Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Fehlgeburten

Frage: Fehlgeburten

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Hallo! Ich bin jetzt gerade in der 10 Woche und etwas ängstlich. Das ist bereits meine 5 Schwangerschaft. Vor jetzt fast 5 jahren habe ich nach einer komplizierten Schwangerschaft 4Wochen zu früh eine gesunde Tochter geboren. Seitdem versuchen mein mann und ich noch ein Kind zu bekommen, aber es klappt nicht. Jetzt bin ich wieder schwanger und die Angst ist sehr hoch, da ich gelesen habe das mit steigender Zahl von Fehlgeburten das Risiko steigt wieder eine zu haben , stimmt das?2 Fehlgeburten hatte ich vor meiner Tochte, die erste in der 7 Woche und die Zweite in der 12 Woche. Im letzten Jahr hatte ich wieder eine in der 13 Woche. Woran kann das liegen? Jetzt bin ich in der 10 woche und je näher diese Wochenzahlen rücken, desto nervöser werde ich. Lg Alex


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Alex, bei der Häufigkeit von Fehlgeburten ist es von Belang, zu welchem Schwangerschaftszeitpunkt es dazu kam und ob es zwischenzeitlich auch eine normal ausgetragene Schwangerschaft gab. die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt sind genetische Störungen, dann folgen anatomische Ursachen, Infektionen und Medikamente . Auch können sowohl Gerinnungsstörungen als auch immunologische Ursachen eine Rolle spielen. Wenn sich Fehlgeburten häufen (mehr als drei mal hintereinander), sollte man eine weiterführende Diagnostik empfehlen und hierzu gehört neben der Untersuchung der Frau, der Genetik der Eltern ggf. auch die Suche nach den oben genannten Blutgerinnungsstörungen, die häufig unerkannt bleiben, aber dennoch in einer nicht unerheblichen Zahl die Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Probleme in der Schwangerschaft sind. Prophylaktisch kann man nicht immer vorbeugen, da z.B. bei einer genetischen Ursache hier eine Art natürlicher Ausleseprozess abläuft. Es ist eben ein normaler Vorgang, daß mache Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben, bevor eine sich intakte Schwangerschaft entwickelt. Darüber hinaus stellt die Vorgeschichte mit einer Frühgeburt sicher ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten vorzeitiger Wehen inklusive der Frühgeburtlichkeit dar, wobei man dieses zahlenmäßig nicht allgemein gültig benennen kann. Wichtig bei einer Folgeschwangerschaft ist sicher neben der ausreichenden Aufklärung und Information durch den behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin auch das Gespräch über mögliche und sinnvolle Präventivmaßnahmen & Diagnostik: Dazu gehören die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen; Ausschluss bakterieller Besiedlungen der Scheide, ph-Wert-Kontrollen, die prophylaktische Einnahme von Magnesium und der frühzeitige Ausschluss einer vorzeitigen Wehentätigkeit und eine Verkürzung des Gebärmutterhalses gemessen im vaginalen Ultraschall. VB


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