Mitglied inaktiv
Guten Tag, mein Sohn kam vor 3 Monaten mit über 5 Kilo, 60 cm und einem KU von 40(!) cm spontan zur Welt. Lt. US wurde er auf 4 kilo geschätzt. Nun ist es so, das ich extremste Geburstverletzungen erlitten habe. EInen großen Dammriss bis in den Afterschlissmuskel, einen bis in die Harnröhre und viele kleine Labienrisse. Auch der Muttermund hat ordentlich was abbekommen. Nun habe ich große Probleme mit der Stuhlinkontinenz. Ich merke erst kurz vorher, das ich "muss" und dann habe ich ungefähr 30 sekunden Zeit schnell auf die Toilette zu rennen. Das das nicht immer möglich ist, ist klar! Ich habe schon einen Rückbildungskurs gemacht und habe jetzt noch Privatstunden bei der Hebi, doch einen Gefühl für meinen Beckenboden habe ich keineswegs! Wie lange kann das dauern, bis man das halbwegs im Griff hat? Neulich habe ich mir beim Einkaufen schlicht weg in die Hose gemacht! Ich bin ganz arg verzweifelt! Was kann ich sonnst noch tun? Vielleicht haben sie ja noch einen Tip?! Marina
liebe Marina, dieses ist sicher ein sehr trauriger Verlauf, wie er gerade bei so schweren Kindern eintreten kann, weshalb heute immer eher dazu übergegangen wird, bei solch schweren Kindern über den Entbindungsmodus zu sprechen. Zur Stuhlinkontinenz kann man folgendes sagen: bezeichnender Weise trauen sich die wenigsten betroffenen Frauen, selbst gegenüber ihrer Frauenärztin/Frauenarzt über dieses Problem zu sprechen. Es ist aber wichtig, dieses anzusprechen, um hier sehen zu können, was man am besten machen kann. Eine Stuhlinkontinenz kommt sicher häufiger vor, als wir glauben und dieses nach schwierigen Geburten, insbesondere mit schweren Kindern häufiger. Je nachdem, wie die Entbindung verlaufen ist: spontan oder instrumentell, ist ein DAmmschnitt erfolgt oder kam es zum Dammriss, kann es zu unterschiedlicher Beeinträchtigung der Schließfunktion des Muskels im Anus kommen und hier kann es dann zur Insuffizienz dieser Funktion kommen, oder es können sich Fisteln zwischen Darm und Scheide ausbilden. Hier sollte bei derartigen Beschwerden der behandelnde Frauenarzt oder Frauenärztin und/oder die Entbindungsklinik zunächst einen Befund erheben. DAzu gehört das Ereheben der Krankengeschichte mit einer Untersuchung, wobei die Funktion des Schliessmuskels per Tastuntersuchung überprüft wird. Zusätzlich können eine elektromyographische Untersuchung seiner Funktion und ggf noch andere Untersuchungen weiterhelfen. In einigen Fällen kann das Hinzuziehen eines Proktologen Sinn machen, um die Funktion des Schließmuskels genau zu überprüfen. Je nach Befund gibt es über eine Stimulierung der Muskulatur bis hin zu einem Wiederaufbau des Schließmuskels diverse Optionen. Die alleinige Beckenbodengymnastik wird hier erfahrungsgemäß gar nicht ausreichen. VB
Mitglied inaktiv
Hallo Marina, mann oh mann, was ist denn dir passiert? Ich find das unfassbar. Ich habe leider keinen Rat für dich aber nach 4 Geburten und auch großen Kindern weiß ich auch, wie sich das anfühlen kann. Zum Glück hatte ich nicht so krasse Risse und ich wundere mich, daß nicht früher klar war, daß dein Baby so groß sein wird und vor allem der Kopfumfang. Ich empfinde so eine Geburt als ne Qual für die Frauen und ein Kaiserschnitt wäre angesagt egwesen. Ich war echt schockiert und hoffe, daß es bald besser wird. Sag mal, hattest du wenigstens eine PDA oder mußtest du das ohne aushalten? Ich hatte nie eine aber bei einem KU von 40cm hätt ich definitiv eine gewollt. nach so ner Geburt hätt ich keinen Kinderwunsch mehr. da kann man ja n Trauma zurück behalten. Hoffe dir gehts so weit seelisch gut. Der Beckenboden müßte nach 3 Monaten wieder okay sein aber wie es bei dir gelaufen ist denke ich ganz sicher nicht. Ich wünsch dir baldige Besserung, lieben ruß, Kerstin.