Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Bluni! Ich habe folgendes Problem. Am 17.04.04 habe ich per Kaiserschnitt ein süßes Mädchen zur Welt gebracht. Der Kaiserschnitt verlief nicht so, wie gedacht. Unsere kleine musste Wiederbelebt werden und, ach es wach einfach nur das schlimmste, was man sich vorstellen kann. Eine Woche nach ihrer Geburt erfuhren wir, dass sie unter einer Trisomie 18 litt. Für uns brach eine Welt zusammen, sie war doch so gewünscht.Wir mussten uns damit abfinden.Man zeigte uns, wie wir Isabell pflegen mussten. Es war einesehr harte Zeit, da sie 24 Stunden am Tag betreut werden musste. Aber wir haben es gerne gemacht. Sie war etwas ganz besonderes. Unsere kleine Isabell wurde leider nur 11 Wochen alt. Was uns in ein sehr tiefes Loch riss.Wir wissen, dass man unsere kleine Belli nicht ersetzen kann, haben jedoch den Kinderwunsch nach wie vor.Wie sieht es mit einer erneuten Schwangerschaft aus? Mein Mann und ich waren auch schon bei einer Genetischen Beratung. Dort wurde uns gesagt, dass alles in Ordnung sei und das es Zufall sei, dass es uns getroffen hat.Der Kinderwusch ist umso grösser geworden. Am liebsten möchte ich sofort wieder schwanger werden. Wie hoch ist das Risiko, dass mit der Kaiserschnittnarbe bei einer erneuten Schwangerschaft etwas passiert? Unsere Isabell wäre gestern 6 Monate alt geworden und es vergeht kein Tag an dem man nicht traurig ist. Ganz liebe Grüsse Sarah
liebe Sarah, sicher ist das ein sehr trauriger Verlauf und für die Eltern nicht so einfach zu verarbeiten. Um so mehr ist der Wunsch zu verstehen, dass eine erneute Schwangerschaft schneller über das Traume hinweghelfen kann. Die Genetische Beratung hatte mit ihrer Information recht. Insofern ist es dennoch ratsam, dass die Eltern die Gelgenheit haben, sich über den Sachverhalt und die mögliche, weiterführende Pränataldiagnostik zu informieren. Die Eltern sollten wissen, dass es eine absolute Sicherheit nur über invasive Verfahren, wie Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie gibt. Wenn die Frau/die Eltern sich gegen eine invasive Diagnostik wie der Amniozentese oder Chorionzottenbiopsie zum Ausschluss einer Trisomie oder ähnlicher Chromosomenstörungen entscheiden, weil sie das Risiko z.B. für eine Fehlgeburt nicht eingehen möchten, dann ist der Frau sicher in erster Linie die Bestimmung der Nackentransparenz oder das Ersttrimesterscreening zwischen der 11.+14. SSW zu empfehlen. Durch die Kombination der Messung der Nackentransparenz, Nachweis des Nasenknochens mit dem Alter der Patientin und dem biochemischem Screening kann in einer entsprechenden Praxis mit großer Erfahrung in der Pränataldiagnostik eine Erkennungsrate von über 95% erreicht werden. VB
hallo Sarah, die Wartezeit nach einem Kaiserschnitt sollte möglichst schon ein Jahr betragen. Denn es sind hier vor allem die schwangerschaftstypischen Probleme, wie Blutungen, vorzeitige Wehen, Probleme unter der Geburt, u.a., die nach kürzerem Abstand ganz einfach häufiger auftreten. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das Risiko für die noch nicht ausreichend verheilte Naht an der Gebärmutter, welches gebenenenfalls Probleme unter der Geburt/Wehen oder in seltenen Fällen schon vorher mit sich bringen kann. VB