfreie Kontrazeption deren Sicherheit mit der nach beiderseitigen Tubensterilisationen vergleichbar ist. Dieses System optimiert Vorteile, die mit der Pille (=orale Kontrazeptiva) zu erzielen sind (hohe kontrazeptive Sicherheit, Minderung von Blutverlusten, Menstruationsschmerzen und sonstigen Beschwerden unter der Regel) mit Vorteilen der Spirale (=intrauterine Kontrazeption) mit fast ausschließlich lokaler Wirksamkeit, allenfalls sehr geringer systemischer Hormonwirkung. Die hohe kontrazeptive Sicherheit bei liegendem IUS beruht auf mehreren Mechanismen: Die Zahl der Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre (Pearl-Index) beträgt nach bisherigen, umfangreichen Erfahrungen in zahlreichen Ländern schon im ersten Jahr nach Einlage 0,2, bei Langzeitanwendung liegt der Pearl-Index nur bei 0,1 (Vergleich Kondom: Pearl-Index bei 6, bei Mikropille ca. 0,2-0,5). 1. Der Schleim des Gebärmutterhalses wird stark verdichtet. 2. Die Beweglichkeit der Spermien wird sowohl in der Gebärmutter als auch in den Eileitern gehemmt 3. Es kommt zu einer dauerhaften Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, so dass die Drüsen schrumpfen und die Schleimhaut nicht für eine Schwangerschaft vorbereitet werden kann. Dieses bewirkt die o.g. geringe Menge an Gelbkörperhormon. Sowohl bei den kupferhaltigen Intrauterinpessaren als auch bei den hormonhaltigen werden Infektionen keineswegs begünstigt. Die Kosten für die Einlage der "Hormonspirale" liegen bei etwa 300 Euro und für die Kupferspirale bei etwa 150 Euro. Dieses erfragen Sie bitte vor Ort. Ebenso ist es Ihnen zu empfehlen, sich mit Frauenärztin/Frauenarzt ausführlich über die für Sie beste Lösung zu unterhalten. VB


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